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Countertenor Cencics neues Barockfestival Raritäten von Porpora und Vinci in Bayreuth

Mit seltenen Bühnenwerken von Nicola Porpora und Leonardo Vinci wird Max Emanuel Cencic sein neues Barockfestival in Bayreuth eröffnen. Der Countertenor übernimmt zunächst für drei Jahre die künstlerische Leitung des Festivals. "Bayreuth Baroque" soll erstmals vom 3. bis 13. September 2020 stattfinden, wenige Tage nach dem Ende der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele am 30. August.

Innenansicht des Markgräflichen Opernhauses in Bayreuth | Bildquelle: Achim Bunz

Bildquelle: Achim Bunz

Interview

Max Emanuel Cencic zu Bayreuth Baroque

Mit fünf Konzerten und zwei Opernproduktionen aus der Entstehungszeit des Markgräflichen Opernhauses wird das neue Festival "Bayreuth Baroque" starten. Nicola Porporas Bühnenwerk "Carlo il Calvo" wird das elf Tage dauernde Barockfestival eröffnen. Max Emanuel Cencic inszeniert die Oper neu und wird selbst als Lottario zu erleben sein. In weiteren Rollen präsentieren sich u.a. Julia Lezhneva und Franco Fagioli. Die zweite Opernproduktion des Festivals ist Leonardo Vincis "Gismondo, Re di Polonia" gewidmet, mit Max Emansuel Cencic in der Titelrolle. An den opernfreien Abenden wird es Konzerte an wechselnden Orten geben. Ein Höhepunkt ist das Gala-Konzert von Joyce di Donato und Il Pomo d'oro am 6. September.

Das Markgräfliche Opernhaus ist sicherlich das schönste Opernhaus der Welt.
Max Emanuel Cencic

Das Markgräfliche Opernhaus neu belebt

Spielort der Opern wird das Markgräfliche Opernhaus sein. Für Max Emanuel Cencic, der das neue Festival kuratiert, ist es das "sicherlich schönste Operhaus der Welt" und ein einzigartiger Ort der Musikgeschichte. "Große Sänger und Interpreten sind hier aufgetreten, Opern von Telemann und Hasse wurden aufgeführt. In diesem geschichtsträchtigen Haus Opern zu präsentieren, die seit 300 Jahren nie oder kaum gespielt wurden, ist für mich ein Traum, der wahr wurde", so der österreichische Sänger. Das Opernhaus ließ Wilhelmine von Bayreuth im Jahr 1748 errichten, anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter. Seit 2012 ist es Weltkulturerbe der Unesco. Im April 2018 wurde das Opernhaus nach längeren Renovierungsarbeiten wiedereröffnet. "In den letzten dreißig Jahren ist Barockmusik immer populärer geworden. Damit wird auch der geschichtliche Aspekt Bayreuths immer wichtiger", erklärt Cencic. "Ich bin sehr glücklich darüber, dass der Stadtrat und die Region Franken sich dazu entschlossen haben, ein Festival ins Leben zu rufen, das wirklich auch diesen Aspekt der Stadt unterstreicht." Er hofft, viele neue, internationale Gäste nach Bayreuth zu locken.

Max Emanuel Cencic Countertenor | Bildquelle: Anna Hoffmann Der Künstlerische Leiter des Festival "Bayreuth Baroque": Countertenor Max Emanuel Cencic | Bildquelle: Anna Hoffmann

Erst Richard Wagner, dann Barock

Benedikt Stegmayer, Kulturreferent in Bayreuth, bezeichnet das neue Barockfestival als "absoluten Glücksfall" für die Stadt. Für die Zukunft ist geplant, dass das Festival alljährlich im September stattfinden soll und elf Tage dauern wird. Damit schließt es zeitlich direkt an die Richard-Wagner-Festspiele an. Ob sich die beiden Festivals gegenseitig Konkurrenz machen? Cencic sieht das überhaupt nicht so. "Natürlich sind die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth sehr wichtig. Aber Wagner ist ja gerade nach Bayreuth gekommen, weil es das Markgräfliche Opernhaus gab."

Wir sind wie eine Karawane, die nach Bayreuth einzieht.
Max Emanuel Cencic

Die Proben für die beiden Opernproduktionen werden extern stattfinden. Erst einige Tage vor dem Festivalbeginn werden die Künstler in Bayreuth eintreffen, erzählt der Künstlerische Leiter: "Das ist ein bisschen wie eine Karawane. Die Leute kommen von überall her, wir proben an verschiedenen Orten und bauen dann alles in drei, vier Tagen zusammen. Das ist wahnsinnig aufregend."

Sendung: Leporello am 5. Februar 2020 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Einzelheiten zu Programm und auftretenden Künstlern finden Sie demnächst auf der Homepage des Festivals "Bayreuth Baroque"

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