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Kulturminister wollen Theater etappenweise öffnen Eckpunkte für Öffnungsstrategien definiert

Für mehr kulturelles Leben in der Corona-Krise haben sich die Kulturminister von Bund und Ländern auf gemeinsame Eckpunkte verständigt. In einem sechsseitigen Konzept für Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder spricht sich die Ministerrunde für "eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten" aus.

Neuer Konzertsaal in Bochum: "Anneliese-Brost Musikforum Ruhr" | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Bildquelle: picture-alliance/dpa

Die Kulturminister von Bund und Ländern haben ein Konzept erarbeitet, wie Theateraufführungen und Veranstaltungen wieder hochgefahren werden können. Im sechsseitigen Konzept, das die Minister ans Kanzleramt und die Ministerpräsidenten geschickt haben, sprechen sie sich für eine "planvolle Öffnung" weiterer Einrichtungen aus. Für ihre Vorschläge berufen sich die Minister auf Konzepte der Branchen- und Berufsverbände, die "eine bundesweit möglichst einheitliche und transparente sowie sichere Handhabung" gewährleisteten. Voraussetzung für Lockerungen seien jeweils die lokale Entwicklung der Infektionszahlen.

Sitzplätze und ganze Sitzreihen sollen leer bleiben

Zur Begrenzung von Besucherzahlen sollen etwa in Theatern Sitzplätze und ganze Sitzreihen ausgelassen werden. Ticketing-Systeme könnten dabei Mindestabstand sicherstellen. Zum Vermeiden von Warteschlangen schlagen die Kulturminister Online-Tickets und Zeitfenster vor. Besucherströme sollen über Verzicht auf Abriss von Eintrittskarten, Scans von Tickets oder zeitversetzten Einlass geregelt werden. Zur Verringerung der Aerosol-Belastung in Sälen und Innenräumen werden ergänzende Konzepte empfohlen. Zudem sollen Kontaktdaten von Besuchern zur Nachverfolgung bei Erkrankungen gespeichert werden.

Schutz der Künstler

Zum Schutz der Künstler sind nach dem Papier unterschiedliche Regelungen für Darsteller auf der Bühne, Orchestermusiker, Chorsänger, Tänzer oder Schauspieler notwendig. In Probenräumen oder Garderoben soll die zulässige Personenzahl beschränkt werden. Aus Sicht der Minister müssen künstlerische Programme den veränderten Bedingungen angepasst werden. Dabei sei "ein Höchstmaß an Flexibilität erforderlich".

Freiluftaufführungen und kleine Besetzungen empfohlen

Das Papier für Merkel und die Länderchefs empfiehlt eine "möglichst zügige Wiederaufnahme des Probenbetriebs für möglichst alle Sparten". Es sollten zunächst kleinformatige Darbietungen "sowohl in geschlossenen Räumlichkeiten als auch im Freien" zugelassen werden. Daneben werden Freiluftaufführungen oder Formate in kleinerer Besetzung sowie Mehrfachaufführungen kürzerer Programme empfohlen.

Sendung: "Allegro" am 18. Mai 2020 ab 06.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (1)

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Dienstag, 19.Mai, 08:54 Uhr

Luisa Schmedt

Nein danke

Unter diesen Voraussetzungen ist für mich das Kulturleben mit Oper und Konzert zu Ende. Ich hinterlasse nicht meine Kontaktdaten und werde nicht freiwillig zum gläsernen Menschen wie bei Georg Orwells 1984. Und wenn dann der Saal halbleer ist, wirkt das auch gespenstisch auf mich. Da sage ich dann wie Helge Schneider: "Das war's".

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