BR-KLASSIK

Inhalt

Wiedereröffnete Oper Stettin Schloss mit Spitzenakustik

Fast sechs Jahre dauerte der Umbau - und wurde mit großen Erwartungen verknüpft. Schließlich steht das neue Musikhaus mit Sitz im Schloss in der wichtigsten Hafenstadt Polens. Jetzt, nach der Wiedereröffnung, ist man in Stettin begeistert.

Besonders groß ist sie nicht, die neue Stettiner Oper im Schloss. Dafür aber vom Keller bis zum Dachboden mit modernster Technik ausgestattet. Und obendrein, sagt Regisseur Waldemar Zawodziński, in einem für Musikdramen geradezu prädestinierten Gebäude untergebracht.

Ich denke, dieser Raum ist universell, viele klassische Opern spielen in solchen ungewöhnlichen, alten Palasträumen
. Waldemar Zawodziński

Wiedereröffnung Stettiner Opernhaus | Bildquelle: Schloss Stettin Bildquelle: Schloss Stettin Aber, so Zawodziński, auch moderne Opern werden sich in den Kontext dieses ungewöhnlichen Ortes sicher gut einfügen. Knapp sechs Jahre dauerte der Umbau insgesamt. Es galt so viel historische Bausubstanz im Schloss zu erhalten wie nur möglich und gleichzeitig ein höchst modernes Musikhaus zu schaffen. Eine gewaltige Herausforderung, die keine Kompromisse erlaubte, meint der für Akustik zuständige Fachmann Piotr Kozlowski. Normalerweise würden Opernhäuser eigens für diesen Zweck gebaut. Allen Schwierigkeiten zum Trotz sei es gelungen, ein Musikhaus in das bestehende Gebäude zu implementieren, das in jeder Hinsicht alle Weltstandards erfülle.

Perfektes Hörerlebnis

Das Ergebnis ist in der Tat verblüffend. Unabhängig davon, wo man auch in dem 600 Zuschauer fassenden Raum Platz nimmt - das Hörerlebnis bleibt immer perfekt. Für Musiker, Sänger und Zuschauer, so schwärmt Tomasz Kuk, einer der besten Tenöre Polens, sind das geradezu paradiesische Verhältnisse. Insbesondere nach so vielen Jahren Exil im Ersatzgebäude, wo die Arbeitsbedingungen "mehr als fatal waren".

Hier kann man wunderbar singen. Wie im Himmel.
Tomasz Kuk, Tenor

Vom Umbau begeistert sind auch die Musiker. Endlich, sagen sie, verfüge die wichtigste Hafenstadt Polens über eine Oper, die diesen Namen auch verdient: Das Spielen mache hier große Freude. Man finde jetzt ganz andere Arbeitsbedingungen vor und eine "Superakustik". Zwar höre man auch alle Fehler. Aber das sei gut so, das sporne an, noch besser zu werden.

Zur Eröffnung Verdis "Maskenball"

Dass für die feierliche Eröffnung der Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis "Maskenball" ausgesucht wurde, ist keineswegs Zufall. In einer der zahlreichen Fassungen ließ Verdi - um politische Probleme zu vermeiden - die Handlung seiner immer wieder zensierten Oper von Schweden in die europäische Provinz verlegen. Nach Stettin eben. Für die in jeder Hinsicht fulminante Premiere eine Vorlage wie gerufen. Was er gesehen habe, sagt Operndirektor Jekiel, übersteige seine kühnsten Erwartungen. Gäste aus ganz Europa könne er nur ermuntern, nach Stettin zu kommen, um zum Beispiel den "Maskenball" zu sehen.

    AV-Player