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Salzburger Festspiele

20. Juli bis 30. August 2018

Salzburger Festspiele 2018 Festival der Superlative

Der Salzburger Festspielsommer bietet auch 2018 viele Highlights: fünf neue Opernproduktionen, dazu Wiederaufnahmen und 89 Konzerte in sechs Wochen. Kein Wunder also, dass die meisten Vorstellungen vom 20. Juli bis 30. August dieses Jahres längst ausverkauft sind. Doch keine Angst - BR-KLASSIK liefert zahlreiche Highlights aus Salzburg frei Haus.

Intendant Markus Hinterhäuser | Bildquelle: © Salzburger Festspiele / Neumayr / Leo

Bildquelle: © Salzburger Festspiele / Neumayr / Leo

Mal abgesehen von der künstlerischen Bilanz am Ende – die Festspiele schwimmen jetzt schon im Glück. Als Markus Hinterhäuser 2017 seine Intendanz antrat, zog der Kartenverkauf deutlich an, das Publikum war höchst neugierig auf sein ausgefeiltes und dramaturgisch durchdachtes Programm. Und die Erwartungshaltung bestätigte sich vollauf. Um Fragen von Macht und Ordnung ging es Markus Hinterhäuser im vergangenen Jahr, und mit der Erweiterung dieses Spektrums um höhere Mächte will er das Spiel 2018 fortsetzen.

Passion, Ekstase, Leidenschaft. Das sind die wesentlichen Kraftfelder einer anderen Machtausübung. Und die eine sehr fragile Weltordnung in ein dramatisches Ungleichgewicht bringen können.
Markus Hinterhäuser

Lydia Steier inszeniert "Die Zauberflöte"

Nach der "Ouverture Spirituelle" zum Auftakt eröffnet Mozarts "Zauberflöte" den Reigen der Neuinszenierungen – aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel, denn die amerikanische Regisseurin Lydia Steier erzählt die Geschichte aus der Perspektive der drei Knaben: Man sieht eine Familie zusammen beim Essen, die drei Knaben sitzen mit ihren Eltern am Tisch, am Ende der Ouvertüre gehen sie schlafen. Und dann beginnt ihnen der Großvater aus einem Buch vorzulesen, das – natürlich – "Die Zauberflöte“ heißt. Lydia Steier ist eine der führenden Opernregisseurinnen der jüngeren Generation und wurde 2016 zur Regisseurin des Jahres gekürt. In der Salzburger Zauberflöte geht es ihr darum, die beiden Pole des Werks – kindlich-märchenhaft auf der einen Seite, sher erwachesn auf der anderen – zusammenzuführen.

Romeo Casteluccis Debüt mit "Salome"

Regisseur Romeo Castellucci | Bildquelle: picture-alliance/dpa Romeo Castelucci | Bildquelle: picture-alliance/dpa Ein Geschichtenerzähler ganz eigener Art ist der Schauspiel- und Opern-Regisseur, Bühnenbildner, Kostüm- und Lichtdesigner in Personalunion Romeo Castelucci, der mit Richard Strauss' "Salome" sein Salzburg-Debut geben wird. "Salome" ist für ihn vor allem eine verstörende Projektionsfläche für die Betrachter der Aufführung, nichts soll von der Klarheit der Erkenntnis ablenken. Romeo Castelucci will eine ganz minimalistische "Salome" auf die Bühne bringen und versuchen, sich von einigen der Stereotypen dieser Figur zu befreien.

Eine Salome, die durch Weglassen wirken wird.
Romeo Castelucci

Auch in Monteverdis "L’incoronazione di Poppea" spiegelt sich für den flämischen, für seine bildmächtigen Arbeiten bekannten Regisseur Jan Lauwers unsere Wirklichkeit wieder, auf erstaunliche Weise in der des turbulenten 17. Jahrhunderts: "In Zeiten, in denen die Demokratie, die Sexualität, unsere Religion und unsere Identität auf dem Prüfstand stehen und wir Angst vor dem Islam haben, erkennen wir, dass schon im 17. Jahrhundert die gleichen Diskussionen geführt wurden."

Wir lernen nichts aus der Geschichte und machen immer wieder dieselben Fehler. Das alles sieht man sehr schön in Poppea.
Regisseur Jan Lauwers

Große Emotionen auf den Festspielbühnen

Und noch zwei Produktionen bieten die Festspiele: Die Frage, was letztlich über die Menschen triumphiert – triebhafter Rausch oder eiskalte Vernunft – verhandelt Hans Werner Henzes Oper "Die Bassariden". PeterTschaikowsky hingegen beleuchtet in seiner "Pique Dame" Verzweiflung, Aufbegehren und Sehnsucht eines sozialen Außenseiters schmerzhaft genau.

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