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SWEET SPOT.

Neugierig auf Musik

Mein Konzertabend Astronautenfutter aus der Soul Kitchen

Organ Explosion | Bildquelle: René Gröger

Bildquelle: René Gröger

Leichte Unruhe breitet sich im Publikum aus. Das Konzert sollte schon vor einiger Zeit beginnen, doch die drei Sprengmeister von Organ Explosion sind nicht in Sicht. Erste Gerüchte machen die Runde: Wurden sie nach ihrem kosmischen U21-Auftritt am vergangenen Montag etwa von Aliens gekidnappt? Hat der Auto-Pilot des Hammond-Spaceships versagt? Oder gibt es technische Probleme bei der Teleportation?

Ich tippe auf Letzteres, denn plötzlich bahnt sich das Trio ihren irdischen Weg durch die Menge zur Bühne des Cord Clubs. Unspektakulär. Geerdet. Fast schüchtern. Hansi, Manni und Ludwig haben ihre Raumanzüge heute im Schrank gelassen und grooven mit Hemd und Jeans in den Abend hinein. Anfangs bewege ich mich dazu zwar so steif, dass sogar C-3PO neben mir wie ein akrobatischer Breakdancer aussehen würde, doch die funky Rhythmen sorgen für rasche Entkrampfung.

Während ich noch überlege, mit welchen außerirdischen Kräften die Jungs all die Effektgeräte und klobigen Synthesizer auf die Bühne gehievt haben, entführen sie mich schon in die Klangweiten ihres Funkiversums. Ich höre Weltraumgeheul aus der Ferne, explodierende Laserpistolen und schließlich entlockt Hansi seinem Synthesizer Sounds, die klingen wie ein marsianischer Panflötenspieler auf LSD. Zwei Stunden lang servieren mir die Starköche edles Astronautenfutter aus der Soul Kitchen – ein fein abgeschmecktes Fusionsgericht aus elektronischem Klangexperiment und organischem 70er-Jahre Funk. Das klingt für mich nach Zukunftsmusik.

Konzertinfo

11.05.16, Organ Explosion – Album Release Concert, Cord Club München

Weitere Termine:
12.05.16, Cord Club München

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