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SWEET SPOT.

Neugierig auf Musik

SWEET SPOT mit Sopranistin Sarah Aristidou Höchste Töne, eisige Temperaturen und das fünfte Element

Ihre Leidenschaft sind die Extreme: Eisbaden und sich als Koloratursopranistin in die höchsten Register ihrer Stimme zu begeben. Für ihr aktuelles Projekt "Aether" hat sie sich ins magische Island aufgemacht und ein Album mit dem Orchester des Wandels aufgenommen.

Sarah Aristidou auf Island, beim Shooting für ihr Album Äther | Bildquelle: © Weronika Izdebska

Bildquelle: © Weronika Izdebska

Man blickt über eine weite winterliche Landschaft. Die Sonne ist von Wolken verdeckt, der Himmel weiß und von allen Seiten ziehen Nebelschwaden heran. Mittendrin: Sarah Aristidou - mit wehendem langen Haar und einem Designerkleid, das sich wie Schiefer um sie zu legen scheint. Dass es bei diesem Videodreh 10 Grad minus in der Luft hatte, war krass, sagt Sarah im SWEET SPOT-Gespräch. "Und was man nicht sehen kann, dieser schwefelhaltige Nebel Sulfur ist ja warm, manchmal heiß. Es war teilweise wie in der Saune und teilweise eiskalt. Und dann hat es drumherum geblubbert." Und trotzdem: Sie würde das jederzeit wieder machen. Denn obwohl ihre Wurzeln auf Zypern und in Frankreich liegen - im Norden fühlt sie sich am wohlsten. "Als ich nach Island gekommen bin, hatte ich den Eindruck: Ich bin zuhause."

Die Symbolik des Äthers als Ursprung, Anfang und Ende

Beim Dreh in Island ist das Video zu "Un grand sommeil noir" von Edgar Varèse entstanden: dem ersten Stück auf dem Album "Aether". Äther, das irgendwie schwer zu fassende fünfte Element, der Ursprung für alle anderen Elemente. "Genauso wie die Musik ein Rätsel ist", sagt Sarah, "ist auch dieses Element ein Rätsel. Und ich merke, dass es mich sehr anzieht." So sphärisch die Metaebene - so konkret das Album, auf dem Sarah zeigt, was sie als Koloratursopranistin mit ihrer Stimme alles drauf hat. Mit Kompositionen u.a. von Poulenc, Debussy, Händel, Adès und Widmann.

Es gibt diese starke Sehnsucht und am Ende landet man im Frieden.
Sarah Aristidou zum Album Äther

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AETHER // by Sarah Aristidou [TEASER] | Bildquelle: Alpha Classics (via YouTube)

AETHER // by Sarah Aristidou [TEASER]

CD "Aether" als Pilotprojekt für Nachhaltigkeit

Dass das Album jetzt, Anfang November 2021, herauskommt, ist übrigens kein Zufall. Es sollte unbedingt während der Klima-Konferenz in Glasgow sein. Denn die ganze CD-Produktion ist ein Pilotprojekt zum Thema Nachhaltigkeit: Das fängt an bei der Verpackung - absolut ohne Plastik - bis hin zur Aufnahme mit dem Orchester des Wandels. "Alle Musiker und Musikerinnen", sagt Sarah, "hatten Tablets, wir hatten da eine Partnerschaft mit der App Newzik. Die Idee war, zu schauen, wieviel Energie es tatsächlich braucht. Und ob das nun besser oder schlechter ist als die ganzen Kopien und Papierverschwendung." Das Ergebnis wird noch ausgewertet.

Sarah Aristidou, Sopranistin | Bildquelle: © Weronika Izdebska Sarah Aristidou stammt zwar aus Frankreich und Zypern - doch sie liebt den Norden. | Bildquelle: © Weronika Izdebska Sarah sieht sich zwar selbst nicht als Aktivistin. Aber sie macht sich in alle Richtungen Gedanken, wie man gerade auch in der Klassikwelt umdenken und etwas verändern könnte. Und das ist zwar vor allem sehr pragmatisch, bringt aber auch ganz zauberhaufte Nebeneffekte: Denn das Designerkleid, das sie beim Dreh auf Island getragen hat, das existiert schon nicht mehr. Sarah findet es furchtbar, dass vor allem Künstlerinnen angehalten werden, immer was Neues auf der Bühne anzuziehen. "Das war ein nachhaltiger Stoff, der jetzt wiederbenutz wird." Und auch der Schmuck aus Silber, wurde bereits wieder eingeschmolzen. Und da schließt sich der Kreis auch wieder zur Idee des Äthers, der keinen Anfang und kein Ende hat.

Stiehler bei SWEET SPOT

Am 8. November 2021 ist die Sopranistin Sarah Aristidou ab 21:05 Uhr bei SWEET SPOT zu Gast und stellt ihr Album "Aether" vor.

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