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Christopher Palameta Musik am Hof von Preußen

Unter Friedrich dem Großen blühte das Musikleben am Hof von Preußen. Hier wurde der Oboist Christopher Palameta fündig. Unbekannte Kammermusik von Janitsch, Graun und Krause, gespielt vom Ensemble Notturna.

CD-Cover: Christopher Palameta - Kammermusik mit Oboe | Bildquelle: deutsche harmonia mundi

Bildquelle: deutsche harmonia mundi

Der CD-Tipp zum Nachhören

Die Flötentöne brachte ihm natürlich sein Kammermusikus und Hofkompositeur Johann Joachim Quantz bei. Der Einzige übrigens, der dem König - zumindest dezent - widersprechen durfte, wenn der musikalische Vortrag es erforderte. Die Kunst- und Musikleidenschaft von Friedrich II. ist legendär. Er versammelte um sich einige der besten Musiker seiner Zeit, allen voran Carl Philipp Emanuel Bach und eben Quantz. Das sind aber nur zwei Leuchttürme, die Schar der begabten Musiker, die Berlin nun anzog, war groß. Dem Repertoire, das auf diesem Nährboden entstanden ist und größtenteils vergessen wurde, widmet sich der kanadische Oboist Christopher Palameta mit seinem Ensemble Notturna.

Freitagsakademien in Berlin

Denn ja: neben der hochköniglichen Traversflöte wurde natürlich auch dieses altehrwürdige Instrument gepflegt, wenn auch in bescheidenerem Umfang. Gern verwendet wurde die Oboe vom Hofmusiker Johann Gottlieb Janitsch, ein Steckenpferd von Christopher Palameta. So sind von Janitsch auch gleich drei Sonaten auf dieser CD vertreten. Die damals sehr geschätzte Musik wurde größtenteils geschaffen für die musikalischen Treffen des Berliner Bürgertums, die sogenannten Freitagsakademien, die Janitsch veranstaltete. Diese Werke sind klangschön und sensibel gestaltet, aber auch, dem durchaus erwünschten Ideal entsprechend, recht glatt. Gerade die Quartettsonate für Flöte, Oboe, Viola und Continuo kommt opulent und klanglich sehr abwechslungsreich daher. In der gleichen Besetzung, wegen der großen Eigenständigkeit von Cello und Cembalo aber Quintett genannt, zeigt die Sonate von Johann Gottlieb Graun das kompositorische Geschick und Gespür des Konzertmeisters der Hofkapelle. Die Mischklänge sind einfach gelungen, gleichzeitig wird den einzelnen Instrumenten aber auch genug Raum gegeben, sich voll zu entfalten. Ein tolles Beispiel für die Stilrichtung der Empfindsamkeit, mit ihren oft abrupten Wechseln in Farbe und Stimmung, ganz im Sinne des bewegten Gefühlsausdrucks.

Triosonate von Christian Gottfried Krause

Abgerundet wird dieses Programm von durchweg zum ersten Mal eingespielten Werken durch eine Triosonate von Christian Gottfried Krause. Auch er veranstaltete in Berlin als Laienmusiker und - komponist Hauskonzerte. Stilistisch zwar nicht ganz auf der Höhe der Zeit, steckt dieses Werk doch voll origineller und unterhaltsamer Ideen. Die fünf Musikerinnen und Musiker des Ensembles Notturna spielen auffallend klangschöne Instrumente. Erfreulicherweise machen sie das flott-flotte Spiel forcierter Tempi nicht mit und geben die sorgfältig arrangierten Farbpaletten ebenso sorgfältig wieder. Mit diesem sehr gut abgestimmten Ensembleklang präsentieren sie uns eine Kostprobe der alltäglichen Musikpflege in einem der kulturell bedeutendsten Zentren seiner Zeit.

Christopher Palameta - Kammermusik mit Oboe

Johann Gottlieb Janitsch, Christian Gottfried Krause, Johann Gottlieb Graun
Christopher Palameta, Oboe
Ensemble Notturna

Label: deutsche harmonia mundi

Sendungsthema aus "Tafel-Confect" vom 5. August 2018, 12.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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