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Playlist von Joyce DiDonato So klingt die Lieblingsmusik der Mezzosopranistin

Ob als schlechteste Sängerin aller Zeiten in der "Florence Foster Jenkins Story" oder als "Semiramide" an der Bayerischen Staatsoper - Joyce DiDonato ist eine vielseitige Künstlerin. Für "Meine Musik" auf BR-KLASSIK hat die Mezzosopranistin eine Playlist mit ihren Lieblingsaufnahmen zusammengestellt.

Opernsängerin  Joyce DiDonato | Bildquelle: © Simon Pauly

Bildquelle: © Simon Pauly

Playlist #1: Hector Berlioz: "Nuit d'ivresse et d'extase" aus "Les Troyens" mit John Vickers und Josephine Veasy unter der Leitung von Sir Colin Davis

"Sir Colin Davis war der Meister. Für mich war es ein Geschenk, mit ihm arbeiten zu dürfen. Und es war, als wäre er die Reinkarnation von Berlioz. Sir Colin hat dessen Musik verkörpert. Von "Les Troyens" hat er zwei Aufnahmen gemacht. Und ich habe mir die erste ausgesucht - vor allem wegen John Vickers. Er ist einfach episch, grandios als Aeneas. Josephine Veasy als Dido ist sehr charakteristisch. Ihre Stimmfarbe ist näher an meiner als die großen, voluminösen Stimmen."

Playlist #2: Georg Friedrich Händel: "Piangerò la sorte mia" aus "Giulio Cesare in Egitto", Arie der Cleopatra

"Im Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing findet ein Musikvermittlungsprojekt der Carnegie Hall statt. Im Rahmen dieses Projekts wollten die Häftlinge auch mal eine Oper hören. Also sang ich die Arie der Cleopatra. Es gab keinen Mucks, und am Ende gab es keinen Applaus. Die saßen still da - und ich wusste, es hat sie im Herzen getroffen. Das war Musik, die 300 Jahre alt ist. Aber an diesem Ort war sie lebendiger als an vielen weltberühmten Bühnen. Und das war für mich ein Geschenk!"

Playlist #3: Carlos Gardel: "Por una Cabeza" aus dem Album "Tango, Mano a Mano" von José Manuel Zapata

"Tango ist lebendig, ist immer im Hier und Jetzt. Er ist Leidenschaft, Leben und Tod, Blut und Romantik. Er gehört zur präsentesten Musik, die ich kenne, obwohl so viel Nostalgie darin steckt. Mein Freund José Manuel Zapata ist ein fantastischer Tenor. Seine CD "Tango, Mano a Mano" würde ich auf eine einsame Insel mitnehmen."

Playlist #4: Henry Purcell: "When I am laid in earth" aus "Dido and Aeneas"

"Im letzten Oktober war das Thema, mit dem wir uns in den Kompositionsworkshops in Sing Sing beschäftigt haben, Krieg und Frieden. Ich habe gemeinsam mit den Häftlingen an meinem CD-Projekt "In War & Peace" gearbeitet. Denn die Männer lieben es zu singen. Und ich dachte, lass uns Didos große Klage aus Purcells Oper nehmen."

Playlist #5: Ella Fitzgerald: "Too Young for the Blues"

"Sie ist meine Lieblingssängerin, und ich habe so viel von ihr gelernt. Ich kann mich nicht entscheiden, was mein Lieblingssong von ihr ist. Aber "Too Young for the Blues" - das gibt genau meine Stimmung wieder, wenn ich daran denke, was in den USA gerade vorgeht. So jung bin ich ja nicht mehr, aber ich habe einfach keine Lust, mich total deprimieren zu lassen von diesen Entwicklungen."

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