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ARD-Musikwettbewerb 2021 – eine Bilanz Jubiläumsausgabe in besonderen Zeiten

Zwei Wochen haben die Teilnehmer des 70. Internationalen Musikwettbewerbs der ARD Zuhörer und Fans begeistert und Juroren überrascht. Nach den Fächern Klavierduo, Horn und Gesang ist der Wettbewerb mit dem Finale im Fach Geige am 12. September zu Ende gegangen. BR-KLASSIK zieht Bilanz.

Preisträger des ARD-Musikwettbewerbs 2021 | Bildquelle: Daniel Delang

Bildquelle: Daniel Delang

Wie auf einem anderen Planeten fühlten sich David Salmon und Manuel Vieillard vom Geister Duo, als ihr Name für den ersten Preis im Fach Klavierduo des ARD-Musikwettbewerbs aufgerufen wurde. Übereinstimmend im vierhändigen Spiel und brillant im musikalischen Dialog überzeugten die beiden Franzosen die Jury unter Vorsitz des Pianisten Andreas Groethuysen.

Endlich wieder vor Publikum spielen

Dieses erste Finale des ARD-Musikwettbewerbs war mehr als nur das Ende eines Marathons durch vier Runden. Denn nachdem die ersten zwei Runden ohne Publikum stattfanden, kam erst jetzt das dazu, wofür dieser Wettbewerb steht: Begeisterung, Fachgespräche im Foyer, mitfieberndes Publikum.

Radio-und Video-Tipps

Vom 13. bis 17. September steht der ARD-Wettbewerb täglich im Mittelpunkt des Abendprogramms von BR-KLASSIK. Am Montag ab 21:00 Uhr stellt "Sweet Spot" die Preisträgerinnen und Preisträger vor. Am Dienstag blickt Annekatrin Hentschel ab 20:00 Uhr auf Preisträger der vergangenen Jahre zurück. Von Mittwoch bis Freitag gibt es dann die drei Preisträgerkonzerte live im Hörfunk sowie im Videostream.

Bis zum Schluss war es eine Zitherpartie, ob das alles ohne Pandemie-Zwischenfall über die Bühne gehen würde. Zwar war das Gros der über 220 Teilnehmer nicht vor Ort und hatte die erste Runde per Video absolviert. Allerdings hatte das Team des ARD-Musikwettbewerbs immer noch 70 Kandidaten und 28 Juroren aus über 20 Ländern in München zu Gast. Es sei gut gegangen, freut sich Oswald Beaujean, der mit Meret Forster die künstlerische Leitung innehat. Die Erleichterung, dass das alles so reibungslos abgelaufen ist, sei natürlich riesig. Außerdem habe sich gezeigt, wie richtig es war, die erste Runde digital stattfinden zu lassen.

Wenn man sich vorstellt, es wären 230 Teilnehmer hier in München gewesen. Das wäre gar nicht gegangen.
Oswald Beaujean

Vier Uraufführungen

Mit Auftragswerken in jeder der vier Kategorien fördert der ARD-Musikwettbewerb auch neue Kompositionen. So etwa das Stück "Katz und Vogel" der Schwedin Britta Byström im Fach Horn, für das der Chinese Yun Zeng als bester Interpret ausgezeichnet wurde. Über den ersten Preis in der Kategorie Horn freute sich der Schweizer Pascal Deuber vom Bayerischen Staatsorchester, über den ersten Preis in der Kategorie Gesang die lyrische Sopranistin Anastasiya Taratorkina.

Ich habe die ganze Zeit genossen. Und ich wollte alles zeigen, was ich kann.
Anastasiya Taratorkina

Schließlich wurden am 12. September die Preise im Fach Violine vergeben. Drei vom Niveau her sehr nah beieinanderliegende Finalisten sorgen für Spannung bis zuletzt. Am Ende war es der Japaner Seiji Okamoto, der den ersten Preis der Geigerinnen und Geiger mit nach Hause nahm.

Nicht im Pandemiemodus bleiben

Jetzt bei dem Modus zu bleiben, den die Pandemie erzwungen hat – mit einem ersten Durchgang als Video-Runde –, davon rät Frank Martin Erben, Leipziger Gewandhauskonzertmeister und Geigen-Juror dringend ab. Er ist überzeugt: Für die jungen Leute, die sich intensiv vorbereitet haben und diesen Push für ihre Karriere und für ihre Entwicklung brauchen, wäre das fatal.

Bitte wieder die erste Runde mit Publikum und vor der Jury.
Frank Martin Erben

Sendung: "Leporello" am 13. September 2021 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Alle Finale im VIdeo

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