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Klassik im Netz Fünf Streaming Portale im Vergleich

Streaming Portal Vergleich | Bildquelle: colourbox.com

Bildquelle: colourbox.com

Bewertet wurden die Portale Idagio, Grammofy, Henry, Spotify und Deezer in fünf Kategorien. Dabei sind jeweils maximal 5 Sterne möglich.

Idagio

1. Der erste Eindruck zählt ***
Dass die Musik im Fokus steht, ist auf der Startseite von Idagio nicht sofort ersichtlich. Hat man sich dann aber reingeklickt, fühlt man sich wie in einem virtuellen Museumsbesuch. Große Bilder eröffnen das Portal und bieten verschiedene Playlists zur Auswahl. Das Design ist schlicht und bildhaft, ideal für Musikliebhaber ab 25+.

Idagio | Bildquelle: IDAGIO GmbH Bildquelle: IDAGIO GmbH 2. Bedienung ****
Bedienen lässt sich die Seite sehr gut. In der oberen Leiste findet man alle Tabs, die das Portal anbietet, darunter zum Bespiel das Angebot, Lieder nach Stimmungen zu finden. Die Playlists sind mit großen Bildern dominierend in der Discovery-Startseite aufgereiht. Jedoch setzt das Portal voraus, dass man der englischen Sprache mächtig ist. Playlists werden daher alle auf Englisch getitelt. 

3. Vorzüge und spezielle Funktionen ****
Idagio kooperiert mit klassischen Musikern und Dirigenten aus aller Welt. Ihnen ist besonders wichtig, dass die Musik auf ihrem Portal für alle User zugänglich ist. Mit einem monatlichen Aufpreis von 5 Euro erhält man zusätzlich eine bessere Klangqualität und kann die Werke auch im Offline-Modus hören. Zudem kann man eine persönliche Playlist anlegen und favorisierte Stücke im Netz mit Freunden teilen.

4. Was bekommt der Künstler? ****
Idagio finanziert sich über Partner, da sie die Musik für jeden zugänglich machen wollen. Es ist nicht ganz transparent, wie viel an die Künstler geht.

5. Gesamtbewertung ****
Wer klassische Musik je nach Stimmungslage hört, ist hier mehr als gut aufgehoben. Auch wenn nicht gleich ersichtlich ist, dass es sich bei Idagio um ein klassisches Streaming Portal handelt, steckt die Liebe im Detail und besonders in den Bildern. Die Webseite ist einfach zu bedienen und ist für jeden zugänglich.

Grammofy

1. Der erste Eindruck zählt *****
Hip, hipper, Grammofy! Mit bewegenden Icons und Bildern lebt die Seite förmlich. Durch kontrastierende, deutlich hervorgehobenen Farben, wie beispielsweise Gelb und Blau und stylischem Minimalismus, wirkt das Portal sehr einladend. Auf jeden Fall geeignet für junge Musikliebhaber mit Interesse für die Klassik.

Grammofy | Bildquelle: Grammofy UG Bildquelle: Grammofy UG 2. Bedienung ****
Auf den ersten Blick muss man sich bei Grammofy erst mal einen Überblick verschaffen. Wenn man ein wenig ausprobiert, merkt man, dass man mit der Maus runterscrollen muss, damit man auf die verschiedenen Playlists kommt. Um auf die vorige Seite zu springen, muss man jedoch das einzelne Tab in der oberen Leiste erneut anklicken. Wenn man den Dreh raushat, ist es einfach zu bedienen.

3. Vorzüge und spezielle Funktionen *****
Grammofy bestimmte Playlists, die in der Regel im 1-Wochen-Takt erscheinen. Man kann aber auch direkt nach Komponisten oder Werken suchen. Grammofy ist kostenpflichtig und kostet im Monat 6,99 Euro, bietet jedoch eine 30-tägige Testversion an. Besonders spannend sind die Werkeinführungen, die vor jedem Titel gespielt werden. Diese Funktion kann auch abgestellt werden, so dass die Musik in einem Durchlauf abgespielt wird. Das Portal legt Wert auf Transparenz und faire Bezahlungen für die Künstler. Darum wird zudem beim Hören sekundengenau abgerechnet.

4. Was bekommt der Künstler? *****
70 Prozent der Einnahmen gehen direkt an den Rechteinhaber.

5. Gesamtbewertung *****
Besonders für das junge Publikum ist das Streaming Portal Grammofy ansprechend. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet sich die Webseite wie ein Gesamtkunstwerk. Beiträge werden zu den wöchentlich erscheinenden Playlists eigens eingesprochen und man lernt auch noch dazu. Auch wenn man auf die Playlists angewiesen ist, bietet Grammofy eine abwechslungsreiche Werkliste.

Henry

1. Der erste Eindruck zählt ***
Das neue Portal ist vom Look sehr einfach gestaltet. Im funktionalen Würfelstil, ist die App (nur als solches zu erhalten) einfach zu überblicken - Henry wirkt einladend für junge Klassikfans, die Lust auf was Neues haben.

