BR-KLASSIK

Inhalt

Mittagsmusik - Thema der Woche Komponisten im Schatten ihrer Interpreten

Im Thema der Woche in der Mittagsmusik zollen wir jeden Tag einem Komponisten Tribut, der im Schatten seines Interpreten steht. Aus Geschichte und Gegenwart der Unterhaltungsmusik kommen unsere weltberühmten Hits. Mancher wird dabei vielleicht Komponistennamen begegnen, die ihm bislang kaum geläufig waren, aber die Musik, die hinter diesen Namen steht, ist wohl jedem so vertraut wie die eigene Muttersprache.

John Kander | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Jeder Klassikfreund, jeder Musikliebhaber weiß es: Der Helden-Tenor, der die "Gralserzählung" vorträgt, singt Richard Wagner, die Koloratur-Sopranistin, die mit der "Höllenarie" der Königin der Nach brilliert, hat Mozart im Repertoire, der Geiger der "La Campanella" spielt, kennt seinen Paganini, und der Dirigent, der vor einem Orchester mit den Noten der "Pathétique" auf den Pulten steht, hat Tschaikowsky auf dem Programm. "Lohengrin", "Die Zauberflöte", "La Campanella", die "Pathétique" - alle diese Werke sind untrennbar mit ihren Komponisten verbunden, sind geradezu mit ihnen synonym. Und die genannten Interpreten stehen sozusagen im Dienst dieser Komponisten. Menahem Pressler, die lebende Pianisten-Legende, brachte es auf den Punkt, als er konstatierte: "Die Komponisten sind die Götter, die Musiker sind ihre Priester."

Wo die Interpreten die Götter sind

Andrea Berg | Bildquelle: picture alliance/rtn - radio tele nord Frühe Hits von Andrea Berg komponierte Eugen Römer | Bildquelle: picture alliance/rtn - radio tele nord Wohl war, was der Altmeister des Klavierspiels hier verkündete - allerdings gilt es fast ausschließlich nur für die Klassik. Im Thema der Woche in der Mittagsmusik dieser Tage beschäftigen wir uns mit dem umgekehrten Phänomen. Es begegnet einem kaum in der Ernsten Musik, dafür aber in der Pop- und Unterhaltungsmusik auf Schritt und Tritt: Interpreten - zumeist Sängerinnen und Sänger - werden vom Publikum mit dem Komponisten des Stücks, das sie zur Aufführung bringen oder aufgenommen haben, gleichgesetzt. Das jeweilige Stück wird gewissermaßen zum Eigenen des Interpreten, während der eigentliche Komponist (und bei Songs auch der Textdichter) hinter dem großen Namen der Sängerin oder des Sängers geradezu verschwindet. Sind wir ehrlich: Der Jahrhundert-Hit "Strangers in the Night" ist für uns zuerst mit Frank Sinatra und Amerika verbunden; dass den Song der Deutsche Bert Kaempfert komponiert hat, ist vielen von uns nicht bewusst, sie haben es vergessen oder es interessiert sie auch nicht. Bei der Quasi-Hymne "Er gehört zu mir" denkt jeder an Marianne Rosenberg und kaum jemand an den "Macher" des Hits, den immens produktiven und erfolgreichen Komponisten Joachim Heider, der zu seiner großen Zeit zahl- und zeitlose Hits für die fast gesamte Prominenz der Schlagerkultur - inklusive Freddy Quinn, Roger Whittaker und Udo Jürgens - geschrieben hat. Und dass all die frühen Hits der Andrea Berg von Eugen Römer komponiert beziehungsweise produziert wurden, dies wissen nur Fachleute und die wirklich abgöttischen Fans der Sängerin.

Aus Geschichte und Gegenwart

Im Thema der Woche in der Mittagsmusik zollen wir jeden Tag einem Komponisten Tribut, der im Schatten seines Interpreten steht. Aus Geschichte und Gegenwart der Unterhaltungsmusik kommen unsere weltberühmten Hits. Mancher wird dabei vielleicht Komponistennamen begegnen, die ihm bislang kaum geläufig waren, aber die Musik, die hinter diesen Namen steht, ist wohl jedem so vertraut wie die eigene Muttersprache. Die Macher hinter der Szene sind bei uns John Kander, Lothar Brühne, Jule Styne und Francesco Sartori. Ein nun wirklich aller Welt bekannter Name ist gleichwohl auch dabei: Sergej Rachmaninow. Das Stück, das wir hören werden, verbinden indes wohl die wenigsten mit diesem Klassiker der russischen Spätromantik…

    AV-Player