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CD des Monats September Simone Rubino "Immortal Bach"

Was fällt euch spontan ein, wenn ihr den Namen Bach hört? Die Cello-Suiten vielleicht? Oder pompöser barocker Klang? Wer denkt, von J.S. Bach schon alles gehört zu haben, dem sei diese CD dringend ans Herz gelegt: Das Debütalbum von Simone Rubino, der den alten Meister ganz neu klingen lässt.

Simone Rubino | Bildquelle: Marco Borggreve

Bildquelle: Marco Borggreve

Als Simone Rubino mit Salatbesteck in der Hand die Töpfe in der Küche seiner Mutter in Italien unsicher machte, dachte wohl noch keiner, dass er mal Bach auf dem Schlagwerk spielen würde. Der musikalische Plan für Simone lautete erst mal: Klarinette spielen. Jedenfalls nach Wunsch seiner Mutter. Doch schon nach zwei Wochen tauschte er das Holzblasinstrument wieder gegen das Salatbesteck ein und wurde Schlagzeuger.

Simone Rubino spielt Bach | Bildquelle: Bayerischer Rundfunk

Bildquelle: Bayerischer Rundfunk

Live im U21-Studio

Simone Rubino spielt Bach

Schlagzeug und Bach - geht das überhaupt zusammen? Das Schlagwerk emanzipierte sich erst im 20. Jahrhundert, doch der Rhythmus spielte auch schon für Bach eine große Rolle. Für den Schlagzeuger Simone Rubino ist Bach "eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration", auch für Neue Musik und Jazz. Der Musiker beschäftigt sich mit dem großen Komponisten auf seiner neuen CD "Immortal Bach".

Johann Sebastian Bach ist für mich unsterblich.
Simone Rubino

Auf das Album hat Simone Rubino sowohl Einspielungen von Bach als auch von modernen Komponisten gepackt. Als Rahmen dient dabei Bachs Suite Nr. 3 in C-Dur für Violoncello und Basso Continuo. Rubinos Interpretation unterstreichen den tänzerischen Charakter des Werkes. Der Arrangeur Eduardov Egüez hat die Suite für Marimba umgeschrieben. Simone entlockt seinem Instrument Klänge, die das Cello ganz schnell in Vergessenheit geraten lassen. Die Sätze folgen nicht unmittelbar aufeinander, sondern bilden ein Gerüst, quasi ein Leitfaden, zu dem man immer wieder zurückkehrt.

KONZERTTIPPS

07. Oktober 2017 Allerheiligen HofKirche, München
28. Oktober 2017 Meistersingerhalle, Nürnberg
03. November 2017 Rathaussaal, Passau
08. November 2017 Klassik im Club, Wiesbaden
19. November 2017 Grosses Haus, Darmstadt
20. November 2017 Grosses Haus, Darmstadt
22. November 2017 Konzerthaus, Darmstadt
10. Dezember 2017 St. Bonifatius, Frankfurt
25. Februar 2018 BASF, Ludwigshafen
15. März 2018 Prinzregententheater, München

Die restlichen Stücke sind Werke moderner Komponisten, die alle in Verbindung zu Bach stehen. Diese Stücke könnten unterschiedlicher nicht sein: Eines erinnert an Jazz, das andere an einen afrikanischen Tanz, im nächsten wird mit Konservendosen ein einzigartiger Sound kreiert  - und danach wird man mit Marimbaklängen in eine andere Welt gebeamt. Oft kommen die Bacheinspielungen dazwischen sehr plötzlich, doch gerade diese krassen Wechsel unterstreichen die Variabilität der Stimmungen, die Rubino mit seinem Schlagwerk erzeugen kann.

Simone Rubino spielt Xenakis | Bildquelle: Bayerischer Rundfunk

Bildquelle: Bayerischer Rundfunk

Live im U21-Studio

Simone Rubino spielt Xenakis

"Immortal Bach" hat Simone Rubino seinem ehemaligen Lehrer Peter Sadlo gewidmet, der im Juli 2016 überraschend verstarb. Mit dieser CD hat sich der junge Schlagzeuger auch einen Kindheitstraum erfüllt: Schon in der Küche seiner Mutter wollte er alles spielen, was irgendwie klingen konnte. Mit "Immortal Bach" zeigt er jetzt der ganzen Welt die Vielfältigkeit des Schlagwerks.

CD-INFO

Immortal Bach
Simone Rubino | Percussion
Sergey Mikhaylenko, Christian Felix Benning, Patrick Stapleton | Gäste auf Track 7 und 11
Label GENUIN

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