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Salzburger Festspiele

20. Juli bis 31. August 2019

Salzburger Festspiele 2019 Opern-Premieren im Überblick

Insgesamt 199 Aufführungen gibt es dieses Jahr bei den Salzburger Festspielen. Antike Mythen stehen im Fokus. So widmen sich auch die fünf Opern-Neuinszenierungen diesem Thema. BR-KLASSIK stellt die Produktionen kurz vor.

Szenenbild aus Mozarts "Idomeneo" bei den Salzburger Festspielen 2019 | Bildquelle: SF/Ruth Walz

Bildquelle: SF/Ruth Walz

Eröffnungspremiere: Mozarts "Idomeneo" mit Currentzis und Sellars

Was 2017 erfolgreich begann, wird in dieser Saison fortgesetzt. Mozarts "La clemenza di Tito" ordneten vor eineinhalb Jahren der amerikanische Regisseur Peter Sellars und der russische Dirigent Teodor Currentzis dem damaligen Motto "Macht" zu. Nun folgt vom gleichen Team wieder eine Opera Seria, der "Idomeneo" des 25-jährigen Mozart. Und auch die Hauptrolle bleibt in gleicher Hand, oder besser: Stimme. Der Titus von 2017, Russell Thomas, verkörpert 2019 in der Felsenreitschule den Idomeneo. Eine Abweichung allerdings fällt auf: Currentzis wird nicht sein Permer Orchester musicAeterna dirigieren, sondern auf eigenen Wunsch das Freiburger Barockorchester. Musikalisch sicher eine spannende und vielversprechende Konstellation. Die Inszenierung wird im Reich von Atlantis spielen, den drohenden Untergang sieht Sellars als gegenwärtigen Zugang zum Mythos.

Der Medea-Mythos in dreifacher Form

Was für eine Frau! Leidenschaftlich und stark, liebend. Und was wird aus ihr? Medea, die Kindsmörderin. Die Rolle übernimmt Elena Stikhina als Einspringerin für die im vergangenen Jahr als Poppea hochgelobte Sonya Yoncheva. Aus den vielen Vertonungen haben sich die Festspiele für eine Neuinszenierung der Oper "Médée" von Luigi Cherubini entschieden. Regie führt der junge australische Regisseur Simon Stone, der ebenfalls schon 2017 dabei war, damals mit Aribert Reimanns "Lear". Am Pult der Wiener Philharmoniker steht einer, der zwar schon häufig Konzerte in Salzburg dirigierte, bisher aber selten Opern: Thomas Hengelbrock.

George Enescu: "Œdipe"

Einer der Komponisten, die im Zentrum der Salzburger Festspiele 2019 stehen, ist George Enescu. Seine Oper "Œdipe" von 1936 inszeniert der Altmeister Achim Freyer, der nicht nur die Regie führt, sondern auch Bühnenbild und Kostüme entwirft. Ingo Metzmacher dirigiert die Wiener Philharmoniker in diesem kaum gespielten Meisterwerk.

Brechung des Mythos: Offenbachs "Orpheus in der Unterwelt“

Opernregisseur Barrie Kosky | Bildquelle: picture-alliance/dpa Regisseur Barrie Kosky | Bildquelle: picture-alliance/dpa Eine Inszenierung bricht mit dem Thema Mythos: "Orphée aux enfers" von Jacques Offenbach. Ein Riesenerfolg, eine subversive Umkehrung des Orpheus-Mythos. Operetten seien nicht so seins, gibt Intendant Marcus Hinterhäuser zu, aber wenn er Offenbach schon ins Programm holt, dann nur mit einem, der das Inszenieren dieser Gattung beherrscht: Barrie Kosky. Der derzeitige Intendant der Komischen Oper Berlin sprüht dann auch in einem Einspielfilm voller Vorfreude darauf, dass Eurydike bei Offenbach am Ende froh ist, Orpheus los zu sein und betont: Bei Offenbach muss man lachen können.

Verdis "Simon Boccanegra“

Die Verdi-Oper fällt aus dem Bereich der Mythen-Vertonungen heraus. Intendant Hinterhäuser fängt sie ein, indem er das mit vielen Mythen gemeinsame Thema "Schicksal" nennt. Dirigieren wird Valery Gergiev, der bekanntermaßen einen prallen Terminkalender hat, in dem für 2019 auch gerade sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen mit dem "Tannhäuser" anstand. Marcus Hinterhäuser musste den fragenden Journalisten versichern, dass Gergiev ausreichend Probenzeit mitbringt. Auch diese Inszenierung übernimmt ein Bekannter: Andreas Kriegenburg. 2017 führte dieser bereits Regie in Schostakowitschs "Lady Macbeth von Mzensk". Die Besetzungsliste macht Lust: Luca Salsi singt die Hauptrolle, an seiner Seite stehen Marina Rebeka als Amelia Grimaldi und René Pape als Jacopo Fiesco.

Konzertante Opern mit Netrebko, Domingo und Bezcala

Neben den fünf Neuinszenierungen kommen zwei Opern konzertant auf die Bühne – jeweils mit Starbesetzung. Anna Netrebko singt wie so oft in letzter Zeit an der Seite ihres Ehemanns Yusif Eyvazov, ihren weiblichen Gegenpart in Francesco Cileas "Adriana Lecouvreur" übernimmt die spielfreudige Mezzosopranistin Anita Rachvelishvili. In Verdis "Luisa Miller" treffen zwei Sänger-Größen aufeinander: Plácido Domingo singt den Miller, Piotr Beczala den Rodolfo in der konzertanten Aufführung.

Mythos als Abschluss einer Trilogie

Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele | Bildquelle: picture alliance / Robert Newald / picturedesk.com Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele | Bildquelle: picture alliance / Robert Newald / picturedesk.com 2019 ist die dritte Saison unter Markus Hinterhäuser. Das Profil der Salzburger Festspiele hat sich unter seiner Intendanz geschärft. Das Programm ist nicht übermäßig mutig, aber bei weitem nicht belanglos. Hinterhäuser möchte sein Publikum fordern: "Es geht um etwas, wenn wir uns mit Kunst beschäftigen, nicht nur Mozart, Beethoven, Mahler – es geht um alles!" Seine Themen ziehen sich durch die Veranstaltungen und ergeben ein stimmiges Konzept. Das Publikum soll zur Reflexion angeregt werden. Mit dem Thema Mythos soll dann eine Trilogie abgeschlossen werden, sagt Hinterhäuser. Die Frage nach dem Mythos sei auch eine abschließende Frage nach der "Urzelle des Theaters", eine Frage danach, was aus dieser Urzelle entstanden ist. 2020 beginne etwas Neues, schließlich feiern die Salzburger Festspiele dann ihren 100. Geburtstag.

Salzburger Festspiele - Opern-Neuinszenierungen

Wolfgang Amadeus Mozart: "Idomeneo"
Premiere: 27. Juli 2019, 18.00 Uhr
BR-KLASSIK überträgt live.

Luigi Cherubini: "Médée"
Premiere: 30. Juli 2019, 18.00 Uhr
BR-KLASSIK überträgt am 15. August in der Festspielzeit.

George Enescu: "Œdipe"
Premiere: 11. August 2019, 19.30 Uhr

Jacques Offenbach: "Orphée aux enfers"
Premiere: 14. August 2019, 15.00 Uhr

Giuseppe Verdi: "Simon Boccanegra"
Premiere: 15. August 2019, 18.00 Uhr

Mehr Termine und Infos auf der Homepage der Salzburger Festspiele.

Sendung: "Allegro" am 26.07.2019 ab 06:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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