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ARD-Olympia-Kommentator Daniel Weiss "Eiskunstlauf ohne Musik wäre wie Skifahren ohne Schnee"

In den 90er-Jahren war er Deutscher Meister im Eiskunstlauf. Jetzt kommentiert er seinen Sport für die ARD bei den Olympischen Spielen. BR-KLASSIK hat Daniel Weiss seine liebsten Eiskunstlauf-Musiken verraten.

Daniel Weiss, Sportkommentator und ehemaliger Eiskunstläufer | Bildquelle: Daniel Weiss / hr-sport

Bildquelle: Daniel Weiss / hr-sport

Der Tag, an dem Daniel Weiß 1990 zum ersten Mal Deutscher Meister wurde, ist ihm noch bestens im Gedächtnis, erzählt er im BR-KLASSIK-Gespräch. "Ich kann es direkt in meinen Fingern noch spüren, auch das Kribbeln und die Nervosität." Seine Gewinner-Musik an diesem Tag war der Swing-Klassiker: Sing, sing, sing, eine Komposition von Louis Prima aus dem Jahr 1936, die vor allem in der Coverversion von Benny Goodman berühmt wurde.

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Siegerkür Deutsche Meisterschaft 1990 | Bildquelle: Simone Glasius (via YouTube)

Siegerkür Deutsche Meisterschaft 1990

Eine berühmte Kollegin von Daniel Weiss ist in den Anfängen seiner aktiven Eislaufzeit der DDR-Star Katharina Witt. Sie feierte ihren legendären Sieg bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary mit Bizets "Carmen".

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1988 OG FP - Katarina Witt (GDR) | Bildquelle: LadyTurandot (via YouTube)

1988 OG FP - Katarina Witt (GDR)

Erst 2012 wurde entschieden, dass beim Eistanzen im Einzel auch Gesang erlaubt ist. "Das war auch gut", meint Daniel Weiss, "denn dadurch hat man den Sport in die Moderne geführt." Für ihn ist dafür dann das beste Beispiel das französische Paar James und Morgan Ciprès, die 2017 eine Musik aus Heavy Metal und Hard Rock gewählt haben: The Sound of Silence von Disturbed.

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Vanessa James and Morgan Cipres Skate to "The Sound of Silence" (No Audience Noise) | Bildquelle: Matthew Grenier (via YouTube)

Vanessa James and Morgan Cipres Skate to "The Sound of Silence" (No Audience Noise)

Was muss gute Eiskunstlauf-Musik haben, damit sie funktioniert? Daniel Weiss meint: "Der Sportler muss die Musik mögen. Das ist das A und O. Und er muss sie hören und sofort fühlen." Einen echten Klassiker aufs Eis gebracht haben bei der Weltmeisterschaft 1984 zwei Briten: Torvill und Dean, die zu Ravels Bolero gelaufen sind.

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TORVILL & DEAN - BOLERO - 1984 WORLD CHAMPIONSHIPS (inc Medals & Anthem) | Bildquelle: Spader Holic (via YouTube)

TORVILL & DEAN - BOLERO - 1984 WORLD CHAMPIONSHIPS (inc Medals & Anthem)

"Eiskunstlauf ohne Musik wäre wie Skifahren ohne Schnee". Die Musik, so Daniel Weiss weiter, dürfe deswegen nicht beliebig sein. Sie kann aber auch gemixt werden – wenn es funktioniert. Wie bei Ekaterina Gordeeva und Sergei Grinko, die 1994 zu einem Zusammenschnitt aus Patétique und Mondscheinsonate aufs Treppchen tanzten.

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Gordeeva & Grinkov (RUS) - 1994 Lillehammer, Figure Skating, Pairs' Free Skate | Bildquelle: 3Axel1996 (via YouTube)

Gordeeva & Grinkov (RUS) - 1994 Lillehammer, Figure Skating, Pairs' Free Skate

Daniel Weiss ist mit vielen Eiskunstläufern befreundet. Einem Paar steht er besonders nahe: Aljona Savchenko and Bruno Massot, den deutsch-französischen Olympiasiegern 2018. "Ihr einer Jahrhundert-Kür-Lauf wird unvergessen bleiben", sagt er. Und das wäre ohne die Musik nicht möglich. Sie stammt von Armand Amar: La terre vue du ciel.

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Aljona Savchenko and Bruno Massot (GER) - Gold Medal | Pairs Free Skating | PyeongChang 2018 | Bildquelle: Olympics (via YouTube)

Aljona Savchenko and Bruno Massot (GER) - Gold Medal | Pairs Free Skating | PyeongChang 2018

Sendung: "Meine Musik" am 5. Februar 2022 ab 11:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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