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Wolfgang Amadeus Mozart "Haydn-Quartett" KV 387

Die sogenannten "Haydn-Quartette" stammen nicht etwa von Haydn, sondern von Mozart, der sie seinem väterlichen Freund widmete. Sie verkörpern den Aufbruch zu neuen Ufern.

Porträt Wolfgang Amadeus Mozart | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Das starke Stück

Mozart - "Haydn-Quartett" KV 387

Der Entschluss, den Dienst am Salzburger Hof zu quittieren, war der Wendepunkt in Mozarts Leben. Wer das G-Dur-Quartett, das in den ersten Wiener Jahren entstanden ist, verstehen will, muss sich zuallererst den Mut klar machen, den Mozarts neues Leben erforderte: Gegen den Willen des Fürsten und des Vaters fortgehen, heiraten, sich als freier Künstler auf dem freien Markt positionieren. Und das auch noch mit Werken, die so kompromisslos waren, dass aus Italien die Erstdrucke zurückgeschickt wurden - da seien ja lauter Druckfehler drin! Es waren keine - es waren nur buchstäblich unerhörte Klänge.

Widmungsträger Joseph Haydn

Dass Mozart seine Quartette einem Kollegen widmet und nicht etwa irgendeinem adeligen Sponsor, ist symptomatisch. Mozart schreibt hier für Kenner. Und die angesehensten Komponisten der Zeit sind es, die diese Musik zum ersten Mal spielen. An der ersten Geige sitzt Haydn, an der Zweiten Dittersdorf, Mozart selbst spielt die Bratsche und Vanhal das Cello.

Bei einer dieser Quartettgesellschaften ist auch Mozarts Vater Leopold anwesend. Haydn geht auf ihn zu und meint: "Ich sage Ihnen vor Gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und den Nahmen nach kenne; er hat Geschmack und über das die größte Compositionswissenschaft."

Musik-Info

Wolfgang Amadeus Mozart - Quartett für zwei Violinen, Viola und Violoncello G-Dur, KV 387, "Haydn-Quartett" Nr. 1

Quatuor Mosaiques
Label: Astree

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