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Robert Woodcock Ein unbekannter Meister englischer Barockmusik

In der englischen Musikgeschichte gibt es noch jede Menge Komponisten zu entdecken. Einer von ihnen ist der Gentleman-Musiker und Maler Robert Woodcock, der ausnehmend geschmackvolle Barockkonzerte komponiert hat.

CD-Cover - Robert Woodcock: Flöten- und Oboenkonzerte | Bildquelle: © Panclassics

Bildquelle: © Panclassics

Der CD-Tipp zum Nachhören

Bei oberflächlicher Betrachtung der englischen Musikgeschichte kann man leicht den Eindruck bekommen, dass da zwischen Henry Purcell und Benjamin Britten eine große Lücke klafft. Aber natürlich wurde auch in England zwischen Frühbarock und Moderne fleißig und auf hohem Niveau komponiert und musiziert. Nur haben diese Komponisten eben meistens keine internationale Bedeutung erlangt und sind außerhalb des Inselreichs kaum bekannt geworden. Es gibt dort noch jede Menge erstklassige Musik aufzuspüren. Eine solche Entdeckung ist der englische Barockkomponist Robert Woodcock.

Georg Friedrich Händel zugeschrieben

Woodcock, der 1690 im Londoner Stadtteil Chelsea geboren und nur 38 Jahre alt wurde, war kein hauptberuflicher Musiker. Er war ein erfolgreicher Marinemaler. Seine meisterhaft gemalten Seestücke von Gefechten mit Segelschiffen hängen noch heute im National Maritime Museum in Greenwich. Aber Robert Woodcock war als englischer Gentleman, der einer wohlhabenden Familie entstammte, äußerst musikalisch. Er soll ausgezeichnet Oboe und Flöte gespielt haben. Und er komponierte auch für seine Instrumente. Seine einzigen überlieferten Werke sind die 1727 in London im Druck erschienenen 12 Konzerte. Drei Konzerte für Sopranblockflöte, drei für Traversflöte, drei für 2 Sopranblockflöten und drei für Oboe. Woodcocks Oboenkonzerte waren sogar die ersten Solokonzerte aus England für dieses Instrument. Eines dieser Oboenkonzerte wurde wegen seiner Meisterschaft sogar über 200 Jahre lang fälschlich Georg Friedrich Händel zugeschrieben.

Must have für Fans der Barockmusik

Das noch junge Ensemble Odyssee aus Amsterdam hat jetzt die drei Konzerte für Sopranblockflöte und die drei Oboenkonzerte des malenden Komponisten beim Label Panclassics mustergültig eingespielt. Der Oboist und Blockflötenvirtuose Georg Fritz, der bei Dorothee Oberlinger in Salzburg studiert hat, überzeugt in den drei Oboenkonzerten mit einem warmen, gefühlvollen Ton auf seinem Barockinstrument. Und die Blockflötenspielerin Anna Stegmann spielt ihre drei Flötenkonzerte ebenso virtuos wie seelenvoll. Eine äußerst gelungene CD, die sowohl durch ihre Musikalität als ihre Aufnahmequalität überzeugt. Und Robert Woodcock ist es wirklich wert, wiederentdeckt zu werden. Ein must have für Fans der Barockmusik.

Robert Woodcock: Flöten- und Oboenkonzerte

Anna Stegmann (Flöte), Georg Fritz (Oboe)
Ensemble Odyssee

Label: Panclassics

Sendungsthema aus "Tafel-Confect" vom 29. Juli 2018, 12.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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