Henry | Bildquelle: PODIUM Esslingen Bildquelle: PODIUM Esslingen 2. Bedienung ***
Die App ist aufgebaut wie ein Würfel: Einmal spielt es Musik, dann gibt es einen Podcast mit Sharing-Funktion. Auf einer weiteren Seite des Würfels findet man einen Chat, Videos, Web und Playlists. Beim Anklicken eines Videos landet man auf YouTube. Es gibt keine Zeitangaben, keine Zeitleisten und man kann weder vor- noch zurückspulen.

3. Vorzüge und spezielle Funktionen ***
Henry ist ein Portal, das nur kuratierte klassische Werke veröffentlicht. Die Präsentation zeitgenössischer Musik von unbekannteren Künstlern wird hier groß geschrieben. Die App ist kostenfrei und finanziert sich über Fördergelder.

4. Was bekommt der Künstler? Keine Sterne
Henry finanziert sich über Fördergelder. Wieviel davon an den Künstler geht, ist nicht bekannt.

5. Gesamtbewertung ***
Henry ist ein innovatives und neues Musikportal, entwickelt von den Machern des PODIUM Festivals in Esslingen. Mit den kuratierten Werken, Podcasts und Videos ist man dem Angebot der App ausgeliefert. Daher bietet sie sich für interessierte Nicht-Klassikhörer an, die etwas dazu lernen möchten.

Spotify

1. Der erste Eindruck zählt ****
"Musik ohne Grenzen" lautet das Motto von Spotify und das ist auf der Startseite deutlich erkennbar. Das schlichte in Schwarz gehaltene Design mit seinem grünen Spotify-Logo wird durch CD-Cover und Künstlerbilder gestaltet. Links unten befindet sich der Player, rechts oben das Suchfeld.

Spotify | Bildquelle: Spotify Bildquelle: Spotify 2. Bedienung *****
Schon auf der Startseite bietet Spotify verschiedene Möglichkeiten, Musik zu hören. Das Suchen nach verschiedenen Musikgenres ist einfach: links oben im Suchfeld nur den Titel oder Stil eingeben und schon werden einem verschiedene Vorschläge angezeigt. Auch in Hinblick auf klassische Musik werden hier verschiedene und auch neue Künstler vorgestellt. All diese Funktionen benötigen nur wenige Klicks.

3. Vorzüge und spezielle Funktionen ***
Als nicht nur Klassik-Portal bietet Spotify dennoch eine große Anzahl von klassischen Werken von Künstlern weltweit. Besonders in großen Streaming Portalen wie Spotify ist es möglich, verschiedene Interpretationen und Fassungen verschiedener Werke zu hören. In einer werbefreien, aber kostenpflichtigen Premiumversion (4,99 Euro -14,99 Euro), bietet Spotify eine bessere Soundqualität, ein Offline-Modus und eine Multi-Channel-Funktion.

4. Was bekommt der Künstler? **
Pro geklicktes Lied erhalten die Rechteinhaber zwischen 0,6 und 0,84 Cent.

5. Gesamtbewertung ****
Als einer der größten Streaming Portale der Welt ist Spotify ein nützlicher Player, um an möglichst viel Musik zu kommen. Die Seite ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Leider weiß man nicht genau, wie viel die Künstler verdienen und User, die keinen Account haben möchten, müssen sich auf einige Werbeunterbrechungen einstellen.

Deezer

1. Der erste Eindruck zählt ***
Deezer: Eine schlichte Musikbibliothek bei der auf den ersten Blick alles angeboten wird, was die Musikwelt so bereit stellt. Das Design erinnert an Spotify, nur arbeitet Deezer mit einem weißen Hintergrund, kleineren Baukästen, die hauptsächlich mit Motto- oder Stimmungsbildern beworben werden.

Deezer | Bildquelle: Deezer Bildquelle: Deezer 2. Bedienung *****
Die Suche funktioniert sehr gut. Angezeigt werden alle Titel, Künstler, Alben, Podcasts usw., die mit dem Suchbegriff zu tun haben. Falls man sich lieber musikalisch inspirieren lassen möchte, kann man das mit nur einem Klick auf der Startseite tun.

3. Vorzüge und spezielle Funktionen ***
Ähnlich wie bei Spotify bietet Deezer als weltweit größter Online-Streaming Dienst klassische Musik en masse. Für monatliche 9,99 Euro kann man offline alle Musiken werbefrei hören und herunterladen. 

4. Was bekommt der Künstler? ***
Je nach Monat und Land bezahlt Deezer 0,5 – 3,5 Cent an den Rechteinhaber pro Klick.

5. Gesamtbewertung ****
Mit 40 Millionen Songs besitzt Deezer den größten Musikkatalog in der Welt der Streaming Portale. Das Angebot von klassischer Musik ist daher auch breit aufgestellt. Anders als bei Grammofy oder Henry, bietet Deezer, ebenso wie Spotify auch keine speziellen Extras oder Infoblöcke für klassische Musik.

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