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Dirigentin Joana Mallwitz So klingt ihre Lieblingsmusik

Seit September ist Joana Mallwitz Generalmusikdirektorin am Staatstheater Nürnberg. In der Sendung "Meine Musik" spricht die aufstrebende 32-jährigen Dirigentin mit Ursula Adamski-Störmer über ihren Weg, ihre Ziele, und natürlich über ihre Lieblingsmusik – und die reicht von Beethoven über Puccini bis zu Nina Simone.

Dirigentin Joana Mallwitz | Bildquelle: © Nikolaj Lund

Bildquelle: © Nikolaj Lund

Playlist #1: Schubert – Die "Unvollendete"

"Die Unvollendete ist eines der ersten symphonischen Werke, die ich bewusst kennengelernt habe. Zwar habe ich mein ganzes Leben lang, auch als ich noch ganz klein war, Klavier und Geige gespielt und bin auf diese Weise in die musikalische Welt heineingewachsen. Aber als ich 13 Jahre alt war, habe ich in Hannover im Rahmen eines Frühstudiengangs mit meinen Mitstudenten diese Partitur analysiert. Und das hat mich gepackt. Ab diesem Moment wusste ich: Ich muss mein Leben mit dieser Musik verbringen. Ich habe noch nie eine Aufnahme dieses Werks gehört, die derart kompromisslos mit dem Tempo umgeht wie die historische mit Erich Kleiber und den Berlinern."

Der Dirigent Erich Kleiber | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Franz Schubert

Symphonie h-Moll "Unvollendete" - 1. Satz

Playlist #2: Puccini – "Un bel di vedremo" Arie der Butterfly, 2. Akt

"Ich habe die 'Madama Butterfly' bereits an verschiedenen Orten dirigiert. Das Stück bedeutet mir persönlich viel. Und ich habe die Callas gewählt, weil sie für mich wie niemand sonst verkörpert, was diese Oper ausmacht: diese Unbedingtheit, das vollkommene Sich-Hingeben. Sie trifft die Zuhörer ins Herz."

Maria Callas | Bildquelle: picture alliance / AP Images

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Giacomo Puccini

"Un bel di vedremo" Arie der Butterfly, 2. Akt

Playlist #3: Beethoven – "Neue Liebe, neues Leben"

"Den Tenor Simon Bode, der dieses Lied hier singt, kenne ich ganz gut; ich bin mit ihm verheiratet. (lacht) Auch Igor Levit kenne ich seit Kindertagen und bin mit ihm befreundet. Liedgesang ist vielleicht das Direkteste und Unmittelbarste, was es in der Musik überhaupt gibt."

Simon Bode | Bildquelle: Barbara Aumueller

Bildquelle: Barbara Aumueller

Ludwig van Beethoven

"Neue Liebe, neues Leben" op. 75 Nr. 2

Playlist #4: Nina Simone – "Ain't Got No, I Got Life"

"Nina Simone war eine große Persönlichkeit. Das, worum es in der Musik geht, worüber wir auch gerade bei der Callas gesprochen haben: diese Unbedingtheit – das hat nichts mit dem Genre zu tun. Die Art, wie man eine Performance präsentiert, dass man sein Publikum mit auf eine Reise nimmt – dieses Talent haben nicht alle Musiker. Doch Nina Simone zeichnet gerade dies besonders aus."

Nina Simone am Flügel | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Nina Simone

"Ain't Got No, I Got Life"

Playlist #5: Beethoven – Symphonie Nr. 7, Finale

"Was Carlos Kleiber konnte, das war einfach jenseits von gut und böse; das wird Ihnen jeder Dirigent bestätigen. Dies ist eine der wenigen Aufnahmen, die es von ihm gibt. Für den vierten Satz habe ich mich entschieden, weil er so herrlich verrückt ist und übersprudelt. Unser erstes Expedidions-Konzert haben wir – ein bisschen mit Augenzwinkern – 'Der betrunkene Beethoven' genannt, und diesen Taumel, dieses Trunken-Sein, das hört man in dieser Musik."

Carlos Kleiber | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Ludwig van Beethoven

Symphonie Nr. 7 A-Dur, op. 92 - Finale

Playlist #6: Prokofjew - "Krieg und Frieden"

"Am 30. September habe ich in Nürnberg meine erste Opernpremiere: Prokofjews 'Krieg und Frieden'. Diese Oper vereint viele Gegensätze in sich; man sieht, wie konträr Prokofjew komponieren konnte. Das klingt eigentlich wie Musik von mindestens drei verschiedenen Komponisten. Das muss man in all seiner Gegensätzlichkeit und auch Schrillheit darstellen können."

Sergej Prokofjew | Bildquelle: Wikimedia Commons

Bildquelle: Wikimedia Commons

Sergej Prokofjew

Ausschnitt aus der Oper "Krieg und Frieden"

Sendung: "Meine Musik" am 15. September 2018 ab 11.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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