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Mittagsmusik - Thema der Woche "So eifrig und gründlich zu sein wie jeder klassische Virtuose"- der Jazzpianist Oscar Peterson

Als Jugendlicher hat sich Oscar Peterson vorgenommen der "beste Jazzpianist der Welt zu werden". Ob er der beste geworden ist? Einer der besten auf alle Fälle! Im Thema der Woche erinnern wir an den kanadischen Ausnahmepianisten, der am 23. Dezember 2007 gestorben ist.

Am Klavier Oscar Peterson | Bildquelle: © picture-alliance / dpa

Bildquelle: © picture-alliance / dpa

Alle Peterson-Kinder müssen Klavier lernen. Ihr Vater will es so, er ist auch ihr erster Lehrer und gibt ihnen sogar Hausaufgaben auf, wenn er als Bootsmann mal wieder unterwegs ist. Oscar will aber lieber Baseball, oder Cowboy und Indianer spielen, als am Klavier sitzen und Tonleitern üben.
Außerdem fasziniert ihn das Kornett viel mehr, jeden Donnerstagabend spielt er es daheim in der Band.

Die Gruppenzugehörigkeit war für mich damals das Allerwichtigste
Oscar Peterson

Als sein Bruder aber an Tuberkulose stirbt, verbietet der Arzt Oscar weiter Kornett zu spielen. Er bleibt beim Klavier, Louis Hooper senior vermittelt ihm nicht nur das Verständnis für Musik, sondern vor allem auch für die "Zartheit und Schönheit des Instruments". Paul Alexander de Marky, bringt ihm das klassische Klavierspiel bei und dann ist da noch seine Schwester Daisy.
"Von Daisy hab ich gelernt, was mich während meiner gesamten Karriere nicht mehr verlassen hat, nämlich die unerschütterliche Hingabe für die Musik". Daisy meldet ihn zur Aufnahmeprüfung am Musikkonservatorium in Montreal an.
In der Prüfung spielt er das erste Prüfungsstück vom Blatt, die Prüfer fragen, warum er sich nicht vorbereitet hat und er sagt, er habe keine Zeit gehabt, er war mit Jazz beschäftigt. Daraufhin wollen die Prüfer was jazziges von ihm hören und er besteht die Prüfung mit seiner Version eines Gershwin Stücks.

Kein Tag ohne Klavier

Jetzt erst beginnt sie, die intensive Zeit mit dem Klavier. Er taucht in die Welt von Teddy Wilson und Art Tatum ein, übt in der Schule fast jede freie Minute in der Aula. Wieder ist es Schwester Daisy, die den entscheidenden Impuls für seine Karriere gibt: sie meldet ihn zur "Ken Soble Amateur Hour" an, einer Radioshow für junge Talente.

Oscar Peterson in den 80er Jahren auf dem North Sea Jazz Festival. | Bildquelle: © picture-alliance / jazzarchiv Oscar Peterson in den 80er Jahren auf dem North Sea Jazz Festival. | Bildquelle: © picture-alliance / jazzarchiv Er ist gerade noch 14 Jahre alt und gewinnt in seiner Sparte. Daraufhin darf er jede Woche eine Viertelstunde live im Radio spielen, außerdem wird er Pianist beim Tanzorchester von Johnny Holmes. "Im Idealfall wäre ich zur Band gestoßen und hätte mich in den Hintergrund verzogen, ohne allzu große Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Das war für einen einsamen Neger in einer ansonsten rein weißen Versammlung schlicht unmöglich".
Fünf Jahre bleibt er in der Band, dann gründet er sein erstes eigenes Trio, mit dem er ab 1947 einige Jahre in der Alberta Lounge in Montréal auftritt.
Er nimmt seine ersten Schallplatten auf, bekommt einige Angebote in den USA aufzutreten, doch er fühlt sich nicht reif genug. Erst als Norman Granz ihn 1949 unter seine Fittiche nimmt und ihm ein Konzert in der Carnegie Hall vorschlägt, willigt er ein, sein Durchbruch.

Oscar Peterson in der Mittagsmusik

Montag: Vorbilder Teddy Wilson und Art Tatum
Dienstag: Durchbruch
Mittwoch: Trioformationen
Donnerstag: Wagnis Solist
Freitag: JATP, Rassenhass und wie es ein Song bis ins Weiße Haus schafft

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