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Happy Birthday Barbra Streisand Unverwechselbare Allround-Künstlerin

Ihre Mutter sagte ihr einmal, sie sei für eine Bühnenkarriere nicht hübsch genug. Doch Barbra Streisand wusste es besser und bewies es auch allen: Mit etlichen erfolgreichen Platten, einer Oscar-gekrönten Hollywoodkarriere - und mit Charakter. Am 24. April feiert sie ihren 77. Geburtstag.

Barbra Streisand | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Das Porträt zum Anhören

Sie ist eine Kämpferin, die dem prüden Amerika der frühen 1960er Jahre zeigte, was Frauenpower, was Emanzipation ist. Statt sich den damals angesagten Schablonen der wasserstoffgebleichten Püppchenfrauen à la Marilyn Monroe zu unterwerfen, kreierte sie selbstbewusst ihren unverwechselbaren individuellen Stil: dunkles Haar, Silberblick und eine viel zu große Nase. Keine Chance für das gleichmachende Schönheitsdiktat!

Mit Mut, Disziplin und großer Stimme

Wozu auch? Denn was die Streisand von Beginn an auszeichnet, schlägt alle: ihr Mut, ihre unbeugsame Disziplin und seit frühester Kindheit die glasklare Vorstellung, einmal ein Superstar zu werden. Ihre große Stimme ist da ein wunderbares Fundament: von immenser Energie und durchschlagender Kraft - aber auch von samtenem Schmelz, der sich zu einem Hauch ins Nichts verflüchtigen kann. Ihr Atem: scheinbar grenzenlos.

Von wegen nicht hübsch genug

In die Wiege gelegt war dieser letzten großen American-Songbook-Diva, der Königin der Musikindustrie, des Broadway und Hollywoods das alles nicht. Von ihrer Mutter, die ihre eigene mögliche Sängerinnen-Karriere dem Überlebenskampf als junge Witwe und Mutter opfern musste, erhielt sie keine Unterstützung. Ganz im Gegenteil: Sie sei für die Bühne nicht hübsch genug, kränkte sie ihre Tochter und unterschätzte dabei den unbeugsamen Trotz, den sie damit erzeugte. Barbra, die flugs das zweite "a" ihres Vornamens Barbara strich, legte nun erst recht die Power des "Ich zeig’s Euch allen!" an den Tag.

Durchbruch mit "Funny Girl"

Barbra Streisand mit Omar Sharif in "Funny Girl" 1968, Regie: William Wyler. | Bildquelle: picture-alliance/dpa Barbra Streisand mit Omar Sharif in "Funny Girl" | Bildquelle: picture-alliance/dpa Im Nullkommanichts eroberte sie von ihren ersten Anfängen in angesagten New Yorker Nachtclubs zuerst Amerika und dann die ganze Welt. 1964 gelang ihr mit dem Musical "Funny Girl" und dem Evergreen "I'm the Greatest Star" der Durchbruch. Die Streisand - ein schauspielernder und singender Wirbelwind mit einer gehörigen Portion unschlagbarer Komik! Mit der Verfilmung von "Funny Girl" im Jahr 1968 begann ein nicht enden wollender Regen von Oscars und höchst dotierten Auszeichnungen, die sie im Laufe ihrer beispiellosen Karriere erhielt. Die Bilanz: mehr als 60 Alben, 20 Filme als Schauspielerin, drei Spielfilme als Regisseurin und unzählige, frenetisch gefeierte Shows in der ganzen Welt.

Als Star der Gesellschaft verpflichtet

Sie ist, was sie ist. Dieses instinktive Urvertrauen in ihre eigenen Kräfte und ihr unbändiger und unbeugsamer Wille zur Perfektion und Vollkommenheit hat sie zu jenem weiblichen Megastar gemacht, der sie seit Jahrzehnten ist. Bis heute sieht sie ihre Karriere auch als gesellschaftliche Verpflichtung, der sie sich im unermüdlichen Einsatz für die Rechte von Frauen und Homosexuellen stellt und ganz aktuell gegen Präsident Trump. Sie mache sich große Sorgen um ihr Land, schrieb sie in einem Gastbeitrag in der "Huffington Post" anlässlich der Vereidigung des Präsidenten und twitterte mit hintersinnigem Wortwitz: "Wegen Donald Trump nehme ich an Gewicht zu. Ich starte mit etwas Flüssigem in den Tag, aber nach den Morgennachrichten esse ich Pfannkuchen, die in Ahornsirup ertrinken."

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