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Zum Tod von Dmitri Hvorostovsky Verlust eines charismatischen Opern-Stars

Mit seiner weichen Baritonstimme und der silbergrauen Mähne verzauberte Dmitri Hvorostovsky sein Publikum. Nun ist der Opernsänger im Alter von 55 Jahren nach langer Krankheit gestorben. BR-KLASSIK erinnert an Hvorostovsky und seine einzigartige Geschichte.

Bariton Dmitri Hvorostovsky | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Nachruf

Dmitri Hvorostovsky gestorben

Seit er mit 27 Jahren einen Flugzeugabsturz überlebt hatte, war Dmitri Hvorostovsky sehr spirituell. Geistliche Musik bedeutete ihm nicht weniger als all die anderen Sparten, in denen er unterwegs war, um die Herzen des Publikums zu erobern: Volksmusikalisches und Populäres stand in seinem Repertoire neben dem klassischen Lied und der Oper.

Weicher Bariton mit silberner Mähne

In Russland war er sogar bei Teenagern beliebt - natürlich nicht nur wegen seiner weichen Baritonstimme, mit der er aus tiefen Registern bruchlos und mit der größten Natürlichkeit in tenoral strahlende Höhenregionen aufsteigen konnte. Die stattliche Erscheinung tat ihre Wirkung: mit der prägnanten silbergrauen Mähne auf dem Kopf, den abgründig glühenden Augen. Schon mit 35 Jahren wusste Dmitri Hvorostovsky, welcher cleveren Planung er seinen Welterfolg zu verdanken hatte: "Ich war jung genug und andererseits auch alt genug, um Dinge zu vermeiden, die der Stimme schaden könnten - wie etwa zu dramatische Partien", so Hvorostovsky. Zu Beginn seiner Karriere sang er vor allem Liederabende - und das mit Erfolg. "Wenn ich zu Beginn nur Opernpartien gesungen hätte, wäre ich wohl überhaupt nicht bekannt geworden", meint Hvorostovsky. Damals hätten ihm die stimmlichen Voraussetzungen für schwere Partien noch gefehlt.

Dmitri Hvorostovsky - Früher Anfang und Durchbruch

Drei Jahre war das Kind von Amateurmusikern in einer Plattenbausiedlung des sibirischen Krasnojarsk alt, da entdeckte es seine Lust am Singen. Als Instrumente kamen Klavier und Bajan hinzu, das russische Akkordeon. Magisch angezogen fühlte sich der heranwachsende Dmitri von Schallplatten italienischer Gesangslegenden, von den Stimmen Enrico Carusos oder Tito Gobbis etwa. Mit 27 gewann Hvrostovsky - und nicht der ebenfalls angetretene Bryn Terfel - den berühmten Wettbewerb in Cardiff. Die renommiertesten Adressen der Opernwelt riefen nun nach ihm: 1995 die Salzburger Festspiele für den Grafen Almaviva Mozarts zum Beispiel, 1997 die Bayerische Staatsoper für den Figaro Rossinis.

Paraderolle: Eugen Onegin

Langsam arbeitete sich der Sänger aus Sibiren durch die Epochen der Musikgeschichte vor - ausgehend vom Barock über die Wiener Klassik bis zur Romantik. Neben seiner Affinität zu Verdi war die zu den heimischen Größen offensichtlich, etwa die zu Tschaikowsky und seinem Antihelden Eugen Onegin. Hvorostovskys Überzeugungskraft war von einer derartigen Verführer-Aura umgeben, dass man glaubte, ihr müsste jeder erliegen - egal, ob Mann oder Frau. Der Tod des 55-Jährigen ist ein herber Verlust für die Musikwelt.

Sendung: "Leporello" am 22. November 2017 ab 16:05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (12)

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Dienstag, 05.Dezember, 12:23 Uhr

Queck Brigitte

Zum Tod von Dimitri Hvorstovsky

Mein tievstes Mitgefühl seiner Familie und dem Lande Russland zum großen Verlust seines herausragenden Baritons und Opernsängers !

Samstag, 02.Dezember, 04:41 Uhr

Reiner Kausen

Tod von Dimitri Hvorostovsky

Danke, und nochmals Danke für diese Beiträge...
Dimitri H.s Tod hat mir sehr betroffen, und noch mehr traurig gemacht... und die hiesige Presse und auch die großen Fernsehanstalten haben so gut wie keine Notiz davon genommen. Auch das hat mich betroffen gemacht.
Ich glaube, es lässt sich noch gar nicht ermessen, was für eine Lücke er in der Musikwelt hinterlässt. Für mich war er einzigartig, als Mensch, als Künstler, als Mime, ausgestattet mit einer Jahrhundertstimme, der beste Bariton der Welt.
Ich wusste nicht, dass er so krank war, deshalb traf es mich wie ein Keulenschlag.
Mit welcher Größe hat er seine Krankheit getragen, hat sie überspielt, weiter gelebt, weiter gesungen, bis es gar nicht mehr ging. Er wollte nicht bemitleidet werden. Er war ein Sympathieträger, mit viel Charme, sein Lächeln konnte bezaubern. Oft stehlen die Tenöre den anderen Stimmen die Show, aber nicht, wenn Dima mit auf der Bühne war.

