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"Musik der Welt" - Folkmusik aus Finnland und Estland Tanzlieder, Loops und Schamanengesänge

Am Samstag und Sonntag steht "Musik der Welt" ganz im Zeichen von nordischen Klängen. Neben der estnischen Sängerin und Geigerin Maarja Nuut am Sonntag ist einen Tag zuvor die finnische Weltklasse-Akkordeonistin Maria Kalaniemi zusammen mit dem Pianisten Timo Alakotila zu erleben. Beide Konzertaufnahmen stammen von Mitschnitten des 36. Euroradio Folk-Festival 2015 in Krakau.

Maarja Nuut, Geigerin und Sängerin aus Estland | Bildquelle: © Kaupo Kikkas

Bildquelle: © Kaupo Kikkas

Die Sängerin und Geigerin Maarja Nuut

Die Stimme der jungen Estin klingt mal zärtlich, dann wieder metallisch hart. Mal lockt sie mit Melodien aus einer versunkenen ländlichen Welt, dann mit Repetitionen auf ihrer Geige, die einen unwiderstehlichen Sog entfalten. Auch mit minimalistischer Live-Elektronik und Loops experimentiert die Geigerin.

Alte Lieder aus Estland mit neuem Leben erfüllt

Maarja Nuut, Geigerin und Sängerin aus Estland | Bildquelle: © Kaupo Kikkas Bildquelle: © Kaupo Kikkas

Es sind alte Lieder aus den Dörfern ihrer Heimat Estland, die Maarja Nuut behutsam mit neuem Leben erfüllt. Mit einem immer spürbaren großen Respekt vor der uralten Tradition des Geschichtenerzählens, die sie um ihre eigenen Geschichten und eine ungewöhnliche spartanische Instrumentation noch bereichert. "Wenn ich Musik mache, stelle ich mir immer ein großes, fremdes Haus vor, durch das ich gehe, so Maarja Nuut. Hier ein Raum voller Nippes, dort eine Halle mit hoher Decke. Ich urteile nicht, ich beobachte nur. Und wenn ich das Haus verlasse, halte ich eine neue Geschichte in Händen.“

Mit kristallklarem Gesang, der teils an die Schamanengesänge der Samen Nordfinnlands erinnert, mit Tanzmelodien und ihren mysteriösen Loops ließ die Estin bei ihrem Krakauer Konzert in den Köpfen der Zuhörer Bilder, Geschichten und Mythen wachsen.

"Musik der Welt" mit Maarja Nuut

Sonntag, 24. Juli um 23.05 Uhr auf BR-KLASSIK.

Kontzertmitschnitt vom 36. Euroradio Folk Festival Krakau am 9. Juli 2015

Maria Kalaniemi & Timo Alakotila

Ihre Hände fliegen über die Tasten, ihre instrumentale Virtuosität verbindet sich dabei mit einer großen musikalischen Ausdruckskraft, angesiedelt zwischen rasanten Tanzliedern und melancholischen Beiträgen. Seit ihrem achten Lebensjahr spielt Maria Kalaniemi, geboren 1964, Akkordeon, genauer: das fünfreihige Knopfakkordeon. Dabei sind für die finnische Akkordeonmeisterin die Folk-Traditionen ihres Landes eine wichtige Quelle der Inspiration. Back to the roots - Traditionelle Folklore heißt ihre Spielwiese, in der sie gleichwohl Folk, Jazz und bisweilen klassische Kammermusik miteinander verschmilzt.

Von der Klassik zum Folk

Maria Kalaniemi erhielt eine profunde klassische Ausbildung, fühlte sich aber bald mehr zum Folk hingezogen: 1983 schrieb sie sich an der ehrwürdigen Sibelius-Akademie in Helsinki ein und gehörte zu den ersten Studentinnen des neuen Fachbereichs Volksmusik. Inzwischen ist sie dort seit vielen Jahren selbst Dozentin. Neben der Volksmusik ihrer Heimat widmet Maria Kalaniemi auch dem Tango, irischer Volksmusik, Csardas und anderen tradierten Musikformen. Beim Euroradio Folk Festival Krakau war Maria Kalaniemi zusammen mit ihrem langjährigen Duo-Partner, dem finnischen Pianisten, Dirigenten und Arrangeur Timo Alakotila zu erleben. Auch Alakotila besticht mit einer großen stilistischen Bandbreite von finnischer Folklore über Jazz bis zum Tango.

"Musik der Welt" mit Maria Kalaniemi & Timo Alakotila

Samstag, 23. Juli um 23.05 Uhr auf BR-KLASSIK.

Konzertmitschnitt vom 36. Euroradio Folk Festival Krakau am 10. Juli 2015

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