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40.000 Jahre alte Knochenflöte Instrument aus der Eiszeit

Ein 40.000 Jahre altes Teil einer Knochenflöte haben Wissenschaftler der Universität Tübingen der Öffentlichkeit präsentiert. Das Flötenfragment aus einem Gänsegeierknochen ist gut 4 cm lang und gehört zu den ältesten Musikinstrumenten weltweit.

40.000 Jahres alte Fragment einer Knochenflöte | Bildquelle: V. Marquardt /Universität Tübingen

Bildquelle: V. Marquardt /Universität Tübingen

Aufnahme mit nachgebauter Eiszeitflöte

Seebergers Lied von Anna Friederike Potengowski aus dem neuen Album "Edge of Time" (Delphin Records)

Gefunden wurde das Flötenfragment im Lonetal im Kreis Heidenheim auf der Schwäbischen Alb. Es hat zwei Ansätze von Grifflöchern und eine überarbeitete Oberfläche. Das zeige, dass es sich bei dem Fundstück aus Gänsegeierknochen tatsächlich um eine Flöte handele, so Forscher der Universität Tübingen. Schon vor 40.000 Jahren haben die Menschen also Musik gemacht. Entdeckt wurde die jetzt präsentierte Flöte bereits 2015 in ausgeschlämmten Sedimenten.

Fundort Schwäbische Alb

40.000 Jahres alte Fragment einer Knochenflöte | Bildquelle: V. Marquardt /Universität Tübingen Bildquelle: V. Marquardt /Universität Tübingen In den Höhlen auf der Schwäbischen Alb wurden bereits einige steinzeitliche Flöten aus Vogelknochen und Elfenbein gefunden. Experimente mit Nachbauten haben gezeigt, dass es sich tatsächlich um Flöten handelte, mit denen musiziert werden konnte. Der Fundort, die Vogelherdhöhle im Lonetal, gilt als eine der bedeutendsten archäologischen Fundstellen in Deutschland. Weitere Funde werden von der Universität Tübingen derzeit noch ausgewertet.
Die Fundstelle könnte im Juli zum Weltkulturerbe werden. Dann entscheidet die UNESCO, ob sechs Höhlenfundstellen auf der Schwäbischen Alb in die Welterbeliste aufgenommen werden. In der Region wurden die frühesten Belege für figürliche Kunst und Musikinstrumente weltweit gefunden.

Flöte zu besichtigen

Das Flötenfragment wird ab 20. Mai 2017 in der Ausstellung "Ursprünge" im Museum der Universität Tübingen gezeigt.

Sendung: "Allegro" am 20. April 2017, 6.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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