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Neugierig auf Musik

Sweet Spot zum Weltfrauentag – mit Christiane Karg "Eine 'Superfrau' bin ich nicht"

Ob an der New Yorker Met oder bei den Salzburger Festspielen – Christiane Karg singt auf den großen Bühnen der Welt. Bei SWEET SPOT erzählt die Sopranistin, wie sie auch mit unliebsamen Rollen fertig wird, auf welche Widrigkeiten Frauen im Klassikbusiness mit zunehmendem Alter stoßen – und wie sie gerade zwischen ihrer Rolle als Mama und ihrem Beruf als Opernsängerin hin und her jongliert.

Sopranistin Christiane Karg | Bildquelle: © Gisela Schenker

Bildquelle: © Gisela Schenker

Früher, ganz früher, fand Christiane Karg Schmetter-Arien toll – und wollte deswegen gerne mal Tenor werden. Das hat sich aber inzwischen gelegt. Effektvoll, schillernd: solche Attribute spielen für die Sängerin heute keine Rolle mehr. "Über die Jahre verändert sich das total", sagt Christiane Karg. "Man wird immer bescheidener, weil man noch mehr Respekt vor dem Beruf bekommt." Im Studium, ja, da habe sie sich die Opernwelt noch rosarot und wie auf Wolken gebettet vorgestellt. Doch der Klassikbusiness kann auch knallhart sein, das weiß die Sopranistin heute. Und auch, dass nicht jede neue Rolle automatisch zur Lieblingsrolle wird. "Es ist immer ein neuer Versuch: Passt die Rolle zu mir? Kann ich sie gut machen – oder vielleicht doch nicht?" Manchmal müsse man sich richtig durchboxen und durchbeißen. "Es ist eben nicht nur ein Hobby – es ist wirklich ein Beruf."

Es gibt manchmal Tage, an denen man nicht so gerne ins Büro geht. Und bei uns Opernsängern ist es genauso.
Christiane Karg

In Feuchtwangen zuhause

Christiane Karg stammt aus Feuchtwangen, einer 12.000-Einwohner-Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach, direkt an der Romantischen Straße gelegen. Ihre Eltern betreiben hier eine Konditorei, die inzwischen Christianes Schwester führt. Für Christiane war es aber von Anfang an klar: Süßigkeiten naschen – ja, selbst machen – nein. Denn sie träumte von der großen Sängerinnenkarriere. Und die lebt sie auch, spätestens seit sie im Sommer 2006 bei den Salzburger Festspielen internationales Aufsehen erregte. Danach folgten die Mailänder Scala, die Met in New York, Wiener Staatsoper, Bayerische Staatsoper, Berliner Staatsoper und, und, und... Trotz ihrer kometenhaften Karriere hat Christiane Karg die Bodenhaftung nicht verloren. Das zeigt sich auch daran, dass sie ihren Ruhm mit ihrer Heimatstadt gerne teilt, indem sie das Festival KunstKlang ins Leben gerufen hat.

Sopranistin Christiane Karg | Bildquelle: Gisela Schenker

Bildquelle: Gisela Schenker

"Kunstklang" in Feuchtwangen

Ein Spaziergang mit Christiane Karg

Die Superfrau, die alles schafft und noch ein Kind auf dem Arm hat, und kocht, bin ich auch nicht.
Christiane Karg

Auch privat kehrte Christiane Karg in die Heimat zurück: Nach einer Zwischenstation in Berlin lebt sie mit ihrem Mann wieder in Feuchtwangen. Vor zwei Jahren ist hier auch ihr Sohn zur Welt gekommen. Mama sein: Eine neue Rolle, diesmal im echten Leben und nicht auf der Bühne, in die sich Christiane Karg bestens eingefunden hat. Schon sechs Wochen nach der Geburt stand die Sopranistin wieder auf der Bühne. Sie hat gesungen, in den Probenpausen das Baby gestillt, und dann ging es gleich weiter. "Für die, die meinen: Man kann das Muttersein nicht mit dem Beruf der Opernsängerin vereinbaren: Es geht sehr wohl", sagt Christiane Karg. "Man braucht nur viel Struktur – und dann kann man das alles schaffen."

Sweet Spot-Spezial zum Internationalen Frauentag

Am 8. März ist die Sopranistin Christiane Karg bei SWEET SPOT zu Gast – im Radio von 21:05 bis 23:00 Uhr auf BR-KLASSIK. Moderation: Annekatrin Hentschel und Henrik Oerding.

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