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Bayreuther Festspiele

Kein Sommer ohne Wagner

Bayreuther Festspiele 2020: Eine Alternative für Festspiel-Fans Alles Wagner!

Ende März wurden die diesjährigen Bayreuther Festspiele abgesagt. Corona ließ der Festspielchefin Katharina Wagner keine andere Wahl. Und trotzdem: Ein Sommer ohne Wagner kam nicht in Frage. Zusammen mit BR-KLASSIK und 3sat hat die Festspielleitung ein alternatives Festival entwickelt. Vom 25. Juli bis zum 7. August. Live vor Ort, im Radio, im Fernsehen und natürlich auch im Netz. Bayreuth wird dieses Jahr also trimedial. Und ein bisschen sentimental: Denn im Zentrum des Programms stehen drei legendäre Bayreuther Ring-Inszenierungen.

Bayreuther Festspiele - Festspielhaus | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Zunächst die schlechte Nachricht: Einen neuen Ring wird es dieses Jahr nicht geben. Dabei bleibt es. Auch wenn die Festspiele nun doch stattfinden, zumindest in veränderter Form. Aber zu Hunderten im sommerlichen Brutkasten des Festspielhauses – das ist dann doch keine Option.

Nicht ein Ring sondern drei: Castorf, Kupfer, Chéreau

Der Vorteil: Bayreuth wird dieses Jahr weniger schweißtreibend. Und: Auf den Ring muss man nicht verzichten. Ganz im Gegenteil, es stehen sogar mehrere auf dem Programm. Zusammen mit BR-KLASSIK und 3sat präsentieren die Festspiele drei so legendäre wie umstrittene Inszenierungen des "Ring des Nibelungen".

Da wäre zum einen die Bühnenshow von Regieschreck Frank Castorf (Premiere 2013), die aus dem Germanenmythos eine Südstaatenrevue macht. Zum zweiten der technoide Ring von Harry Kupfer (Premiere 1988) unter dem Dirigat von Daniel Barenboim. Und schließlich der sogenannte Jahrhundertring von Patrice Chéreau (Premiere 1976). Erstmals bekommt das Publikum also die Gelegenheit, diese epochalen Inszenierungen direkt miteinander zu vergleichen.

Ein Juli ohne Bayreuth und Wagner wäre einfach kein guter Sommer.
Dr. Reinhard Scolik (Leitung Programmdirektion Kultur beim Bayerischen Rundfunk)

Drei Ringe – drei Bühnen

BR-KLASSIK überträgt im Hörfunk vom 25. bis 28. Juli täglich um 18:05 Uhr exklusiv eine bisher unveröffentlichte Aufnahme des Castorf-Rings mit Kirill Petrenko am Pult. Jeweils vier "Radio-Spaziergänge durch den Ring" befassen sich bereits mittags um 13:05 Uhr mit Handlung, Charakteren und der Musik des Ring-Zyklus.

Bayreuther Festspiele 2020

Hier finden Sie die Programmdetails zu den virtuellen Bayreuther Festspielen auf BR-KLASSIK, ARD-alpha und auf 3sat.

Szenenbild "Die Walküre" 2017 - Bayreuther Festspiele | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath Szenenbild aus der Walküre von 2017 in der Inszenierung von Frank Castorf. | Bildquelle: © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath ARD-alpha und BR-KLASSIK Concert präsentieren hingegen den Jahrhundertring von Patrice Chéreau und Pierre Boulez. Erstmals seit 40 Jahren ist diese Inszenierung am 7. August ab 20:15 Uhr in der großen Ring-Nacht wieder im Free-TV zu erleben. Und 3sat feiert die Bayreuther Festspiele mit dem "Ring" in der Inszenierung von Harry Kupfer. Mit dem "Rheingold" widmet sich der Fernsehabend am 25. Juli ab 20:15 Uhr ganz dem Vorabend der Ring-Tetralogie. Die weiteren Teile werden in der Mediathek von 3sat, auf br-klassik.de und im Webauftritt der Bayreuther Festspiele zu sehen sein.

Jenseits des Rings: Archivschätze und Video-Extras

Weil Wagner mehr als nur der Ring ist, hat BR-KLASSIK noch zwei weitere Bayreuth-Perlen aus den Archiven gefischt: André Cluytens "Lohengrin" aus dem Jahr 1958 läuft am 29.7. um 18:05 Uhr im Radio. Die Oper "Tristan und Isolde" unter der Leitung von Herbert von Karajan aus dem Jahr 1952 wird am 30.7. um 18:05 Uhr ausgestrahlt. Auf den Webseiten von BR-KLASSIK und den Bayreuther Festspielen laden Video-Formate wie der "Operncrashkurs Wagner", die "klassik shorts", die "Ring-Steckbriefe" und das "Wagner-ABC" außerdem dazu ein, mehr über die Kraft von Wagners Musik zu erfahren und in die mythischen Welten des "Rings" einzutauchen.

Die Bayreuther Festspiele freuen sich auf eine virtuelle Festspielsaison 2020.
Holger von Berg und Heinz-Dieter Sense (Geschäftsführung Bayreuther Festspiele GmbH):

Live aus der Festspielstadt

Auch wenn die Bayreuther Festspiele 2020 stark aus dem Archiv leben – ein paar Live-Veranstaltungen sind ebenfalls geboten: Am 25. Juli, traditionsgemäß der Eröffnungstag der Festspiele, überträgt BR-KLASSIK um 16:05 Uhr direkt aus Bayreuth, wenn Christian Thielemann und Mitglieder des Festspiel-Orchesters zusammen mit den Bayreuther Sängerstars Camilla Nylund und Klaus Florian Vogt Werke von Wagner aufführen.

Am Ende doch ein neuer Ring?

Und dann gibt es am Ende vielleicht doch noch so etwas wie einen neuen Ring: "The Loop of the Nibelung" von Simon Steen-Andersen. Der vielfach ausgezeichnete dänische Komponist und Performance-Künstler geht mit Sängern und Musikern des Festspielorchesters auf audiovisuelle Erkundungstour im mythischen Bayreuther Festspielhaus. Die Video-Arbeit ist ab dem 28. Juli bei BR-KLASSIK und auf der Website der Festspiele zu erleben.

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