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SWEET SPOT.

Neugierig auf Musik

Album des Monats November Marie Spaemann & Christian Bakanic - Metamorphosis

Es schmerzt: die Bühnen sind wieder still. Da hilft nur Radio aufdrehen und Musik hören. Wir empfehlen euch dafür unser neues Album des Monats „Metamorphosis“ von den Wienern Marie Spaemann und Christian Bakanic. Cello trifft auf Akkordeon und das so einfühlsam, dass man sich in diesen Klang einfach nur reinlegen will.

Marie Spaemann und Christina Bakanic "Metamorphosis" | Bildquelle: © Julia Wesely

Bildquelle: © Julia Wesely

Der kleine Junge fliegt, getragen von einem großen Adler, über rauschende Flüsse, friedliche Täler und felsiges Gebirge. So stellt sich der Akkordeonist Christian Bakanic die Traumwelten seines Sohnes vor, woraus das Stück Oscar's Dream entstanden ist. Mit einem minimalistischen Akkordeonsound zu Beginn und Marie Spaemanns atmosphärischer Stimme, die die Wolkenfelder zerrinnen lässt. Das ist der erste Titel ihres des Debütalbums "Metamorphosis". Und schon gleich zu Beginn hört man: Wir haben es mit ganz besonderen Musikern zu tun.

Zwischen den Welten

Marie Spaemann hat Cello studiert, liebt an der Klassik das Streben nach Perfektion. Aber ihr hat etwas Wesentliches gefehlt: der Groove. Deswegen kam noch ein Jazz-Studium hintendran und seitdem hat sie nicht nur ihrer Stimme freien Lauf gelassen, sondern auch die Vielseitigkeit ihres Cellos entdeckt. So spielt sie mal mit Sinfonieorchestern, tourt mit der Electroswing-Formation [dunkelbunt] oder ist Teil verschiedener Jazz-Projekte, unter anderem mit Christian. Christian Bakanics Instrument ist das Akkordeon. Als kleiner Junge schaute er das Musikantenstadl und von da an hat's ihn gepackt. Seit seinem Studium der Volksmusik und des klassischen Akkordeons bewegt er sich elegant zwischen den musikalischen Welten.

Unsere vielen Einflüsse verschmelzen nach und nach zu etwas Gemeinsamen, gleichzeitig bleibt alles in sich wandelbar
. Marie Spaemann

Marie Spaemann und Christina Bakanic "Metamorphosis" | Bildquelle: © Julia Wesely Bildquelle: © Julia Wesely Die musikalische Fantasie sprudeln lassen, alle möglichen Musikstile von Tango und Jazz bis hin zur Volksmusik zu einem dichten kreativen Knäuel verbinden - das geht nur, wenn der musikalische Partner genauso offen und neugierig ist wie man selbst. Und deswegen ist die seit ungefähr drei Jahren andauernde Zusammenarbeit von Marie und Christian für die beiden so spannend. "Ich würde sagen, dass wir mehr rauslassen können als in anderen Projekten, aufgrund derVielschichtigkeit", sagt Marie. Im Duo kann sie sich sowohl von ihrer virtuosen als auch von ihrer groovigen Seite zeigen. Bei Christian blitzt das Volkstümliche und die Liebe zum leidenschaftlichen Tango hervor. Und obwohl das Album "Metamorphosis" vor Verwandlungen nur so strotzt, klingt alles so organisch, als sei dieser Stilmix das Natürlichste auf der Welt.

Die perfekte Kombination: Cello und Akkordeon

Die Musik von Marie Spaemann und Christian Bakanic fühlt sich an wie ein weiches Bett. Maries dunkle Stimme mit einem Hauch von Soul umhüllt einen warm und das Cello schmeichelt mit einem elegant melodiösen Klang. Aber damit das Ganze nicht zu kuschelig wird, mischt sich noch das Akkordeon ein. Seine reibenden Klänge sind dem Cello mal zum Verwechseln ähnlich, mal stechen sie hervor und verpassen dem Sound die richtige Würze. Man könnte auch vereinfacht sagen: Cello und Akkordeon passen einfach richtig gut zusammen. Vor allem dann, wenn die beiden Spieler wie eine Einheit durch die musikalischen Welten wandeln. Wenn sie die Melancholie des Tango, die Lebensfreude im Pop und die Hoffnung im arabischen Volkslied einfangen.

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