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U21 präsentiert Martin Kohlstedt in München "Ich lasse es laufen"

Taucht man in die Musik von Martin Kohlstedt ein, dann entfalten beruhigende, sphärisch anmutende Klänge ihre Wirkung - fast wie bei einer Meditation. Auch auf Martins neuem Album "Strom" entführt er uns in eine andere Welt, fern von Hektik und Reizüberflutung. Am 10. Dezember kommt er nach München.

Martin Kohlstedt | Bildquelle: J. Konrad Schmidt

Bildquelle: J. Konrad Schmidt

Martin Kohlstedt im U21-Interview

"Strom ist wie eine natürliche Bewegung"

Martin Kohlstedt braucht nur ein Klavier. Da sitzt er, alleine, ganz versunken in einzelnen Tönen. Die Außenwelt vergisst er völlig. Martin improvisiert mit wenigen Tönen, aus Phrasen ergeben sich Melodien, alles strömt und ist im Fluss – wie auf seinem neuen Album, das am 17. November erscheint. Er versuche die natürliche Bewegung der Musik auf "Strom" nicht zu beeinflussen, möchte nichts verkrampft konstruieren, wie Martin erzählt, sondern es einfach laufen lassen.

Strom ist wie eine natürliche Bewegung.
Martin Kohlstedt

Modulare Kompositionen

Seine Stücke in Urform seien erst einmal frei von kompositorischen Gestalten, erzählt Martin. Melodien in seinem Kopf und Phrasen aus vorherigen Konzerten nimmt er mit in sein eigenes Studio und entwickelt das alles zu neuen Stücken weiter. Wichtig sei dabei die Kommunikation - mit dem Publikum, mit Raum und Zeit. "Wenn ich das mit der Gegenwart kontrastiere, dann ist da die Energie, die ich suche und deshalb entwickeln sich die Stücke ständig weiter."

Martin Kohlstedt in München

Martin spielt am Sonntag, 10. Dezember 2017, im Technikum in München - präsentiert von U21. Wir verlosen Karten - in der Radio-Sendung am 13. November, auf unserer Webseite br-klassik.de/u21 und auf unserer Facebook-Seite.

Für sein neues Album "Strom" hat er jetzt zum ersten Mal Elektronik dazu genommen, als zusätzlichen Partner. Seine Basis ist die Improvisation, da gehört für ihn auch Scheitern dazu. Im Konzert kann es also durchaus mal passieren, dass er ein Stück noch mal von vorne anfängt. Das sorgt beim Publikum meist für Unbehagen. Martin weiß das. Er spielt damit. Er wolle den Diskurs und sich reiben, sagt Martin.

Spiele ich in einer Kirche, dann drehe ich die Akustik auf. Auf einem Festival gehe ich in den ganz leisen Ton und versuche die Umgebung und diesen Resonanzkörper Publikum herausfordern.
Martin Kohlstedt

Kryptische Titel

Und wie ist das mit den kryptischen Titeln der Stücke? Die Bedeutung der Titel "CHA", "NAO", "KSY" verrät Martin nicht. Lieber soll sich jeder selbst seine eigenen Gedanken dazu machen. Hinter den Stücken gibt es für ihn eine DNA - die Module sind miteinander verwandt, auch über Albumgrenzen hinaus.

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