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Thema der Woche Bang Bang - Somethin‘ Stupid - Summer Wine

Als eine der ersten Frauen etablierte sich Frank Sinatras älteste Tochter erfolgreich im Pop-Business, Mit sexy Outfits provozierte sie die prüden Moralvorstellungen im Amerika der 1960er Jahre und legte sich ein rebellisches Image zu. Vorlage für diverse Sängerinnen der Folge-Generationen.

US-Sängerin Nancy Sandra posiert im Jahr 1968 für ein Foto. Am 08.06.2015 wird sie 75 Jahre alt.  | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Sie war gerade vier, da diente sie schon als zugkräftiger Markenartikel im Showbusiness: Damals sang ihr Vater - und ganz Amerika hörte zu - das Lied "Nancy With the Laughing Face".  Am 8. Juni hat die "First Lady of Rock'n'Roll", wie DJ Rodney Bingenheimer vom renommierten kalifornischen Musiksender KROQ anerkennend urteilte, ihren 75. Geburtstag.

Nancy Sinatra stieg blutjung über zwanzig Mal in die Charts ein, sie hatte sich vom übergroßen Ich ihres Vaters emanzipiert, und avancierte zum Idealbild einer starken, unabhängigen Frau, für die Sex-Appeal und Emanzipation kein Widerspruch waren.

Die Bekanntschaft zu dem Singer-Songwriter Lee Hazlewood gab Nancys Karriere den entscheidenden Impuls: Er produzierte auch die Single "So Long, Babe", die 1965 auf Platz 86 der US-Charts landete und somit der erste Achtungserfolg für sie war.

Die Sängerin und Schauspielerin Nancy Sandra Sinatra tritt im Februar 1967 vor US-amerikanischen Soldaten im südvietnamesischen Bien Hoa auf.  | Bildquelle: picture-alliance/dpa Die Sängerin und Schauspielerin Nancy Sandra Sinatra tritt im Februar 1967 vor US-amerikanischen Soldaten im südvietnamesischen Bien Hoa auf. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Bereits die nächste Single "These Boots Are Made for Walkin'" entwickelte sich zum Hit. Sowohl in den USA als auch in Großbritannien und Deutschland stand das Lied Anfang 1966 auf Platz 1 der Charts. Im gleichen Jahr entstand der legendäre Hit mit ihrem Vater "Somethin' Stupid". Weitere Chart-Hits mit ihrem Mentor und Produzenten Hazlewood waren "Jackson", "Some Velvet Morning", "Sand" oder "Summer Wine".

Ihr Gesangsstil, so hieß es damals, sei verblüffend "schwarz", mangelnde stimmliche Bandbreite machte sie mit einer frechen, humorvollen Attitüde wett.

Mitte der 70er Jahre zog sie sich aus dem Musikgeschäft zurück und widmete sich der Erziehung ihrer zwei Töchter aus der Ehe mit dem Choreografen Hugh Lambert, mit dem sie bis zu dessen Krebstod 1985 verheiratet war.

Nach jahrzehntelanger Medien-Abstinenz kehrte die 55-Jährige 1995 mit einem freizügigen Auftritt im "Playboy" und dem Comeback-Album "One More Time" zurück, und ließ sich in amerikanischen und skandinavischen Konzerthallen feiern.

Vor zehn Jahren kam das Konzeptalbum "Nancy Sinatra" auf den Markt - eine Zusammenarbeit mit Größen der zeitgenössischen Rock- und Pop-Szene. Alle Musiker, die sich der Pop-Ikone für dieses Projekt angeschlossen hatten, sagen von sich selbst, dass sie Nancy  bewundern und von ihrer Musik sehr beeinflusst wurden.

Apropos "zeitgenössische" Szene: Für den Soundtrack zu seinem Film "Kill Bill" hat Regisseur Quentin Tarantino auf Nancy Sinatras minimalistischen Song "Bang Bang" zurückgegriffen.

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