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SWEET SPOT.

Neugierig auf Musik

Album des Monats Oktober Liebeslied vom ensemble reflektor

Ihr wollt ein Liebeslied? Dann – davon haben schon die Beginner im letzten Jahrhundert gesungen – kriegt ihr auch ein Liebeslied... und zwar frisch eingespielt vom ensemble reflektor. Und wie das mit der Liebe so ist, rauschen wir beim Hören durch eine emotionale Achterbahn. Das Herz pumpt lebendig bei Beethoven, klopft leise bei Brahms und bleibt erwartungsvoll stehen, wenn das Orchester zwischendurch die größten Love Pop Songs hervorzaubert.

Ensemble Reflektor | Bildquelle: © Heide Benser

Bildquelle: © Heide Benser

Höranleitung für das Album "Liebeslied" vom ensemble reflektor: Auf Shuffle-Funktionen bei Streamingdiensten oder Musikabspielgeräten verzichten. Bitte von vorne bis hinten durchhören. Dann entfaltet sich der ganze Zauber dieses Albums. Mit den Liebeslieder-Walzern von Johannes Brahms startet das Orchester seine Reise in die Gefühlswelt - mal tänzerisch, mal aufgewühlt klingen die kurzen Walzer. Und dann kommt auch schon in den Holzbläsern die erste Melodie, die jeder kennt: I will always love you. Kitschig? Ein bisschen. Aber können wir in diesen Zeiten nicht auch ein bisschen warmes Gefühl gebrauchen?!

Das ensemble reflektor als Heimathafen

Die Liebe – die ist nicht nur großes Thema des Albums, sondern findet sich auch im ensemble reflektor wieder. Vor fünf Jahren hat sich das junge circa 30-köpfige Kammerensemble in Norddeutschland aus Musikstudierenden, freischaffenden Musiker*innen und Orchesterprofis gebildet. Die meisten kennen sich noch aus Studienzeiten.
Für längere Projektphasen treffen sie sich in Hamburg oder Lüneburg und erarbeiten ihre Herzensmusik. Rückblickend lief für den Konzertmeister Joosten Ellée Vieles so ab, wie in einer Liebesbeziehung: "Am Anfang war das vor allem geprägt von einem rauschhaften Gefühl, mit so vielen Freunden Musik machen zu können. Und mittlerweile ist es so ein totaler Heimathafen geworden für uns alle."

Die Liebe zu Beethoven

Der Komponist Ludwig van Beethoven spielt für das ensemble reflektor eine große Rolle. Schon das letzte Album "Gewaltakt" hat das Ensemble seiner Musik gewidmet. Jetzt wollen die Musiker*innen mit Beethovens achter Sinfonie die weiche und lebensfrohe Seite des Komponisten ans Licht bringen.
Ja, auch Beethoven hat Liebesbriefe geschrieben: "Es gibt Momente, wo ich finde, daß die sprache noch gar nichts ist - erheitre Dich, bleib mein teuer eintziger schatz, mein alles, wie ich Dir das übrige müssen die Götter schicken, was für uns sein muß und sein soll. - Dein treuer ludwig."
Ganz schön schwülstig, haben sich die Mitglieder des ensemble reflektor gedacht, als sie den berühmten Brief von 1812 von Ludwig van Beethoven an seine "unsterbliche Geliebte" gelesen hatten. Es ist immer noch unklar, wer diese Geliebte wirklich gewesen ist und es deutet auch Einiges darauf hin, dass Beethoven ihn gar nicht abgeschickt hat.
Aber den Brief haben die jungen Musiker*innen zum Anlass genommen, über ihre eigenen Liebesgeschichten nachzudenken und alte Liebesbriefe aus Schulzeiten hervorzukramen. Schnell stand für sie fest: Auch wenn die Liebe manchmal kitschig oder beschämend sein kann, wollen sie die Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit der Liebe in ihrem Album nach außen kehren.

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LIEBESLIED //  ensemble reflektor, Thomas Klug | Bildquelle: ensemble reflektor (via YouTube)

LIEBESLIED // ensemble reflektor, Thomas Klug

Werdet verliebt!

Das Wunderbare an "Liebeslied" vom ensemble reflektor ist die Schnörkellosigkeit der Musik. Die Stücke werden nicht mit einer Overdosis Emotion überfrachtet, sondern klingen so direkt und aufrichtig, wie die Komponisten womöglich auch gefühlt haben.
Und die Love Songs (wir verraten hier nicht, welche es sind, aber es sind geradezu Love Bombs) spielen die Musiker*innen so schlicht, dass es schon wieder weh tut, weil's so schön ist. Ihr wollt ein Liebeslied? Ihr kriegt ein Liebeslied!

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