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Felix Mendelssohn Bartholdy Violinkonzert e-Moll

"Es soll ein Konzert sein, dass sich die Engel im Himmel freuen" - nicht gerade eine Kleinigkeit, die sich Felix Mendelssohn-Bartholdy abverlangte mit dem Violinkonzert e-Moll. Die Uraufführung am 13. März 1845 gereichte dem Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy und dem Solisten Ferdinand David zu großer Ehre. Binnen kürzester Zeit eroberte das Werk die Konzertsäle.

Felix Mendelssohn Bartholdy | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Das Violinkonzert imponierte bei seiner Uraufführung durch Neuerungen im Aufbau. So setzte Mendelssohn die Kadenz nicht etwa an den Schluß des 1. Satzes, wie das seine Komponisten-Kollegen zu tun pflegten, sondern bereits knapp hinter die Mitte. Das Konzert bezirzt bis heute durch elfenhafte Klänge, die Mendelssohn seiner König Oberon-Welt entlieh, durch feurige Violinsoli und aufbrausende Tutti.

Komposition einer Künstler - "Triade"

Das Konzert wird geliebt, nicht zuletzt wegen der reichhaltig vorhandenen Melodien, die sogar zum Nachpfeifen verleiten. Allerdings hat sich Mendelssohn das Konzert nicht aus dem Ärmel geschüttelt. Mit großer Sorgfalt und ohne Eile arbeitete er daran. Er brauchte gut 6 Jahre, bis er das Konzert fertig gestellt hatte.

Außerdem verbrachte die Partitur mehr Zeit in der Postkutsche als auf Mendelssohns Schreibtisch. Sie pendelte nämlich zwischen dem Komponisten, dem Geiger David und dem designierten Dirigenten der Uraufführung hin und her. Die Männer bildeten so eine Art "Triade", denn Mendelssohn erbat sich Ratschläge vom Dirigenten Nils Gade, der immerhin neben seiner Dirigententätigkeit auch den Status eines angesehenen Komponisten genoss. Und Mendelssohn lockte aus dem Geiger Ferdinand David sämtliche Wünsche heraus, um ihm das Werk so passend wie nur möglich auf die Finger und ins Herz zu komponieren.

Vollendung im Kurort am Taunus

Schließlich zog sich Mendelssohn mit den oftmals diskutierten Skizzen nach Bad Soden zurück, einen kleinen, zauberhaften Kurort am Taunus. Das Städtchen etablierte sich im 19. Jahrhundert zu einem Künstler-und Literatentreff: So schöpften außer Mendelssohn auch Turgenjew, Tschaikovskij oder Tolstoj in Bad Soden neue Lebensgeister am so genannten "Milchbrunnen", der Sodener Heilquelle. Der erquickte Mendelssohn konnte also am Fuße des Taunus einen der Meilensteine der Violinliteratur zu Ende schreiben, sein Violinkonzert in e-Moll op. 64.

Musik-Info

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Konzert für Violine und Orchester e-Moll, op. 64

Gil Shaham, Violine
Philharmonia Orchestra
Leitung:Giuseppe Sinopoli
Label: Deutsche Grammophon

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