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SWEET SPOT.

Neugierig auf Musik

Ólafur Arnalds 2019 in Erlangen Ehrlich zu sich selbst sein

Ólafur Arnalds hat in den letzten Jahren viele musikalische Projekte angetrieben, die von Pop, über Weltmusik und Techno bis zu Klassik reichen. Alle diese Stile bringt der Isländer auf seinem Album "re:member" zusammen. Jetzt kommt er damit nach Erlangen und Ihr könnt mit SWEET SPOT dabei sein.

Ólafur Arnalds | Bildquelle: Benjamin Hardman

Bildquelle: Benjamin Hardman

Für manche Menschen könne sein neues Album seltsam klingen, erzählt Ólafur Arnalds in einem Making of-Video zu "re:member". Manchmal sei es sehr poppig, dann wieder Hip Hop-lastig, es gebe Steve Reich-Elemente und Klassik-Sounds. Der Isländer will aber nicht irgendwelchen Erwartungen gerecht werden oder sich pauschal in eine musikalische Schublade stecken lassen.

Ich denke die Musik sollte in genau die Schublade gesteckt werden, in die der Hörer sie stecken will.
Ólafur Arnalds

Faszination für viele Genres

Ólafur möchte sich in den Genres bewegen, die ihn faszinieren und mit denen er sich in den letzten Jahren umgeben hat. Als er vor zwei Jahren ins Studio ging, um mit der Arbeit an "re:member" zu beginnen, spürte er: "Ich muss einfach ehrlich zu mir selbst sein". Warum das also nicht auch musikalisch ausdrücken?

In den letzten fünf Jahren hat er sich in ziemlich vielen Genres ausgetobt: Er hat Popmusik geschrieben, Soundtracks produziert, Volksmusik in seiner Heimat Island aufgenommen und mit seinem Projekt "Kiasmos" feinste Clubmusik abgeliefert. Auf "re:member" spiegelt er all diese Erlebnisse wider und bringt sie zusammen - auch um zu sich selbst zu finden, wie der 32-Jährige sagt.

Ólafur Arnalds auf Tour in Deutschland

13. November 2019: Heinrich Lades Halle, Erlangen (präsentiert von Sweet Spot)
14. November 2019: Festspielhaus Baden-Baden
15. November 2019: Konzertsaal im Kulturpalast Dresden
16. November 2019: Konzerthaus Berlin

Software als Inspirationsquelle

Ólafur Arnalds | Bildquelle: Benjamin Hardman Bildquelle: Benjamin Hardman Ólafur Arnalds ist Komponist, Multi-Instrumentalist, Produzent und jetzt auch noch Software-Architekt. Er hat über Wege nachgedacht, wie er den kreativen Prozess manipulieren kann, um einfacher im Flow zu sein. Herausgekommen ist eine App namens "Stratus", die ihm als Inspirationsquelle dienen soll. Entwickelt hat Ólafur die Software zusammen mit seinem Freund Halldór Eldjarn, der wie er als Künstler in Island arbeitet.

Wenn Ólafur auf seinem Klavier spielt, steuert er per "Stratus" zwei andere Klaviere an, die kurze Zeit später wie in einem Frage-Antwort-Spiel und wie von Geisterhand auf seine Ideen reagieren - mit überrauschenden Harmonien und Melodien. Diese Echos, die oft wie Arpeggios rüberkommen, eröffnen ihm harmonische Wege, die er bisher noch nicht gegangen ist und auf die er sonst vielleicht nie gekommen wäre: "Die Software reagiert sehr oft auf sehr unerwartete Weise!"

Musik im Flow

Mit "re:member" war Ólafur schon im Frühjahr 2019 auf Tour. Trotzdem lohnt es sich immer wieder, in seine Konzerte zu gehen, denn für den Musiker ist jedes Stück ein dynamisches, fluktuierendes Kunstwerk. In seinem Album sehe er dabei nur eine Momentaufnahme. "Die Aufnahme zeigt, was das Stück zu einem bestimmten Zeitpunkt war. Dann sind wir auf Tour gegangen und haben 100 Konzerte mit demselben Song gespielt. In jedem Konzert fügt man eine klitzekleine Kleinigkeit hinzu, eine so winzige Veränderung, dass es niemand mitbekommt. Aber nach hundert Konzerten ist es plötzlich ein ganz anderes Stück."

Trotz Software klingt Ólafurs neues Album "re:member" alles andere als random. Sein Stil, eine Kombination aus Klavier, Streichquartett, Beats und Elektro-Sounds ist nach wie vor unverwechselbar und hörbar. Der Isländer komponiert weiterhin melancholische Tracks, oft minimalistisch und ausgestattet mit viel Fläche und Atmosphäre. Aber seine ganzen Einflüsse scheinen durch und lassen einen Künstler erleben, der offenbar ganz bei sich ist.

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