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Festspielzeit 2017

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Pianistin Yuja Wang spielt Brahms "Mehr Dramatik gibt es eigentlich nicht"

Das Erste Klavierkonzert von Johannes Brahms begleitet Yuja Wang schon seit einigen Jahren und zählt zu ihren absoluten Lieblingskonzerten. Am 16. Juli ist die chinesische Pianistin mit diesem Werk als Solistin mit den Münchner Philharmonikern bei "Klassik am Odeonsplatz" zu erleben. BR-KLASSIK ist live dabei.

Als Yuja Wang Johannes Brahms' erstes Klavierkonzert vor sieben Jahren in ihr Repertoire aufgenommen hat, verliebte sie sich sofort in das Stück. Trotz seiner zarten Melodien sei es doch ein durch und durch dramatisches Werk, sagt die Pianistin in einem Interview mit BR-KLASSIK. Und das Konzert zu spielen, macht Yuja Wang einfach Spaß - besonders die Interaktion mit dem Orchester.

Yuja Wang - Stationen ihrer Karriere

Yuja Wang wurde 1987 in Beijing in eine Künstlerfamilie geboren. In ihrer Heimatstadt besuchte sie zunächst auch das Konservatorium. Dem schloss sich ein Studium am kanadischen Mount Royal College Conservatory an, danach ging sie ans Curtis Institute of Music in Philadelphia. Den internationalen Durchbruch schaffte die Pianistin 2005 mit einem Auftritt als Solistin beim National Arts Center Orchestra unter Leitung von Pinchas Zukerman. Im Jahr darauf gab sie ihr Debüt beim New York Philharmonic Orchestra. Seitdem ist sie bei zahlreichen weltweit bedeutenden Orchestern zu Gast. 2009 unterschrieb sie einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. Im vergangenen Jahr gab Yuja Wang zusammen mit Martin Grubinger, der heuer ebenfalls bei "Klassik am Odeonsplatz" als Solist zu Gast ist, Konzerte in Peking, Wien, München, Zürich und Tel Aviv - wie hier im Video zu sehen.

Am 16. Juli spielt Yuja Wang Brahms' Klavierkonzert Nr. 1 zusammen mit den Münchner Philharmonikern unter der Leitung von Valery Gergiev. BR-KLASSIK überträgt das Open-Air-Konzert live vom Münchner Odeonsplatz.

Üben ist keine rein physische Sache, sondern auch eine Frage des Intellekts und des Herzens.
Yuja Wang

Wunderkind - na und?

Pianistin Yuja Wang | Bildquelle: © Ian Douglas Yuja Wang 2013 in der New Yorker Carnegie Hall | Bildquelle: © Ian Douglas Lange Zeit wurde Yuja Wang, die gerne in knappen Minikleidern und Stöckelschuhen auf die Bühne geht, als Wunderkind gepriesen. Probleme hatte sie - wie sie selbst sagt - damit nie, sondern fühlte sich dadurch eher geschmeichelt. Denn wenn sie am Klavier sitzt, gingen ihr sowieso ganz andere Dinge durch den Kopf und sie konzentriere sich ganz auf die Schönheit der Musik.

Geübt hat die Pianistin nach eigenen Aussagen nie sehr viel - das meiste vor ihrem 14. Lebensjahr, und dann auch nur bis zu vier Stunden pro Tag. Denn an ihrer Technik könne sie nicht mehr viel verbessern. Üben ist für sie keine rein physische Sache, sondern auch eine Frage des Intellekts und des Herzens. Kolleginnen und Kollegen, die zehn und mehr Stunden am Klavier verbringen, erklärt sie für verrückt. Vielmehr setzt sie sich auch mit dem reinen Notentext auseinander: "Die Noten nur zu lesen und zu sehen, was ich von der Musik will, das ist toll."

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