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Tag der Musik 2020 Musikalische Vielfalt darf nicht aussterben

Unter dem Motto "Nonstop-Musik – Ein Wochenende im Zeichen musikalischer Vielfalt" rufen Musikverbände bundesweit alle Musikfreunde auf, am 20. und 21. Juni 2020 gemeinsam Musik zu machen und zu hören. Das Aktionswochenende soll aber auch an die vielen Kulturschaffenden erinnern, die durch Corona in ihrer Existenz bedroht sind.

Zwei Musiker spielen am Strand und in der Sonne Geige und Violoncello. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

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Gespräch mit Christian Höppner

Musik hören und selbst musizieren verbindet und schafft kulturelle Identität. Doch in Corona-Zeiten ist es nur eingeschränkt möglich, Musik live zu erleben, da die Musikkultur und -wirtschaft von den strengen Hygieneauflagen besonders getroffen ist. Genau deswegen dreht sich am 20. und 21. Juni bundesweit alles um das Motto "Nonstop-Musik – Ein Wochenende im Zeichen musikalischer Vielfalt". Das Aktionswochenende will Livemusik zumindest eingeschränkt wieder aufleben lassen.

Nonstop-Musik – Ein Wochenende im Zeichen musikalischer Vielfalt

Ran an die Instrumente! Mit einer noch nie dagewesenen Initiative setzt die gesamte Musikbranche am 20. und 21. Juni 2020 ein deutliches Zeichen für Musik und macht auf ihre existenzbedrohte Lage aufmerksam. Hier finden Sie alle Aktionen auf einen Blick. Sie möchten selbst aktiv werden? Dann können Sie eine eigene Aktion anmelden.

Ein Wochenende rund um die Musik

Bänkelsänger spielt Akkordeon, Flachsmarkt | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER Überall in Deutschland kann man am 20. und 21. Juni Livemusik erleben. | Bildquelle: picture alliance / imageBROKER Das musikalischste Wochenende des Jahres startet am Samstag mit der Initiative "Deutschland macht Musik - spielt mit!" der Society of Music Merchants e.V. An diesem Tag dreht sich alles ums Musizieren. Musikfachhändler, Musiklehrer und Musikschulen präsentieren ihr Angebot. Am Sonntag ist der "Tag der Musik" des Deutschen Musikrats, der von Musikern, Bands, Ensembles sowie Chören gefeiert wird. Opern-Airs in Parks, Fensterkonzerte, private Jam-Sessions, gestreamte Konzerte – hier ist der Ideenreichtum der Musiker gefragt. Bei allen Aktionen sollen natürlich die Auflagen zum Schutz vor Corona beachtet werden. Verbindendes Element ist die "Fête de la Musique", das weltweite Fest der Musik.

Am Sonntag wird es außerdem zwei Fensterkonzerte geben: um 17:00 Uhr ("Ode an die Freude") und um 23:00 Uhr ("Der Mond ist aufgegangen"). Hier darf jeder mitmachen. "Die Fensterkonzerte werden ein Schaufenster für den kulturellen Reichtum sein, den wir in unserem Land haben", sagt Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, im Interview mit BR-KLASSIK.

Die kulturelle Vielfalt, wie wir sie kennen, könnte aufgrund der Krise aussterben.
Christian Höppner, Deutscher Musikrat

Dieser kulturelle Reichtum sei durch Corona in seiner Existenz bedroht sein, mahnt Höppner. Denn die Krise trifft die Musikindustrie besonders hart. "Künstler auf der Bühne, Verlage, Musikhändler, Instrumentenbauer, Veranstalter und Agenturen... Wenn nicht rasch und unbürokratisch geholfen wird, werden etliche kleine Unternehmen Insolvenz erleben", so Höppner. Besonders die Regelungen für den Kulturbetrieb in Bayern hält er für sehr restriktiv.

Demonstration für bessere Rahmenbedingungen des Musiklebens

Der "Tag der Musik" soll ein Zeichen setzen: für die Relevanz von Musik, für eine bessere Sichtbarkeit der Wertschöpfungskette und für eine bunte Kulturlandschaft. "Die Corona-Krise wird uns nicht von heute auf morgen verlassen", ist Christian Höppner überzeugt. "Wir müssen Mittel und Wege finden, damit Livemusik in diesem und im kommenden Jahr wieder am Markt ist."

Sendung: "Leporello" am 19. Juni 2020 ab 16.05 Uhr auf BR-KLASSIK

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