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Jewish Chamber Orchestra München startet YouTube-Kanal Der Krise virtuell begegnen

Seit November sind wegen des Lockdowns Auftritte endgültig nicht mehr möglich. Daniel Grossmann und sein Jewish Chamber Orchestra antworten auf die Krise mit einem neuen YouTube-Kanal. So wollen sie ihre Musik trotz Corona-Pandemie zum Publikum bringen.

Dirigent Daniel Grossmann leitet das Jewish Chamber Orchestra München. | Bildquelle: OJM / Christine Schneider

Bildquelle: OJM / Christine Schneider

Interview mit Daniel Grossmann

JCOM startet YouTube-Kanal

Das Jewish Chamber Orchestra aus München (JCOM) konnte im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie nur wenige Konzerte spielen. Stattdessen wurde hinter den Kulissen aber an einem anderen Weg gearbeitet, um Musik und Informationen über das Orchester virtuell zum Publikum zu bringen. Auf dem YouTube-Kanal des Orchesters "entsteht jetzt praktisch ein Archiv mit selten gehörten Werken, die irgendwie mit jüdischer Kultur und jüdischer Religion zusammenhängen", sagt Daniel Grossmann. Der Dirigent leitet das JCOM seit der Gründung 2005, damals noch unter dem Namen Orchester Jakobsplatz.

Gute Idee in der Pandemie

Die Idee für einen eigenen YouTube-Kanal habe es schon länger gegeben, sagt Daniel Grossmann. "Dann kam die Pandemie. Das war für uns die optimale Zeit, um mit diesem Channel zu starten." Dabei werden nicht nur Musikvideos präsentiert, sondern auch Einblicke in jüdische Kultur und Religion gegeben. In kleinen Clips wird passend zur jeweiligen Jahreszeit über die kulturellen Besonderheiten gesprochen und festliche Rituale erklärt.

Es entsteht jetzt praktisch ein Archiv mit selten gehörten Werken.
Daniel Grossmann, Leiter des JCOM

Musik mit Bezug zur jüdischen Kultur

Bei den präsentierten Stücken muss es sich nicht immer um explizit religiöse Musik handeln. So sind auf dem Kanal auch "14 Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit" von Gustav Mahler zu finden: "Er hat sich intensiv mit seiner jüdischen Herkunft auseinandergesetzt. Sowas kann es eben auch sein, wo diese jüdische Herkunft eher eine innere Zerrissenheit ist." Aufgenommen wurden die Lieder im vergangenen Sommer mit Bariton Ludwig Mittelhammer in der Synagoge Hainsfarth. "Das ist eine von ganz vielen alten Synagogen in Bayern, die kaum jemand kennt. Einige von ihnen haben wir während einer Tournee bereist", sagt der Dirigent über den historischen Aufnahmeort der Musikvideos. "Die Synagoge wurde sehr schön hergerichtet und ist heute eben ein offener Kulturraum."

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GUSTAV MAHLER: II. Erinnerung (Ludwig Mittelhammer, JCOM, Daniel Grossmann) | Bildquelle: Jewish Chamber Orchestra Munich (via YouTube)

GUSTAV MAHLER: II. Erinnerung (Ludwig Mittelhammer, JCOM, Daniel Grossmann)

Um mangelndes Material für den Kanal macht sich Daniel Grossman keine Sorgen: "Wir haben noch ganz viele Aufnahmen, die noch nicht veröffentlicht wurden. Zum Beispiel gibt es eine Streichersymphonie von Mendelssohn und auch ein Stück von Erich Wolfgang Korngold." Und so darf sich das Publikum über diesen Lichtblick im sonst so kulturarmen Lockdown freuen.

YouTube-Kanal

Hier finden Sie den YouTube-Kanal des Jewish Chamber Orchestra München.

Sendung: "Leporello" am 8. Januar ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK.

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