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Salzburger Festspiele

20. Juli bis 31. August 2019

Von Herva Nelli bis Anja Harteros Die zehn besten Aidas aller Zeiten

Giuseppe Verdis "Aida" kommt in Salzburg in einer Neuproduktion mit Anna Netrebko auf die Bühne. Auch auf dem Tonträgermarkt erfreut die Oper sich großer Beliebtheit: Es gibt kaum eine große dramatische Sopranistin, die diese Partie nicht irgendwann aufgenommen hat. Volkmar Fischer präsentiert zehn Höhepunkte der "Aida"-Diskografie.

Aida Bühnenbild 1880 Paris - kolorierter Holzstich | Bildquelle: picture alliance / akg

Bildquelle: picture alliance / akg

Herva Nelli

Die ungeheure Anspannung der tragisch liebenden Königstochter, die vom Feind zur Sklavin degradiert wird, transportiert vor allem Herva Nelli in der legendären New Yorker NBC-Einspielung Arturo Toscaninis von 1949: ebenso präzise wie leidenschaftlich.

Renata Tebaldi

Eine "voce d’angelo", also eine Engelsstimme passt zur leidgeprüften, opferbereiten Frau namens Aida bestens: Renata Tebaldi entwirft 1952 ein sanft und human getöntes Rollenporträt unter Alberto Erede in Rom, noch überzeugender agiert sie 1958 unter Herbert von Karajan in Wien.

Maria Callas

Zwischen Aufregung und Verinnerlichung balanciert Maria Callas faszinierend in der Mailänder Aufnahme unter Tullio Serafin von 1955. Es gibt zusätzlich eine vor Ausdruckswut berstende, exaltierte Aida-Charakterzeichnung durch die Griechin im Mitschnitt unter Oliviero de Fabritiis aus Mexiko City von 1951.

Zinka Milanov

Vornehme Distanziertheit und mitreißender Effekt: Beides gibt es im herrlichen Gesang der slawisch gefärbten Äthiopierin Aida, die von der aus Zagreb stammenden Zinka Milanov geboten wird - in einem historischen Tondokument aus dem Teatro dell'Opera di Roma, dirigiert von Jonel Perlea, aus dem Jahr 1955.

Leontyne Price

Durch das 'smoky' anmutende Timbre, eigentümlich gehauchte Töne wirkt die schwarze US-Amerikanerin Leontyne Price in den aus Rom und London kommenden, 1961 bzw. 1970 aufgezeichneten Aufnahmen unter Georg Solti und Erich Leinsdorf perfekt besetzt. Eine solche Aida ist sich auch in Gefangenschaft ihrer ungebrochenen Sinnlichkeit bewusst.

Birgit Nilsson

Das Heroische an der Titelrolle betont keine Sängerin so nachdrücklich wie die hochdramatische Schwedin Birgit Nilsson in der römischen Aufnahme unter Zubin Mehta, eingespielt 1966. Jederzeit transportiert wird die Aura einer Königstochter, nicht die einer Sklavin.

Montserrat Caballé

"Acuti bellissimi", wie Italiener berückende Spitzentöne nennen, sind das hervorstechende Gesangsmerkmal der Spanierin Montserrat Caballé in der Londoner Einspielung von 1974 unter Riccardo Muti, zumal im Pianissimo!"

Anna Tomowa-Sintow

Verdis Wunsch, Gesang in der Oper möge immer ein glühender Spiegel der Seele sein, beherzigt die Bulgarin Anna Tomowa-Sintow. Ihr liegt das Lyrisch-Zarte der Aida am Herzen im Münchner Mitschnitt von 1979 unter Riccardo Muti.

Mirella Freni

Eine auf urgesundem Material aufgebaute, von Innigkeit getragene Aida-Interpretation lieferte Mirella Freni 1979 bei den Salzburger Festspielen unter Herbert von Karajan, der letzten Neuproduktion der Nil-Oper an der Salzach vor der des Jahres 2017.

Anja Harteros

In der jüngsten Aufnahme der Oper, entstanden 2015 in Rom unter Antonio Pappano, gibt es ein hochfeminin angelegtes Aida-Rollendebüt der Deutsch-Griechin Anja Harteros. Immense Klangfülle geht mit einer vielfältig schattierten, im Piano samtgepolsterten Höhe einher, die ein anrührendes Herzflimmern suggeriert.

Galerie der "Aida"-CDs

Die vorgestellten "Aida"-Einspielungen sind größtenteils noch erhältlich - entweder im Fachhandel oder in Second-Hand-Portalen.
Hier die Cover der CDs zum Durchklicken.

Sendung: Live-Übertragung der Salzburger "Aida" auf Festspielzeit, 12. August 2017, 19.30 Uhr auf BR-KLASSIK

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