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Private Spender der August Everding Stiftung Unterstützung für die künstlerische Ausbildung

Viele Studierende an Musikhochschulen und Akademien finanzieren sich ihr Studium durch Konzerte und Aufführungen. Doch wegen der Corona-Pandemie ist dies derzeit nicht möglich. Um bedürftigen Studenten finanziell unter die Arme zu greifen, hat die August Everding Stiftung einen Nothilfefonds für Studenten der Theaterakademie eingerichtet. Seit der Gründung vor drei Jahren werden Spenden privater Förderer gesammelt, um die künstlerische Ausbildung und die Finanzierung von Produktionen zu unterstützen.

Im Prinzregententheater spielen auch die Studierenden der Bayerischen Theaterakademie | Bildquelle: Felix Löchner

Bildquelle: Felix Löchner

Private Spender der August Everding Stiftung

Unterstützung für die künstlerische Ausbildung

Udo Altenburg steht auf der Dachterrasse der Münchner Kanzlei "Bardehle Pagenberg" und blickt von hier aus direkt auf das Prinzregententheater auf der anderen Straßenseite. Dort hat die Theaterakademie August Everding ihren Sitz, deren Stiftung Altenburg seit einigen Jahren finanziell unterstützt. "Ich bin schon immer ein Opern- und Theater-Fan gewesen", sagt der Patentanwalt. Sein Engagement für die Kultur ist für ihn eine Herzensangelegenheit, die Begeisterung für Kultur begleitet ihn schon lange: "Mein Traumberuf als junger Student war Sänger zu werden. Das ist vielleicht auch die Motivation." Durch die Spenden von Udo Altenburg an die Stiftung werden unter anderem Stipendien und Auslandsaufenthalte für Studierende finanziert sowie Produktionen der Theaterakademie gefördert.

Motivation durch persönlichen Kontakt

Für Udo Altenburg ist sein privates Engagement auch ein guter Ausgleich zum eher trockenen Alltag als Anwalt: Am Tag wälzt er im Büro Aktenordner und abends schlendert er in das Prinzregententheater gegenüber, wo er sich die Produktionen der Theaterakademie anschaut. Bei Empfängen lernt er einige der Studenten und Studentinnen der Akademie persönlich kennen. "Das ist motivierend, wenn man sieht, dass man die jungen Leute direkt unterstützt", sagt der Mäzen. Er schätzt den Austausch mit den Studenten sehr, die sich für einen ganz anderen Karriereweg entschieden haben als er selbst: "Das ist eigentlich immer sehr belebend, wenn man mit anderen Menschen zusammen ist, die völlig andere Lebensvorstellungen haben."

Es geht bei der Förderung darum, das Leben der Studierenden hier in München abzusichern.
Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Theaterakademie August Everding

"Sahnehäubchen" für die Kultur

Auch für die Mäzenin Swantje von Werz ist der persönliche Kontakt zu den Geförderten wichtig. Denn so kann sie direkt sehen, dass ihre Hilfe etwas bewirkt und auch, wofür die Spenden eingesetzt werden. Die Mäzenin fördert unter anderem das Mahler Chamber Orchestra sowie das Münchener Kammerorchester. Als eine von über 1000 Förderern des Vereins "Freunde des Nationaltheaters in München" zahlt sie auch einen Beitrag an die August Everding Stiftung. Der Verein hat die Stiftung initiiert und verwaltet sie treuhänderisch. Swantje von Werz sieht in ihrem Mäzenatentum einen kleinen Beitrag zur Förderung der Kultur, der vom Staat in dem Maße nicht geleistet werden kann: "Es geht darum, ein gutes Produkt noch besser zu machen. Das soll sozusagen das Sahnehäubchen oben drauf sein."

Standortnachteil wegen hoher Lebenshaltungskosten

Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Theaterakademie August Everding und Stiftungsvorstand der August Everding Stiftung. | Bildquelle: BR/Lisa Hinder Hans-Jürgen Drescher, Präsident der Theaterakademie August Everding und Stiftungsvorstand der August Everding Stiftung. | Bildquelle: BR/Lisa Hinder Professor Hans-Jürgen Drescher, Präsident an der August Everding Akademie und Vorstandsvorsitzender der Stiftung, ist sehr dankbar für den Austausch mit den Förderern. Die Spenden der Stiftung seien für die künstlerische Ausbildung durchaus wichtig, sagt er. Nicht zuletzt auch für einige der Studenten, die sich ein Studium in einer teuren Stadt wie München sonst nicht leisten könnten: "Wenn man konkurrenzfähig bleiben will, gerade Städten wie Leipzig gegenüber, wo die Lebenshaltungskosten etwa die Hälfte betragen, muss man sich etwas überlegen, um den Kostennachteil zu kompensieren", erklärt Drescher die Grundidee der Stiftung: "Da braucht man dann Freunde und Förderer, Sponsoren und Mäzene."

