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Neugierig auf Musik

Album des Monats März Felix Klieser – Mozart Horn Concertos 1–4

Ganz nah bei Mozart: Der Hornist Felix Klieser ist nach Salzburg gegangen, um dort die vier Mozart-Hornkonzerte aufzunehmen. Herausgekommen ist ein Album, das jede emotionale Nuance aus den Stücken herausholt.

Felix Klieser, Hornist | Bildquelle: © Julia Wesely

Bildquelle: © Julia Wesely

Mozartkugeln, Mozart-T-Shirts, Mozart-Bierdeckel: Salzburg feiert an jeder Ecke und mit jeder Menge Merchandise "seinen" Wolferl. "Hier in Salzburg ist das schon ein bisschen verkitscht mit Mozart, überall guckt ein Mozartkopf aus dem Fenster raus und Mozart-Quietscheentchen gibt es natürlich auch", sagt Felix Klieser. Der Hornist war in Salzburg, um dort sein aktuelles Album aufzunehmen – natürlich mit Werken von Mozart. Zusammen mit den Mozart-Experten von der Camerata Salzburg spielt er alle vier Hornkonzerte.

Auch wenn es viel Kitsch um den Salzburger Star-Komponisten gibt: Die Atmosphäre der Stadt hat ein ganz eigenes Flair.

Diese Musik hier mit einem Orchester von hier aufzunehmen – ich glaube noch intensiver kann man Mozart nicht spielen, machen und erleben.
Felix Klieser

Die Aufnahmesession fand auch im Salzburger Mozarteum statt, nur wenige hundert Meter vom Geburtshaus des Komponisten entfernt.  

Felix Klieser liebte schon als Kind Mozart

Vier Hornkonzerte hat Mozart geschrieben – und die begleiten Felix Klieser schon seit seiner Kindheit. Als Neunjähriger bekommt er von seinem Lehrer eine CD mit den Konzerten geschenkt und Felix ist sofort hin und weg von diesem unglaublich warmen Klang. Der Junge will die Stücke selbst spielen. Und obwohl Felix eigentlich zu jung ist, gibt der Hornlehrer nach und übt mit ihm den technisch nicht so schweren zweiten Satz aus dem dritten Hornkonzert. Heute klingt die Melodie dieser "Romance" auf Felix' CD so sanft und fließend wie bei kaum einem anderen Hornisten.

Mozart macht sich über Hornisten lustig

Felix Klieser, Hornist | Bildquelle: © Julia Wesely Bildquelle: © Julia Wesely Einfach macht es Mozart den Hornisten nicht: "Der hat einfach drauflos komponiert und fand das dann lustig, dass viele Dinge nicht funktionieren", sagt Felix Klieser. Im dritten Satz vom zweiten Hornkonzert zum Beispiel, wo der Solist die Töne mit ziemlich viel Aufwand hin- und herbiegen muss. "Das fand Mozart sehr, sehr lustig."

Als Krönung lässt der närrische Wolferl die Geigen sogar musikalisch kichern: "Da lachen die Geigen einfach das Horn aus." Und nur weil eine Stelle auf dem Horn schwer zu spielen ist, nahm Mozart deswegen noch lange keine Rücksicht, damit muss der Solist eben klarkommen, sagt Felix: "Das war Mozart so ein bisschen egal."

Das hat aber auch etwas Gutes: So sind vier Konzerte entstanden, die alles zeigen, was damals mit dem Horn so möglich war. An vielen Stellen hört man, dass das Horn ursprünglich zur Jagd benutzt wurde, zum Beispiel im dritten Satz des dritten Konzertes: Da spielt der Hornist Triumphfanfaren – als hätte er gerade ein Wildschwein erlegt.
Die langsamen Sätze zeigen dagegen, wie rund und warm das Horn klingen kann. Felix Klieser schafft es, auf seinem Album alle diese Nuancen zu zeigen. "Zwischen Trauer und Freude liegt manchmal nur ein halber Takt", schreibt er im Booklet zu seiner CD. Und beim Zuhörer bleibt am Ende eindeutig die Freude.

Album-Info

Felix Klieser
Camerata Salzburg
Mozart Horn Concertos 1–4
Label: Berlin Classics

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