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Neues Opernhörspiel für Kinder Schaf Elvis und der Fliegende Holländer

Die Sage um ein Geisterschiff und seinen Kapitän fand Richard Wagner so spannend, dass er gleich eine ganze Oper daraus gemacht hat. In der ersten Folge eines neuen Opernführers für Kinder besteht Schaf Elvis, Co-Moderator aus der Kindersendung Do Re Mikro, an Deck des "Fliegenden Holländers" ein aufregendes Abenteuer.

Hörspiel "Der fliegende Holländer" | Bildquelle: © Illustration Teresa Habild

Bildquelle: © Illustration Teresa Habild

Reinhören ins neue Opernhörspiel für Kinder

"Elvis und der Fliegende Holländer"

Schauplatz des neuen Opernführers ist der Grüne Hügel. Bei Wagnerfans fällt sofort der Groschen, und eine gewisse Ehrfurcht macht sich breit: Festspielhaus Bayreuth, Wagners Olymp, mystische Stimmung. Wer jemals dort gewesen ist, der erinnert sich vielleicht auch an drohende Bandscheibenprobleme und eine gewisse Kuschelatmosphäre: Wagners Opern sind lang, kompliziert, und so sitzt man über Stunden eingepfercht in diesem Opernhaus. Ein Schaf hingegen assoziiert mit einem grünen Hügel das große Fressen: Grün bedeutet Gras in Hülle und Fülle, und das bedeutet wiederum: satt. Dass oben auf dem Hügel noch dieser Holzschuppen thront, quasi das ganze Jahr leer bis auf ein paar Wochen im Sommer, scheint "Wotans Fügung" zu sein: Weil der sich perfekt als Stall eignet.

Schaf Elvis landet an Bord des Geisterschiffes

Hörspiel "Der fliegende Holländer" | Bildquelle: © Illustration Teresa Habild / BR / Deutsche Grammophon Bildquelle: © Illustration Teresa Habild / BR / Deutsche Grammophon Schaf Elvis, Maskottchen und Co-Moderator der Kindersendung Do Re Mikro auf BR-KLASSIK, inspiziert also den rustikalen Bau mit ein paar plüschigen Kollegen. Und alles scheint wie geschaffen für einen Unterschlupf, wenn da nicht diese Pfütze auf der Bühne wäre. Mit der Schnodderschnauze voran inspiziert Elvis die Ursache. Ehe er zwei Mal Mäh sagen kann, schlittert er in ein Abenteuer, bei dem ihm gründlich der Pelz gewaschen wird. Elvis wird an Bord eines Segelschiffes gespült. Der Kapitän hat sich einstmals mit dem Teufel eingelassen und segelt nun als fliegender Holländer über die Meere. Seine Mannschaft: eine Horde ungehobelter Geister. Elvis aber lässt sich nicht einschüchtern, auch nicht von der einäugigen Piratenkatze. Und die achtet peinlich genau darauf, dass Elvis bei seinen Logbucheinträgen nicht schwindelt. Aus dem Mythos um den fliegenden Holländer macht sich Schaf Elvis überhaupt nichts. Und auch Daland, der norwegische Seemann ist alles andere als sympathisch. Immerhin verkuppelt (und verhökert) der letztlich seine Tochter Senta an den steinreichen Holländer.

Elvis' Blick auf die altbekannte Geschichte ist nicht verklärend, sondern stocknüchtern, auch wenn ihm der Seegang ganz schön zusetzt. Michael Tregor, der auch in der Kindersendung Do Re Mikro schon seit Jahren als Elvis das Musikgeschehen kommentiert, verleiht mit seiner liebevoll-naiv-rotzigen Stimme dem Schaf den Blick des weisen Dümmlings. Ganz im Sinne Parsifals, könnte der Wagnerianer hinzufügen. Und das tut der mit Mythen überladenen Handlung sehr gut. Denn auf diese Weise steht in der Holländergeschichte mal nicht Wagners Steckenpferd um die Erlösung durch wahrhaftige Liebe im Vordergrund, die wurde ja auch schon zur Genüge durchgekaut. Und am Ende kapiert man sowieso nicht, wieso Senta sich vom Felsen stürzt.

Eine Oper mit Action

Autorin Katharina Neuschaefer fokussiert in ihrer Geschichte einen mindestens ebenso wichtigen Aspekt: Wagners Holländer ist auch ein actionreiches Abenteuer. Als Zuhörer gerät man bei den geräuschvollen, stürmischen Szenen auf hoher See ganz schön ins Wanken. Fast so wie einstmals Wagner, als ihm während eines fürchterlichen Unwetters auf der Ostsee die Idee für den fliegenden Holländer kam. Da hat er sicher nicht an die wahre Liebe gedacht…

Elvis und der Fliegende Holländer

"Elvis und der fliegende Holländer" ist die erste Folge eines neuen Opernführers für Kinder, der in Koproduktion zwischen BR-KLASSIK und der Deutschen Grammophon Gesellschaft (DGG) entsteht.
Die musikalischen Interpretationen der wichtigsten Musikstücke der Oper stammen aus bekannten DG-Aufnahmen mit der Deutschen Oper Berlin unter Leitung von Giuseppe Sinopoli - und Solisten wie z.B. Bernd Weikl, Cheryl Studer und Plácido Domingo.

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