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CD - Pauline Viardot Deutsche Lieder

Die junge deutsch-griechische Sopranistin Miriam Alexandra räumte bereits während ihres Studiums in Karlsruhe und Köln Wettbewerbs-Preise und Stipendien ab. Und das, obwohl sie sich nicht mit dem herkömmlichen Repertoire begnügt, sondern mit besonderer Vorliebe die Seitenwege der Musikgeschichte erforscht. Dort traf sie auf die Komponistin Pauline Viardot, über die sie 2014 promovierte und deren Lieder sie zur Edition bei Breitkopf & Härtel vorbereitet. Natürlich interpretiert Miriam Alexandra diese musikalischen Fundstücke auch selbst, und zwar auf ihrer Debüt-CD.

CD-Cover Pauline Viardot: Deutsche Lieder | Bildquelle: Oehms Classics

Bildquelle: Oehms Classics

Der CD-Tipp zum Anhören

Im Pariser Domizil der spanischen Sängerfamilie Garcia war die Musik "die Luft, die man atmet“, schrieb Camille Saint-Saens und hatte damit sicher Recht: Die älteste Tochter des Hauses war die legendäre Sopranistin Maria Malibran, doch auch ihre jüngere Schwester Pauline durchlief eine glänzende Opernkarriere als Interpretin Rossinis, Bellinis, Donizettis und Meyerbeers. Nach ihrer Heirat mit dem Literaten Louis Viardot und ihrem Rückzug von der Bühne kehrte sie Frankreich den Rücken und ließ sich samt Familie in Baden-Baden nieder. Dort gründete Pauline Viardot einen Salon, in dem man Clara Schumann und Johannes Brahms genauso antreffen konnte wie Theodor Storm oder das preußische Königspaar. Nun besann sich Pauline, die sechs Sprachen fließend beherrschte, wieder auf ihre Liebe zur Komposition und zur deutschen Lyrik.  

Spanischer Pfeffer für Mörike

Rund 250 Kompositionen sind von Pauline Viardot überliefert, neben Kammermusik und kleineren Bühnenwerken besonders Klavierlieder nach Gedichten von Goethe, Heine, Hugo, Puschkin und Turgenjew. "Deutsche Lieder“ wählte Miriam Alexandra für ihr Debüt-Album aus, die meisten auf Gedichte von Eduard Mörike, vom "blauen Band“ des Frühlings bis zur kecken "Nixe Binsefuß“. Pauline Viardot reiste mit ihren Mörike-Vertonungen sogar nach Stuttgart, um sie dem Dichter persönlich vorzutragen. Der schwäbische Romantiker soll dabei an einigen Stellen zusammengezuckt sein und lächelnd bemerkt haben: "Das ist aber starker spanischer Pfeffer“.

Silberheller Sopran mit klarer Diktion

"Eine Komponistin von Genie" - so urteilte Franz Liszt über Pauline Viardot, die als Kind seine Klavierschülerin gewesen war. Sie wurde zunächst zur Pianistin ausgebildet, nach dem frühen Tod ihrer berühmten Schwester jedoch dazu gedrängt, die Familientradition als Opernsängerin fortzuführen. Der pianistische Hintergrund ist dem oft anspruchsvollen Klavierpart ihrer Lieder deutlich anzumerken, so dass der renommierte Liedbegleiter Eric Schneider durchaus nicht unterbeschäftigt ist, sondern als subtiler Partner der Solistin auftritt. Miriam Alexandra erfreut durch silberhellen Sopran, klare Diktion, ungekünstelten Erzählton und nicht zuletzt ihr beherztes Engagement für eine Komponistin, die wir nur als Sängerin kannten.

Pauline Viardot: Deutsche Lieder

Miriam Alexandra (Sopran)
Eric Schneider (Klavier)

Label: Oehms Classics

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