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Bayerische Basstage 2016 Wo der Bass gefeiert wird

Die "tiefen Geiger" haben es nicht leicht - und werden oft an den Rand des musikalischen Geschehens gedrängt, vor allem im Orchester. Die Bayerischen Basstage in Mühldorf am Inn rücken die Bassisten ganz und gar in den Mittelpunkt - drei Tage lang und mit internationaler Unterstützung.

Bassist Claus Freudenstein | Bildquelle: Toby Seifinger

Bildquelle: Toby Seifinger

Der dreitägige Stundenplan ist rappelvoll - von vormittags bis in den späten Nachmittag: Meisterkurse, Workshops, Einsteigerklassen plus zwei Konzerte am Abend. Die dritten Bayerischen Basstage in Mühldorf, die vom 29. bis 31. Oktober in der Städtischen Musikschule und im Kulturzentrum Haberkasten stattfinden, haben sich einiges vorgenommen.

Pionierarbeit für den Kontrabass-Nachwuchs

Claus Freudenstein hat Kontrabass und E-Bass studiert, er hat das Kontrabassquartett "The Bassmonsters" gegründet und auch schon mit der Band "Deep Purple" gespielt. Außerdem gibt er seit 15 Jahren an der Städtischen Musikschule in Mühldorf Unterricht - und gilt auf dem Gebiet der Kontrabass-Pädagogik als Pionier. An Bayerns Musikschulen probieren sich nur vier Prozent aller Nachwuchsstreicher im Fach Kontrabass, viele davon lernen sogar erst einmal am Cello das "Bassgeigen", weil die regulären Instrumente einfach zu groß sind. Das brachte Claus Freudenstein vor gut 20 Jahren auf eine Idee:
Nach dem Besuch vieler Messen und unzähligen Gesprächen mit Geigenbauern fiel ihm auf, dass der E-Bass für einen klassischen Bassspieler zwar die passende Mensur, nur leider keinen Stachel und den falschen Korpus hat. Freudenstein modifizierte das Instrument mit einem passenden Griffbrett und vor allem, einem kindgerechten, knallbunten Körper: die Geburt des "Freudenstein-Minibass".

Bereits zum dritten Mal versammelt Claus Freudenstein dieses Jahr in Mühldorf am Inn die Bassszene: Künstler aus der ganzen Welt geben Konzerte, erfahrene Dozenten unterrichten - von Klassik bis Jazz. Mitmachen können alle, die den Bass lieben: vom Profi bis zum Einsteiger. Zu den eingeladenen Musikern gehören u.a.: Philipp Stubenrauch (Solo-Kontrabassist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Enrico Fagone (Professor an der Musikhochschule Lugano) und der hoch kreative Kölner Jazz-Bassist Robert Landfermann.

Programm-Tipp

BR-KLASSIK präsentiert die Bayerischen Basstage 2016 - und berichtet ausführlich am 31. Dezember von 14.05 bis 15.00 Uhr.
Außerdem wird das Konzert des Robert-Landfermann-Trios in einer Jazztime gesendet, der Ausstrahlungstermin wird noch bekanntgegeben.

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