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Konzert als Video Bachs "Johannes-Passion" in neuer Dimension

Die "Johannes-Passion" von Johann Sebastian Bach gilt als besonders dramatisches Werk des Oratorien-Repertoires und war zu seiner Entstehungszeit von ungekannter vokal-symphonischer Wucht und Größe.

Peter Dijkstra, Künstlerischer Leiter des Chores des BR | Bildquelle: Astrid Ackermann

Bildquelle: Astrid Ackermann

Neben der "Matthäus-Passion" ist die "Johannes-Passion" als einzige authentische Passion von Johann Sebastian Bach vollständig erhalten. Als der Eingangschor der "Johannes-Passion" am Karfreitag 7. April 1724 in der Leipziger Nikolaikirche zum ersten Mal erklang, hörte das Publikum eine Musik von bis dahin ungekannter vokal-symphonischer Wucht und Größe. Mit diesem Paukenschlag führte sich der im Jahr zuvor nach Leipzig berufene Johann Sebastian Bach im Bereich der Passion beim Publikum ein.

Mit Peter Dijkstra und dem BR-Chor

Der Thomaskantor führte sein Werk mit 16 Sängern auf. Die doppelte Anzahl hat Peter Dijkstra für seine Aufführung der "Johannes-Passion" mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks und dem Ensemble Concerto Köln gewählt. Als Evangelist wirkt der Tenor Julian Prégardien mit, der als Sänger für die Rezitativ-Partien großes Renommee genießt.

Die Passionshandlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet: Im Raum der hochgotischen Kirche St. Lorenz kommt die Aufführung von 2015 mit Dijkstra und dem Chor des Bayerischen Rundfunks sowohl für die Besucher des Konzertes als auch für die Fernseh- und Internetzuschauer in ganz besonderem Maße zur Geltung. Durch die Konzertaufstellung - Chor und Orchester in der Mitte der Kirche, Solisten im Sitzplatzbereich des Publikums, also inmitten der "Gemeinde" - sowie durch die Ausleuchtung der Kirche wird der geistlich-spirituelle Gehalt der Bach-Passion auch optisch auf neue und fesselnde Weise erzählt.

Neue darstellerische Dimension

Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung spielt die veränderte Rolle des Publikums, in dessen Mitte sich die Solisten bewegen und agieren. Das bewegende Drama um die Gefangennahme, das Verhör durch Pilatus, die Kreuzigung und schließlich die Grablegung Jesu erhält auf diese Weise eine neue darstellerische Dimension.  Mit dieser Inszenierung wird ein neuer Weg beschritten, die Direktheit  der "Johannes-Passion", wie sie auch in den aufwühlenden Volksszenen (Turbae-Chören) immer wieder ihre Höhepunkte findet,  in Klang und Raum sinnlich erfahrbar zu machen.

Johann Sebastian Bach: "Johannes-Passion", BWV 245

Mitwirkende:
Evangelist - Maximilian Schmitt (Tenor)
Christus - Tareq Nazmi (Bass)
Pilatus - Krešimir Stražanac (Bariton)
Magd - Simona Brüninghaus (Sopran)
Petrus - Andreas Burkhart (Bariton)
Diener I - Moon Yung Oh (Tenor)
Diener II - Andreas Hirtreiter (Tenor)
Sopranarien - Christina Landshamer
Altarien - Anke Vondung
Tenorarien - Tilman Lichdi
Bassarien - Krešimir Stražanac

Chor des Bayerischen Rundfunks
Concerto Köln

Dirigent: Peter Dijkstra

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