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Neugierig auf Musik

SWEET SPOT Radio mit Beatrice Rana "Ich träume immer weiter"

Letztes Jahr hat sie ihr Carnegie Hall-Debüt gegeben, vor kurzem folgten die Berliner Philharmoniker – letzte Woche spielte Beatrice Rana zusammen mit dem BR-Symphonieorchester. Und das alles mit gerade mal 27 Jahren! Wir haben die italienische Shootingstar-Pianistin ins Studio eingeladen und fragen sie nach ihrem Erfolgsrezept.

Beatrice Rana | Bildquelle: Parlophone Records

Bildquelle: Parlophone Records

Der Podcast zum Anhören

Beatrice Rana

Musik war schon immer ihre "Hauptsprache": In einer musikalischen Familie aufgewachsen, empfand Beatrice Rana Klavier spielen als etwas völlig Normales. Als Beatrice eine Freundin zu Hause besucht, um mit ihr zusammen Hausaufgaben zu machen, ist sie völlig schockiert - denn die Familie besitzt kein Klavier. "Ich hatte gedacht, dass natürlich jeder ein Klavier daheim hat", erzählt sie. "Zum ersten Mal habe ich mitbekommen, dass Leute auch ohne Klavier überleben."

Es fällt sehr schwer, nicht an Musik zu denken. Sie ist einfach immer da.
Beatrice Rana

Bach war lange Zeit ihr Lebenselixier. Goldberg-Variationen spielte Beatrice schon als Kind. Zu jeder Klavierstunde hat sie damals ihrem Lehrer eine neue Variation mitgebracht – mit nur elf Jahren. "Es ist so viel Menschlichkeit in diesem Stück", sagt Beatrice. "Natürlich ist es ein sehr intellektuelles Werk, weil es eines der Meisterwerke musikalischer Architektur ist. Aber im gleichen Moment fühle ich dabei so viel Freude am Leben." Ihr Konzertdebüt gibt Beatrice schon mit neun – natürlich mit einem Klavierkonzert von Bach, mit 16 schließt sie ihr Studium mit Bestnoten ab, 2013 gewinnt sie den zweiten Preis und den Publikumspreis beim renommierten Van Cliburn Klavierwettbewerb.

"Meine Eltern haben mich nie dazu gezwungen, wie sie Pianistin zu werden", betont Beatrice. Ganz im Gegenteil: Aus eigener Erfahrung wussten sie genau, wie schwer der Beruf einer Musikerin ist. "Sie wollten einfach, dass ich eine musikalische Ausbildung bekomme, damit ich Musik schätzen lerne." Trotzdem, als Beatrice zu wenig übt, schicken die Eltern sie zu einem Klavierwettbewerb, um ihr eine Lektion zu erteilen. Der Schuss geht nach hinten los: Beatrice gewinnt den Wettbewerb – mit Leichtigkeit.

Doch ihre großen Erfolge haben für Beatrice auch Schattenseiten. "Nicht die Wettbewerbe sind problematisch – es sind eher die Erwartungen", sagt die Pianistin. Für sie war es zum Beispiel sehr schwer, nach gewonnenen Wettbewerben wieder auf die Bühne zu gehen. "Ich hatte immer das Gefühl, dass viele Leute bestimmte Erwartungen mit einer Wettbewerbsgewinnerin verbinden. Und ich glaubte, ich müsste ihnen zeigen, warum ich diesen Wettbewerb gewonnen habe." Doch irgendwann schaffte Beatrice es, sich von diesen Gedanken zu befreien. Heute geht sie wieder mit großer Lust auf die Bühne. "Das ist mein Leben und ich will es genießen." Bei ihren Konzerten möchte Beatrice die Zuhörer an die Hand nehmen und mit ihnen gemeinsam durch das Stück schreiten, es durchleben – bis zur letzten Note. "Dann fühlen wir uns alle verändert von dem, was wir gehört haben, was wir erlebt haben."

Beatrice Rana bei SWEET SPOT

Am 24. Februar ist Beatrice Rana bei SWEET SPOT von 21:05 bis 23:00 Uhr zu Gast.
In der Sendung spielt sie Werke von Bach, Chopin und Strawinsky.
Moderation: Henrik Oerding

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