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Mittagsmusik - Thema der Woche Musikalische Souvenirs

Im Urlaub das "Dolce far niente" genießen? Nichts für Komponisten! Wenn die Inspiration anklopft, dann ist die Freizeit eben doch schnell vergessen. Welche Reisesouvenirs Carl Michael Ziehrer vom wunderschönen Mondsee, Julius Röntgen und Edvard Grieg aus den Jotunheimer Bergen, und Antonin Dvořák aus dem idyllischen Spillville in Iowa mit nach Hause nehmen, das erfahren Sie in dieser Woche in der Mittagsmusik.

Impressionen von der 110 km langen Straße Sognefjellsveien, welche die höchstgelegene Passstraße Nordeuropas ist. | Bildquelle: picture alliance / Zoonar | Eder Christa

Bildquelle: picture alliance / Zoonar | Eder Christa

Carl Michael Ziehrer, Komponist von rund 600 Tänzen und 23 Operetten liebte die Gegend um den Mondsee herum und zog sich in den Sommermonaten dorthin zurück, um zu komponieren, zum Beispiel den Walzer "In der Sommerfrische". Das war für ihn Urlaub, denn während des restlichen Jahres ließ sein gut gefüllter Kalender derartige kreative Auszeiten nicht zu. Schließlich hatte er eine eigene Kapelle, mit der er viel unterwegs war.

Die beiden Kollegen Julius Röntgen und Edward Grieg verbrachten auch gerne ihre Freizeit zusammen und bei einem Wanderausflug in die Jotunheimer Berge war Röntgen so angetan von den Liedern, die er von den Sennerinnen und Sennern hörte, dass er seine Erlebnisse gleich in einer Suite festgehalten hat.

Auch Conny Odd, alias Carlernst Ortwein war viel auf Reisen, besonders in seiner Jugend, als er Mitglied des Thomanerchores war. Später, als bekannter Unterhaltungskomponist der DDR, entstand eines seiner bekanntesten und beliebtesten Stücke: "Vergnügliche Reisebekanntschaften eines Pianisten".

Das Bily Clocks Museum und die Antonin Dvorak Ausstellung in Spillville, Iowa. | Bildquelle: picture-alliance / Newscom | Andre Jenny Das Bily Clocks Museum und die Antonin Dvorak Ausstellung in Spillville, Iowa. | Bildquelle: picture-alliance / Newscom | Andre Jenny Etwas weiter in die Ferne zog es Antonin Dvořák: Als Direktor des New Yorker Konservatoriums musste der Tscheche ohnehin viel Zeit fern der Heimat verbringen. Um dann wenigstens im Urlaub der lauten Großstadt zu entfliehen, fuhr die Familie nach Spillville in Iowa, wo ihn die Rufe einer besonderen Vogelart musikalisch inspirierten. Im Scherzo seines "Amerikanischen Quartetts" hat er den roten Tanagra verewigt.

"Kennst Du das Land, wo die Zitronen blühn" heißt es in Goethes Wilhelm Meister. Fanny Hensel, Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy kannte das Gedicht natürlich auswendig. Seitdem ihr Bruder als junger Mann durch Italien reisen durfte, war auch ihre Sehnsucht geweckt. Erst ihr Ehemann Wilhelm erfüllte ihr diesen Wunsch. Die Italienreise im Jahr 1839-40 veränderte Fanny als Frau und als Komponistin entscheidend. Selbstbewusster denn je kehrte sie in die Heimat zurück mit einigen wunderbaren Kompositionen im Gepäck.

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