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Zum Tod des Dirigenten Alberto Zedda Ein Leben für Rossini

Der Dirigent Alberto Zedda ist am 6. März im Alter von 89 Jahren gestorben. Er war auch als Musikwissenschaftler aktiv und einer der führenden Rossini-Experten. Von 2001 bis 2015 war er Künstlerischer Leiter des Rossini Opera Festival in Pesaro.

Der Dirigent Alberto Zedda | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Einen Namen gemacht hat sich der Musikwissenschaftler Zedda vor allem durch seinen Einsatz für die in Vergessenheit geratene Opern des italienischen Opernkomponisten Gioachino Rossini: Er schaffte es, das Publikum wieder für die Werke des in Pesaro geborenen Komponisten zu begeistern.

International gefragter Pultstar

Geboren wurde Zedda am 2. Januar 1928 in Mailand. Dort studierte er später auch Musikwissenschaft. Den entscheidenden Schub bekam seine Karriere 1957, als er einen Wettbewerb für Orchesterdirigenten gewann. Dem schlossen sich Engagements an der Deutschen Oper in Berlin, der New York City Opera und der Wiener Staatsoper an; er wurde künstlerischer Leiter an der Mailänder Scala und dem Teatro Carlo Felice in Genua.

Begeisterter Rossini-Forscher

1981 kam er als künstlerischer Berater zum Rossini Opera Festival nach Pesaro. Als dessen künstlerischer Direktor arbeitete er von 2001 bis 2015. Das gemeinsame Wiederentdecken unbekannter Rossini-Opern sei ein langes und anregendes Abenteuer gewesen. Das berichtet der langjähriger Freund Zeddas, Gianfranco Mariotti. "Ein Abenteuer, das mit Hoffnung, Ängsten, Kämpfen und gemeinsamen Triumphen erfüllt war", sagte er laut einer Mitteilung am Dienstag.

Tätig bis zuletzt

Noch eine Woche vor seinem Tod, am 28. Februar, sollte Zedda "La Cenerentola" von Rossini in Pesaro dirigieren. Die Folgen einer Operation hielten ihn dann aber ab, auf das Podest zu steigen, berichteten italienische Medien am Dienstag. Dem Orchester hatte er demzufolge aber eine Botschaft hinterlassen: "Es wird ein unvergesslicher Abend, auch ohne mich."

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