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Mittagsmusik - Thema der Woche Ein musikalisches Chamäleon – Vladimir Dukelsky alias Vernon Duke

"Autumn in New York", einer der schönsten Songs über diese Stadt stammt von einem russischen Einwanderer, von Vladimir Dukelsky. Mit 17 Jahren floh er mit seiner Familie in die USA und bewies schnell sein großes musikalisches Talent. Dukelsky, der sich später Vernon Duke nannte, hat zahlreiche Songs fürs Great American Songbook und für Stars wie Frank Sinatra, Ella Fitzgerald oder Sarah Vaughan geschrieben.

Dabei war Vladimir Dukelsky ein klassisch ausgebildeter Komponist und Pianist und selbst wenn er sich als Barpianist und Songschreiber verdingte, lag sein Hauptaugenmerk auf der ernsten Musik. Gerade in den USA angekommen, bekam er schon die Chance für Arthur Rubinstein ein Klavierkonzert zu schreiben; pianistisch dankbar und nicht zu verkopft sollte es sein. Vom Ergebnis war Rubinstein begeistert und empfahl Dukelsky weiter – nach Paris!

Vernon Duke und Ira Gershwin | Bildquelle: Little, Brown and Company, Boston, Toronto Vernon Duke und Ira Gershwin. | Bildquelle: Little, Brown and Company, Boston, Toronto In den 1920er Jahren war für Künstler die Metropole an der Seine die Stadt der Träume, dort traf man Gleichgesinnte und entwickelte neue Ideen. Auch Vladimir Dukelsky knüpfte neue Kontakte, er wurde Teil der Pariser Künstler Boheme, traf Cocteau, Strawinsky oder Poulenc und schloss Freundschaft mit Sergej Prokofjew, der ihn förderte wo er nur konnte.
Für den Ballettimpressario Sergej Diaghilev schrieb Dukelsky das Ballett "Zephyr und Flora", sein erster großer Erfolg im Bereich der ernsten Musik.

1929 kehrte er in die USA zurück. Ein gesichertes Einkommen konnte ihm die ernste Musik allein nicht geben, also fuhr er zweigleisig. In der Unterhaltungsbrache nahm ihn George Gershwin unter seine Fittiche, vermittelte Aufträge, half mit Kontakten. Dukelsky schrieb Musik für Broadway Revuen, für die Ziegfeld Follies, fürs Theater. Die meisten seiner Shows wurden Flops, doch einige seiner Songs blieben hängen.

"Out of the world tunes"

Seine Melodien waren nicht von dieser Welt, so charakterisierte er sie selbst und meinte damit nicht, dass sie himmlisch seien, sondern nur einfach nicht kommerziell. Auf alle Fälle waren sie anders als die gängigen Hits, eleganter, komplexer und nachdenklicher.

Über diesen Wanderer zwischen den Musikwelten wird in der Mittagsmusik die Rede sein. Die frühen Jahre in Russland bis zur Karriere am Broadway, seine Zusammenarbeit mit George und Ira Gershwin und die langjährige Freundschaft mit Sergej Prokofjew. All das kommt zur Sprache in unserem Thema der Woche und dazu Musik von "April in Paris" bis zu "Zephyr und Flora".

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