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Zum 95. Geburtstag von Maria Callas Königin der Extreme

Am 2. Dezember wäre Maria Callas 95 Jahre alt geworden. Die Operndiva starb 1977 im Alter von nur 53 Jahren. Damals schien die Opernwelt sie bereits vergessen zu haben. Projekte wie das geplante Callas-Museum scheiterten – und so wurden ihre Besitztümer einfach versteigert. Heute hat sich das Leben der Sängerin längst zum Mythos verklärt. Fans, die sie noch live erleben durften, sprechen von einer geradezu magnetischen Wirkung, die von der Callas ausging. Sängerinnen auf der ganzen Welt müssen sich bis heute mit ihr vergleichen lassen.

Maria Callas in "La Traviata" | Bildquelle: Wikipedia

Bildquelle: Wikipedia

Die Karriere von Maria Callas dauerte nur 13 Jahre. Der renommierte Dirigent Tullio Serafin hatte die 23-jährige Callas in New York bei einem Vorsingen gehört und sie vom Fleck weg für die Oper "La Gioconda" von Amilcare Ponchielli in Verona engagiert – ihr Durchbruch.
Italien blieb auch in den folgenden Jahren ein wichtiges Land für ihre Karriere. Dort lernte sie nicht nur den älteren Industriellen Giovanni Battista Meneghini kennen, der ihr Agent und Manager und drei Jahre später auch ihr Ehemann wurde. Außerdem wurde sie in Italien auch über Nacht zum Star: 1949 sprang sie in Venedig für eine erkrankte Kollegin ein. In nur sechs Tagen lernte sie damals die Hauptrolle der Elvira in Bellinis Oper "I Puritani".
Mit diesem Rollendebüt hatte die Callas sich den Weg in ihr Stimmfach geebnet: den Belcanto. Weitere wichtige Rollendebüts folgten in Werken von Bellini, Donizetti und Verdi und schließlich gab sie 1951 ihr Hausdebüt an der Mailänder Scala mit Verdis "I vespri siciliani". Die Scala wurde in den 50er Jahren ihr künstlerisches Zuhause.

Vom häßlichen Entlein zum schönen Schwan

Maria Callas mit ihrem Mann Giovanni Battista Meneghini ca. 1950. | Bildquelle: © picture alliance / Heritage Images Maria Callas mit ihrem Mann Giovanni Battista Meneghini ca. 1950. | Bildquelle: © picture alliance / Heritage Images In dieser Zeit vollzog sich auch ihr optischer Wandel: Aus dem unscheinbaren, übergewichtigen Mädchen, das sich privat hinter dicken Brillengläsern versteckte, wurde eine schlanke, stilsichere, elegante Frau. Sie betörte sogar den Theater- und Filmregisseur Luchino Visconti, der später bekannte, dass er nur ihretwegen anfing, Opern zu inszenieren.
Ihr Privatleben liest sich nicht so märchenhaft wie die Anfänge ihrer Karriere. Probleme mit ihrer überehrgeizigen Mutter führten zeitweilig zu öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten, ihre Ehe mit Meneghini machte sie auf Dauer nicht glücklich und ihre große Liebe, der griechische Reeder Aristoteles Onassis verließ sie für die Kennedy-Witwe Jackie.
Immer häufiger hatte Maria Callas auf dem Höhepunkt ihrer Karriere schließlich mit Stimmproblemen zu kämpfen und musste Vorstellungen und Konzerte absagen. 1958 kam es dadurch in Rom zu einem der größten Opernskandale: Maria Callas sollte mit Bellinis "Norma" die neue Saison der Scala eröffnen. Obwohl sie bereits am Vortag über gesundheitliche Beschwerden geklagt hatte, wurde sie mehr oder weniger gezwungen, die Vorstellung zu singen. Mehr schlecht als recht überstand sie den ersten Akt, konnte die Oper aber nicht mehr beenden. Obwohl ihre Bronchitis von Ärzten bestätigt wurde, musste sie auch in den folgenden Monaten immer wieder Beschimpfungen des Publikums und der Presse über sich ergehen lassen.

Bedeutung für die Opernwelt

Was die Rollen des dramatischen Koloraturfachs angeht, definierte Maria Callas den Stimmgeschmack neu und gab vor allem den höheren Registern wieder mehr Stimm- und Ausdruckskraft. Zuvor waren eine "Lucia di Lammermor" oder eine "Norma" mit wesentlich leichteren Stimmen, die eine zarte Höhe hatten, besetzt worden.
Maria Callas orientierte sich an anderen Traditionen, zum Beispiel an der in Europa weitgehend unbekannten dramatischen Sopranistin Rosa Ponselle und an der überlieferten Ausdruckskraft früherer Gesangsstars wie Maria Malibran oder Giuditta Pasta. Bei ihren Interpretationen ging sie nicht nur an den Rand ihres stimmlichen Vermögens, sondern lieferte sich auch seelisch komplett der dargestellten Opernfigur aus.
Was bleibt, sind zahlreiche Aufnahmen ihrer Gesangskunst, in Ton- und teils in Bildaufnahmen. Beinahe alle ihre Rollengestaltungen haben auf diese Weise überlebt.

Kommentare (1)

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Samstag, 01.Dezember, 12:09 Uhr

christoph saam

Fehler im Artikel

Wie kann man nur sooo viele Fehler in einem einzigen Artikel machen ?Callas debutierte schon Mitte der 30ger Jahre in Athen und sang ihre letzte Vorstellung wann und wo ? Das muß der Schreiber selbst herausfinden...weitere Fehler zähle ich nicht auf, dazu ist mir meine Zeit zu kostbar.....

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