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Bayreuther Festspiele

25. Juli - 28. August 2018

Bayreuther Festspiele Parsifal-Regisseur Laufenberg kritisiert Sicherheitskonzept

Die angespannte Weltpolitik wirft ihren Schatten auf den Grünen Hügel: Die Sicherheitsvorkehrungen für die Bayreuther Festspiele werden verschärft. Die meisten Mitwirkenden nehmen es gelassen, doch von prominenter Seite kommt Kritik.

Regisseur Uwe Eric Laufenberg steht vor dem Festspielhaus in Bayreuth | Bildquelle: dpa/Britta Schultejans

Bildquelle: dpa/Britta Schultejans

Die Bayreuther Festspiele werden in diesem Jahr zur Festung. Den Leuten auf und hinter der Bühne gefällt das nicht, sagt Regisseur Uwe Eric Laufenberg, der in diesem Jahr den "Parsifal" inszeniert.

Was hier an Sicherheitsapparat läuft, das ist schon sehr bedenklich, das engt hier viele Mitarbeiter ein.
Uwe Eric Laufenberg, 'Parsifal'-Regisseur

"Einfach aufmachen!"

Ein Zaun riegelt den Bühnenbereich des Festspielhauses in diesem Jahr weiträumig ab, betreten dürfen die Mitwirkenden das Haus nur mit Sonderausweis. Alles sei sehr kompliziert und bürokratisch, so Laufenberg. Seine Alternative: "Einfach aufmachen! Wenn wir eine offene Gesellschaft haben wollen, wird es die absolute Sicherheit nicht geben." Mehrere Mitwirkende zeigen im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk aber auch Verständnis für die verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Man müsse den Hausausweis vorzeigen, das habe es auch früher schon gegeben.

Kein Zugang ohne speziellen Ausweis

Sicherheitsleute stehen an einem Zaun in Bayreuth | Bildquelle: dpa/Britta Schultejans Bildquelle: dpa/Britta Schultejans

Die Festspiele betonen, die Stadt Bayreuth habe das verschärfte Sicherheitskonzept angesichts latenter Terrorgefahr gefordert. Festspiel-Sprecher Peter Emmerich hatte bereits im April bestätigt, dass es in diesem Jahr ein schärferes Sicherheitskonzept geben soll. "Es ist klar, dass die Sicherheitslage eine andere ist als im vergangenen Jahr - überall", sagte Emmerich. "Das gilt für Kulturveranstaltungen genau wie für Sportereignisse. Die Bayreuther Festspiele sind auch aufgrund des internationalen Publikums ein herausragendes Ereignis." Sicherheitsschleusen und ähnliche Vorkehrungen seien nach Angaben der Festspiele aber nicht geplant. Lediglich der Bühnenbereich wurde bereits rund einen Monat vor dem Auftakt weiträumig mit einem Zaun abgesperrt: nur wer einen speziellen Ausweis hat, darf das Haus betreten. Journalisten müssen sich nun schon vorher offiziell anmelden, wenn sie beim Festspielauftakt vom roten Teppich berichten wollen.

Eröffnungspremiere 2016 ohne Angela Merkel

Die Festspiele werden am 25. Juli mit Richard Wagners "Parsifal" in einer Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg eröffnet. Seine Interpretation soll einen "religionskritischen Ansatz" verfolgen. Im April waren Spekulationen laut geworden, dass die schärferen Sicherheitsvorkehrungen heuer damit zu tun hätten. Stadt und Festspiel-Verantwortliche dementierten den Zusammenhang jedoch. Festspiel-Sprecher Emmerich betonte im Gespräch mit dem BR explizit, dass eine Verknüpfung zu einer möglichen Islamkritik in der Parsifal-Neuinszenierung falsch sei. Zur Festspiel-Eröffnung wird traditionell vor allem politische Prominenz erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist eigentlich Stammgast auf dem Grünen Hügel. Heuer hat sie für die Eröffnung allerdings aus Termingründen abgesagt, will den Grünen Hügel aber zu einem späteren Zeitpunkt besuchen.

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