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Album der Woche – Romantic Cello Concertos Raphaela Gromes spielt Klengel und Schumann

Von Julius Klengel kennt man vielleicht seinen Hymnus für 12 Violoncelli, dann wird's dünn. Ein klassischer One-Hit-Composer? Mitnichten. Klengel war einer der großen Cello-Virtuosen des späten 19. Jahrhunderts. Er schrieb vier Cellokonzerte, von denen Raphaela Gromes jetzt das dritte für die Musikwelt entdeckt hat. Ein Werk, das sich wirklich lohnt.

CD-Cover: Raphaela Gromes spielt Cellkonzerte von Klengel und Schumann | Bildquelle: Sony Classical

Bildquelle: Sony Classical

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Raphaela Gromes spielt Schumann und Klengel

Die Auswahl an großen Cellokonzerten ist überschaubar. Geiger und Pianisten haben es da ungleich besser. Von daher ist jede Repertoire-Erweiterung ein Segen – und eine so schöne wie die jetzt von Raphaela Gromes wiederentdeckte allemal. Das dritte Cellokonzert des 1859 geborenen Virtuosen Julius Klengel lohnt die Ausgrabung: wunderbare Kantilenen, ebenso viel Dramatik wie geistvoller Witz, Eleganz und Virtuosität, sehr gelegentlich ein Schuss Wehmut und eine große auskomponierte Kadenz – all das verbunden mit hohem technischen Anspruch und ganz viel Geschmack.

Kurz und bündig

Dieses Album wird lieben, wer ...
... das Cello insgeheim schon immer für das klangschönste Instrument hielt.

Dieses Album lohnt sich, weil ...
... es ein wunderschönes Konzert dem Vergessen entreißt.

Dieses Album hat gefehlt, weil ...
... Raphaela Gromes auf CD bislang noch nicht mit Orchester zu erleben war.

Unterhaltsam, aber nicht oberflächlich

Julius Klengel, als musikalisches Wunderkind gefeiert und später als berühmter Virtuose Solocellist im Leipziger Gewandhausorchester, beherrschte sein Instrument nicht nur perfekt, er wusste es auch kompositorisch ins beste Licht zu rücken. Klengel schrieb sich gesanglich verträumte Melodien genauso auf den Leib wie höchst wirkungsvolle dramatische Passagen. Dass das gut 20-minütige, im allerbesten Sinne unterhaltsame, dabei aber alles andere als oberflächliche Konzert nach seiner Uraufführung 1892 im Leipziger Gewandhaus in den Dornröschenschlaf versank, ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund der rein zahlenmäßig eher schwachen Konkurrenz erstaunlich und schade.

In allerbesten Händen

Dass dieser zauberhafte musikalische Prinz von der 30-jährigen Münchener Cellistin Raphaela Gromes wachgeküsst wurde, ist keine Überraschung. Ihre Entdeckerfreude galt unter anderem Jacques Offenbach und einer frühen Fassung der Cellosonate von Richard Strauss. Sie ist auf mittlerweile sieben CDs ebenso gut dokumentiert, wie die Klangschönheit und Geschmackssicherheit ihres luftigen, dabei überaus farbigen und ausdrucksintensiven Cellospiels. Julius Klengels hochromantisches Konzert ist bei Raphaela Gromes jedenfalls in den allerbesten Händen, und das gilt ähnlich für die sensible Begleitung durch das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der wachen Leitung des jungen Australiers Nicholas Carter.

Eindrucksvolle Konzertdebüts

Wie sehr der jungen Cellistin die Musik von Richard Strauss liegt, hat Raphaela Gromes bereits auf einem kompletten Album gezeigt. Entsprechend gelingt ihr die Romanze für Cello und Orchester des 19-jährigen Strauss traumwandlerisch schön. Und auch ihre Interpretation des Cellokonzerts von Robert Schumann ist tadellos, wenn auch nicht das Ereignis ihres ersten Albums mit Orchester. Dieses geniale Konzert lässt sich nachdrücklicher und intensiver deuten, als Raphaela Gromes es hier wagt. Den rundum positiven Gesamteindruck dieses eindrucksvollen Konzertdebüts der jungen Münchenerin vermag das nicht zu trüben.

Infos zur CD

Romantic Cello Concertos

Julius Klengel: Cellokonzert Nr.3 a-Moll op. 31
Robert Schumann: Cellokonzert a-Moll op. 129

Raphaela Gromes, Violoncello
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Nicholas Carter

Label: Sony classical

Sendung: "Piazza" am 23. Januar 2021 um 08:05 Uhr auf BR-KLASSIK

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