Mittwoch, 29.November, 23:10 Uhr

Hilde Nork

Zum Tod von Dmitri Hvorostovsky

Ein riesengroßer menschlicher und künstlerischer Verlust, wir sind zutiefst traurig! Wir werden ihn vermissen!

Montag, 27.November, 17:25 Uhr

Gérard Le Roux

DMITRI HVOROSTOVSKY

Was für einen einmaligen Sänger!
Wie traurig dass solch einen Künstler uns so früh verlassen musste.
Sein Abgang hinterlässt ein Vakuum.

Sonntag, 26.November, 23:08 Uhr

Gabriele Ertl

Ein großer Verlust

Unfassbar, dass dieser grandiose Künstler so früh gehen musste. Ein herber Schlag für seine Familie und vor allem die Kinder und die Opernwelt wird diesen charismatischen, intelligenten Sänger mit seinem unverwechselbaren Timbre vermissen - doch nicht vergessen. Es ist unendlich traurig

Freitag, 24.November, 13:50 Uhr

Hoffmann, Hans-Gerhard

Tod eines Genies

Ich habe ihn aus dem Internet bei einem Download der Zyklen Sowjet-Songs kennengelernt.
Er war sicherlich ein Botschafter der Sowjetunion und der Russländischen Föderation in positiver Wirkung.
Schade um dieses Genie
Die Welt wird ihn vermissen und in Ehren halten

Freitag, 24.November, 11:21 Uhr

Kristina NOLTE-THUMM

Dmitrij Hvorosdovsky

Wir werden ihn sehr vermissen - auch bei den Opern- Übertrahungen aus der MET N.Y. Ein wunderbarer Musiker und sympathischer Mensch wird fehen!

Donnerstag, 23.November, 23:00 Uhr

Wolfien - Mokadem

Tod von Dmitri Hvorostowski

Ich bin entsetzt..Mein Mitgefühl für die Familie! Dima,Rest in Peace !

Donnerstag, 23.November, 19:11 Uhr

Sarah und Frank Distel

Dmitri Hvorostovsky

Dmitri Hvorostovsky ist tot. Wir sind sehr traurig aber auch froh, dass wir ihn noch im Oktober 2016 in der Philharmonie Berlin live erleben durften. Sein warmer Bariton bleiben uns allen, die wir ihn liebten, erhalten. Seiner Familie, seiner Frau, seinen Kindern, Eltern und Freunden gilt unser tief empfundenes Beileid. Rest in Peace, Dmitri Hrovostovsky!

Donnerstag, 23.November, 15:36 Uhr

Gudrun Gebhardt

Dmitri Hvorostovsky

Unendlich traurig über seinen Tod. Ich hatte mir so gewünscht, ihn noch einmal auf der Bühne zu erleben. Drei Mal habe ich ihn gehört, als Almaviva, Vater Germont und Rigoletto (ich habe viele Jahre in London gelebt). So oft fließen bei mir nicht die Tränen, aber sein Piangi, fanciulla, piangi ging unter die Haut. Diese Stimme hatte einen Nachhall; die man im Radio sofort identifizierte. Auch wenn es sich "platt" anhört, aber sie ist viel zu früh verstummt. Im übrigen habe ich den Hype um Tenöre nie verstanden. In der Rigoletto-Inszenierung sang Rolando Villazon den Herzog - so what? Gruß Gudrun Gebhardt

Mittwoch, 22.November, 22:59 Uhr

Heinz joachim

Tod von Dmitri Hvorostovsky

Der frühe Tod dieses Weltstars macht traurig.
Ich habe immer gehofft ihn einmal in der
Alten Oper in Frankfurt erleben zu können.
Russland , Europa und die Welt hat einen
Grossen Künstler verloren. Durch die Medien
Wird seine Stimme unsterblich bleiben.

Mittwoch, 22.November, 20:17 Uhr

Lanzendörfer

Moskau live

Ich habe Dimitri und Anna auf dem Roten Platz live gesehen. Dieser Tag war das schönste in meinem Leben. Zwei wunderbare Menschen und Persönlichkeiten. Ich bin sehr traurig
Ich habe nun viele russische Freunde in Moskau.

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