BR-KLASSIK

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Musik zur Hitzewelle Kühle Klänge für heiße Tage

Der Sommer – hmmmm?! "Ob es wohl Musik gibt, die abkühlend wirken kann?", fragt mich meine Kollegin. Mir klebt das Shirt am Körper – die Klimaanlage hat längst ihren Job quittiert. In diesem Büro hat es locker über dreißig Grad. Jetzt meine Füße von einem Steg baumeln lassen... Meine Gedanken driften ab. Wo kommt denn plötzlich diese Melodie her?

Junge Frau hat die Augen geschlossen schwimmt durch den See - rundherum Berge und Noten fliegen durch das Bild. | Bildquelle: Unsplash / Montage BR

Bildquelle: Unsplash / Montage BR

Ich reibe mir die verquollenen Augen und merke, wie die Luft in meinem Zimmer steht, strecke meine Hand nach einer Wasserflasche aus und drehe das Radio auf: Händels "Wassermusik". Ja! Wasser!

Wassermusik

Georg Friedrich Händel

Die beschwingte Musik Händels lässt mich einigermaßen aktiv werden und ich beginne, Frühstück zu machen. Kaum komme ich innerlich zur Ruhe, höre ich, dass sich meine Tochter im Wohnzimmer ans Klavier gesetzt hat. Debussy? – Ja! Sie erzählt, dass Debussy hier von Reflektionen auf dem Wasser inspiriert wurde. Sie malt mir ein Bild mit dem Klavier. "Du bist echt gut geworden!", sage ich nach einer Weile und sehe wie sie mich anstrahlt. "Danke." – "Gehen wir heute baden?" – "Au ja!"

Reflets dans l'eau

Claude Debussy

"Weißt du, hier in der Nähe gibt es einen schönen Bergsee", erzähle ich meiner Tochter, "von dem es die Sage gibt, dass dort einmal eine wunderschöne Nymphe lebte, die aber sehr, sehr traurig war, weil sie ihre große Liebe verloren hatte." – "Das ist aber eine traurige Geschichte – aber lass uns trotzdem dahin fahren!“

"Lamento della Ninfa"

Claudio Monteverdi

Wir packen alle nötigen Sachen zusammen und radeln los. Durch die Natur, an kleinen Bachläufen vorbei, bis wir das Fahrrad absetzen und den Rest zu Fuß gehen. Die Landschaft erinnert mich an Tschechien und ich denke an die Moldau. Im Schatten der Bäume ist es schon gar nicht mehr so heiß.

Die Moldau

Friedrich Smetana

Am See angekommen legen wir alle Sachen ab und laufen aufs Wasser zu. Wir wollen reinspringen, doch wir werden blockiert. Ein riesiger, fetter, weißer Schwan stellt sich uns in den Weg und ist ganz aufgeregt. Da redet meine Tochter mit sanften, warmen Worten auf ihn ein, bis er ganz ruhig wird, seinen Kopf an seine Federn schmiegt und uns endlich vorbei lässt. Ab ins kühle Nass!

Der Schwan

Camille Saint-Saëns

Platsch! Ich wende den Blick meiner Tochter zu. Schwubs ist sie im Wasser verschwunden. Ich mache mir kurz Sorgen, doch dann winkt mir drei Meter weiter eine kleine Nixe zu. Ich muss lachen, schwimme zu ihr und wir spritzen uns erstmal gegenseitig nass. Nixen unter sich.

Unter dem Meer

Soundtrack aus "Arielle, die Meerjungfrau"

Wir verbringen viele Stunden so, bis wir irgendwann sehr müde werden und nach Hause fahren. Die Sonne geht langsam unter und der Mond zeigt sich. Auf unserer Terrasse kuscheln wir uns noch in eine Decke. Da fallen der kleinen Nixe die Augen zu und auch ich komme langsam zur Ruhe und schaue in die Nacht.

Rusalka

Antonín Dvořák

Huhu, Nicola!

Ups, ich bin wohl kurz weggedriftet in meinen musikalischen Tagtraum. Ein Lüftchen weht durch das Büro und auch der Feierabend liegt in greifbarer Nähe. Ob ich wohl später zum Abkühlen noch in ein Konzert gehe?

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