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Donaueschinger Musiktage 2017 Studenten-Projekt ergründet das Festival

Wie stark ist der alte Mythos "Donaueschinger Musiktage" im Jahr 2017? Ist hier immer noch der Hotspot für Neue Musik, und wie neu ist hier die Neue Musik überhaupt? Fragen über Fragen, mit denen sich U21 gemeinsam mit "terzwerk", der multimedialen Lehrredaktion des Studiengangs Musikjournalismus an der TU Dortmund, bei den Donaueschinger Musiktagen 2017 beschäftigt.

Donaueschinger Musiktage 2017 | Bildquelle: Donaueschinger Musiktage

Bildquelle: Donaueschinger Musiktage

"Donaueschinger Musiktage". Für die Kenner klingt es wie der heilige Gral der Avantgarde, wo das kleine Wort neu mehr Gewichtung bekommt, als bei kaum einem anderen Musikfestival in Deutschland. Der "Normalo" allerdings, der Spielorte wie Realschulsporthalle oder Baarsporthalle liest, ist wahrscheinlich verwundert über die wenig glanzvollen Namen, die ihm da entgegenschlagen. Aber die Donaueschinger Musiktage sind auch kein Festival für "Normalos" und Rationalismus scheint absolut fehl am Platz. In Donaueschingen denkt man in anderen Sphären. Hier, in der baden-württembergischen Landidylle, trifft sich bereits seit über 90 Jahren das Who is Who der Neue Musik-Szene.

Werke, die etwas erdrutschmäßiges haben, sogar ein Genre verändern - das ist hier möglich. Davon lebt der Mythos Donaueschingen.
Björn Gottstein, Festival-Chef

U21 gemeinsam mit "terzwerk", der multimedialen Lehrredaktion des Studiengangs Musikjournalismus an der TU Dortmund, möchte die Künstler vor Ort genauer kennenlernen, das vermeintlich elitäre Flair durchbrechen und herausfinden: Ist überhaupt alles so "neu", wie es durch die Lande schallt? Oder ist es eher ein Zwang, den sich Künstler und Ensembles auferlegen, um dem Begriff der Neuen Musik würdig zu sein - und um jeden Preis neu und modern zu wirken?

Ich glaube, wir haben in diesem Jahr einige Werke, die starke Kontroversen hervorrufen werden. In erster Linie, weil sie auf den ersten Blick wirken wie ein Rückschritt - also plötzlich wieder mit Tonalität arbeiten.
Björn Gottstein, Festival-Chef

Auf der Suche nach der neuen Generation

Klar in die Zukunft weist dieses Jahr erneut das Studierendenprogramm "Next Generation". Aber was macht diese Next Generation eigentlich aus - und welchen Stellenwert hat sie für die Musiktage wirklich? Wir werden die Studenten der Hochschulen Luzern, Stuttgart und Trossingen fragen, wie sie an das Thema Neue Musik herangehen, um stets neue Wege in der Komposition zu bestreiten.

Es ist toll, dass die Studenten vom Next Generation Projekt da sind. Hier hat man mit jungen Leuten zu tun, die einen ganz anderen Blick auf die Musik haben.
Björn Gottstein, Festival-Chef

Auf der Suche nach der neuen Form

Martin Schüttler sprengt heuer die herkömmliche Aufführungssituation mittels Schiffscontainern in seinem Werk "My mother was a piano teacher". Mit seinem Ansatz bestreitet der Kasseler neue Wege: Publikum und Ensemble trennt er voneinander und bricht damit mit der klassischen Konzertstruktur. Während die Musiker abseits des Konzertsaals in Schiffscontainern spielen, wird das Publikum das Geschehen im Konzertsaal in Bild und Ton verfolgen können.

Neben Schüttler darf auch Alexander Schubert seine Experimentierfreudigkeit unter Beweis stellen. Schubert arbeitet in seinem Werk "Codec Error", wie auch in vielen seiner anderen Werke, mit Lichteffekten und einem Berg an Elektronik. Sein Grundansatz: Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Manipulation unseres Körpers? Und wie gehen überhaupt KomponistInnen im 21. Jahrhundert mit den neuen Medien, mit moderner Technik um?

Die Donaueschinger Musiktage 2017 bieten mit insgesamt 20 Uraufführungen und 31 Komponistinnen und Komponisten aus 19 verschiedenen Ländern viel Stoff. Wir sind mittendrin und wollen zur Aufklärung über die elitären und mysteriösen Musiktage beitragen. Unsere Ergebnisse gibt es online - und in einer U21-Spezialsendung am 30. Oktober 2017 auf BR-KLASSIK.

U21 - Deine Szene. Deine Musik - Donaueschinger Musiktage-Spezial

Mit "terzwerk", der multimedialen Lehrredaktion des Studiengangs Musikjournalismus an der TU Dortmund
Montag, 30. Oktober 2017 ab 21.05 Uhr

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