Keine Einflussnahme auf die Kunst

Die Fördersummen vieler Mäzene bewegen sich jährlich im drei- oder vierstelligen Bereich. Da es sich bei den Geldbeträgen um vergleichsweise kleine Einzelbeträge vieler Spender handelt, bestehe kein direkter Einfluss auf die Kunst und die Ausbildung an der Akademie, betont Drescher: "Wir sind nicht in den USA. Das heißt, es gibt eigentlich keine Einflussnahme auf unser Programm durch unsere Freunde oder Sponsoren." Mäzen Udo Altenburg sieht es ähnlich und möchte zwar mit seinem Geld die Kultur unterstützen, aber nicht inhaltlich verändern. Deswegen sei es gut, wenn es viele Kleinspender gebe: "Es ist besser, wenn man 100 Leute hat, die jeweils 1.000 Euro geben, als einen Spender mit 100.000."

Das gibt mir alles ein unglaubliches Feedback.
Swantje von Werz über ihr Mäzenatentum

Stipendien für förderbedürftige Studenten

Ein Teil der Stiftungsgelder wird für Stipendien förderbedürftiger Studierender eingesetzt. Sie erhalten eine Summe von monatlich 300 Euro, die im Rahmen des Deutschlandstipendiums ausbezahlt werden. Voraussetzung dafür sind unter anderem herausragende Studienleistungen und ehrenamtliches Engagement. Einer der Stipendiaten ist Schauspielstudent Benedikt Kosian: "Ich hatte das Glück, einen der Studienplätze an der Akademie zu ergattern, war dann aber in der problematischen Situation, nicht zu wissen, wie ich mir das Studium finanzieren kann." Daraufhin bewarb sich Benedikt um das Stipendium, das zur Hälfte durch die August Everding Stiftung und zur anderen Hälfte durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Er ist sehr froh darüber, dass sein Antrag angenommen wurde - "sonst hätte ich mir vielleicht eine andere Stadt suchen müssen. Die Mietpreise sind einfach zu hoch."

Nothilfe wegen Corona-Krise

Besonders jetzt, wo sich Studenten und Studentinnen wegen der Corona-Maßnahmen ihren Lebensunterhalt nicht mehr durch Konzerte oder Aufführungen finanzieren können, ist die Förderung wichtig. Die Absage zahlreicher Kulturveranstaltungen hat die Finanzierung des Studiums für einige Studierende an der Theaterakademie deutlich erschwert. Aus diesem Grund wurde von der August Everding Stiftung ein Nothilfefonds eingerichtet, um ihnen kurzfristig und unbürokratisch zu helfen. Benedikt ist sehr froh darüber, dass private Spender wie Udo Altenburg und Swantje von Werz Hilfen dieser Art durch ihr Engagement ermöglichen: "Ich weiß, dass ich und auch andere bei uns im Studium das ohne diese finanziellen Mittel einfach nicht machen könnten."

August Everding Stiftung

Die August Everding Stiftung existiert seit der Spielzeit 2017/2018 und wurde auf Initiative des Vereins "Freunde des Nationaltheaters in München" gegründet, der die Stiftung treuhänderisch verwaltet. Durch die Spenden privater Förderer wird die künstlerische Ausbildung der Studenten unterstützt, in dem Stipendien, Auslandsaufenthalte sowie Unterrichtsmaterialien und Produktionen der Theaterakademie August Everding finanziert und gefördert werden. Aufgrund der Corona-Pandemie und der weitreichenden Folgen für Auftrittsmöglichkeiten wurde ein Nothilfefonds eingerichtet, bei dem Spenden für die Studierenden gesammelt werden, die durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sendung: "Leporello" am 25. Mai 2020 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

Kommentare (4)

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Montag, 01.Juni, 15:52 Uhr

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Liebe Frau Steil,
das Spendenkonto und weitere Informationen zur August Everding Stiftung finden Sie unter: https://www.theaterakademie.de/stiftung.html

Viele Grüße
Ihr BR-KLASSIK-Team (heo)

Freitag, 29.Mai, 19:52 Uhr

Gitta Steil

IBAN für spendem

Ich bitte um Bekanntgabe der kontodatwn auf die ich spenden für die Stiftung überweisen kann Danke im Voraus

Mittwoch, 27.Mai, 09:12 Uhr

Andreas Schwankhart

August Everding Stiftung - Spenden

Die Nennung des Spendenbeitrags ist leider ein wenig unglücklich formuliert worden.
Die August Everding Stiftung und vor allem die Studierenden der Theaterakademie August Everding freuen sich natürlich über jede Spende – ganz gleich in welcher Höhe.

Andreas Schwankhart, Mitglied des Vorstandes der August Everding Stiftung

Freitag, 22.Mai, 17:22 Uhr

Aldo Graziani, Uhlandstr.155, 10719 Berlin

August Everding Stiftung

Ich las den Artikel zunächst mit viel Sympathie und war entschlossen als alter Münchner, jetzt in Berlin lebend, eine Spende zu machen. Als ich dann las "es ist uns lieber wenn es viele Kleinspender von 1.000 Euro gibt als einen mit 100.000 Euro", da dachte ich, in welcher Welt leben wir, Sie von der Stiftung in München denn, 1.000 Euro als Kleinspende zu bezeichnen?
Schade, die Hürde für good will so hoch zu hängen - oder, den Stuhl vor die Tür gesetzt zu
bekommen.

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