BR-KLASSIK

Inhalt

Salzburger Festspiele

20. Juli bis 30. August 2018

Salzburger Festspiele 2017 Ein Festival der Superlative

Es soll ein Neuanfang der Salzburger Festspiele sein. Neben Intendant Markus Hinterhäuser, der das weltweit größte Klassikfestival schon 2011 interimistisch geleitet hat, ist auch Bettina Hering als Schauspieldirektorin neu mit dabei. Gleich fünf neue Operninszenierungen stehen an - und, das ist überraschend, eine neue Version des "Jedermann".

Die Salzburger Altstadt mit Burgansicht im Sommer | Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com

Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com

Mit dem Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal beginnen traditionell die Salzburger Festspiele. Eigentlich war in diesem Jahr geplant, die letzte Neuinszenierung von Julian Crouch und Brian Mertes aus dem Jahr 2013 weiterzuentwickeln. Statt dessen entschied sich die neue Schauspieldirektorin Bettina Hering, die erste Frau in dieser Position, vor wenigen Wochen für eine Neuinszenierung.

Tobias Moretti als Jedermann

Neben Tobias Moretti als neuem Jedermann und Stefanie Reinsperger in ihrem Buhlschaft-Debüt stehen vier weitere Novizen mit auf der Freiluftbühne vor dem Salzburger Dom. Die neuen Darsteller bräuchten Platz, um sich zu entwickeln, sagte Hering der Nachrichtenagentur dpa - dazu präsentiert sie einen neuen Regisseur: Michael Sturminger. "Modern schreckt mich nicht ab", so Bettina Hering, "es muss nur schlüssig und durchdacht sein." Die Neuinszenierung des "Jedermann", die laut Intendant Hinterhäuser "definitiv gegenwärtiger" ausfallen soll, hat am 21. Juli Premiere. Weitere neue Theater-Produktionen sind Harold Pinters "Die Geburtstagsfeier", Gerhart Hauptmanns "Rose Bernd", Ödön von Horváths "Kasimir und Karoline" und Frank Wedekinds "Lulu".

Auftragsopern sind verzichtbar

Intendant Markus Hinterhäuser | Bildquelle: © Salzburger Festspiele / Franz Neumayr Markus Hinterhäuser | Bildquelle: © Salzburger Festspiele / Franz Neumayr Mit fünf neuen Opernproduktionen leitet Hinterhäuser seine Amtszeit ein. Allerdings ist in diesem Jahr keine Uraufführung dabei - für den Intendanten sind Auftragsopern verzichtbar. Nur wenn sich eine besondere Konstellation ergebe, so Hinterhäuser gegenüber der dpa, könne er sich die Realisierung einer Auftragsoper vorstellen.

Statt dessen wolle er bestehende Werke immer wieder neu überprüfen, auch auf ihre Aktualität. "Außerdem gibt es so viel Literatur unserer Zeit, die gehört und gespielt werden muss", so der Intendant.

Wenn ich weiß, warum wir das machen: sofort.
Markus Hinterhäuser über Opern-Uraufführungen

Das Opernprogramm beginnt am 27. Juli mit Mozarts "La clemenza di Tito" unter der Leitung des Dirigenten Teodor Currentzis und in der Regie von Peter Sellars. Am 6. August debütiert Anna Netrebko als Aida in Verdis gleichnamiger Oper unter Riccardo Muti. Weitere Neuinszenierungen sind "Wozzeck" von Alban Berg, Aribert Reimanns "Lear" sowie "Lady Macbeth von Mzensk" von Dmitri Schostakowitsch.

Es geht um Strategien der Macht, ihre Zumutungen und Grausamkeiten, aber auch um das Vergeben- und Verzeihenkönnen.
Markus Hinterhäuser über den roten Faden in seiner ersten Saison

Intendanten der Salzburger Festspiele

1957 - 1989: Herbert von Karajan
1991 - 2001: Gerard Mortier
2002 - 2006: Peter Ruzicka
2007 - 2010: Jürgen Flimm
2011: Markus Hinterhäuser (interimistisch)
2012 - 2014: Alexander Pereira
2015 - 2016: Sven-Eric Bechtolf
seit 2017: Markus Hinterhäuser (Fünfjahres-Vertrag)

"Ouverture spirituelle" mit dem BR-Symphonieorchester

Das kaum überschaubare Konzertprogramm, für das der deutsche Kulturmanager Florian Wiegand seit 2012 zuständig ist, wird am 22. Juli im Rahmen der "Ouverture spirituelle" von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eröffnet. Unter der Leitung von Kent Nagano steht neben "Lux aeterna" von György Ligeti das Oratorium "La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ" von Olivier Messiaen mit dem Pianisten Pierre-Laurent Aimard und dem Chor des Bayerischen Rundfunks auf dem Programm.

Die Liste der Solisten, Sänger und Orchester, die in diesem Jahr bei den Salzburger Festspielen auftreten, ist lang und spiegelt die Elite der Klassischen Musik wider. Um nur einige zu nennen: die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle, das West Eastern Diwan Orchestra unter Daniel Barenboim, die Wiener Philharmoniker, die Geigerin Anne-Sophie Mutter, der Bariton Christian Gerhaher, die Sopranistin Sonya Yoncheva sowie die Pianisten Grigory Sokolov, Evgeny Kissin und Igor Levit - letzterer gibt sein Salzburg-Debüt.

Salzburger Festspiele

21. Juli - 30. August 2017

Alle weiteren Informationen, Termine und Tickets bekommen Sie hier.

Festspielzeit

    AV-Player